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Ärger wegen verwahrlosten Friedhofs in Mügeln: Superintendent schreitet ein

Umwelt Ärger wegen verwahrlosten Friedhofs in Mügeln: Superintendent schreitet ein

Der Zustand des Mügelner Friedhofs ließ bei Superintendent Arnold Liebers die Alarmglocken läuten, nachdem bei ihm ein Beschwerdeschreiben auf den Schreibtisch geflattert war. Er beraumte daraufhin einen Vorort-Termin mit allen Beteiligten an. Im nächsten Jahr will sich der Kirchenvorstand detailliert mit der Problematik befassen.

Gräber wuchern auf dem Mügelner Friedhof zu.

Quelle: privat

Mügeln. Der Mügelner Friedhof verwildert und gerät deshalb in die Schlagzeilen. Roland Schönherr aus Oschatz, dessen Eltern dort begraben sind, ärgert sich maßlos darüber und schlug Alarm. Seine Bitte an den CDU-Bundestagsabgeordneten Marian Wendt zwecks Unterstützung hätte sich der 70-Jährige lieber verkniffen, wie er im Nachhinein resümierte, denn die erhoffte Hilfe blieb aus.

Begehung auf dem Friedhof

Doch jetzt kam Bewegung in die heikle Angelegenheit, nachdem sich Schönherr an die Superintendentur des Kirchenbezirkes Leisnig-Oschatz, konkret an Superintendent Arnold Liebers, wandte. „Da es bereits in der Vergangenheit Klagen über den Zustand des Mügelner Friedhofes gab, ist dringender Handlungsbedarf angezeigt. Am besten wird das durch eine Aussprache aller Beteiligten und möglichst verbindlichen Abmachungen zu realisieren sein, und zwar vor Ort, im Pfarramt Mügeln“, reagierte Liebers mit einem Schreiben an alle Beteiligten. Unter ihnen die Pfarrerin Judith Krautkrämer und Mitglieder des Kirchspielvorstandes Mügeln. Verbunden war die Aussprache vor Ort schließlich mit einer Begehung des Friedhofes.

Bereits Anfang Oktober hatten Friedhofsverwalter Peter Fritzsch und Frank Schirmer, stellvertretender Vorsitzender des Kirchspielvorstandes Mügeln, darauf verwiesen, dass der 1,8 Hektar umfassende Friedhof nur noch zu 50 bis 60 Prozent belegt sei und die Friedhofsgestaltung aus wirtschaftlichen Gründen so zu organisieren sei, dass auch mit größeren Maschinen gearbeitet werden könne. Grund dafür sei auch die Tatsache, dass es heutzutage vielfältige Möglichkeiten der Bestattungsformen gebe. Gemeinschaftsgräber oder Waldbestattungen seien immer mehr im Kommen.

Friedhof wird über Gebühren finanziert

Der Friedhof könne darüber hinaus nur über die Friedhofsgebühren finanziert werden. Zusätzliche Kosten fielen zudem immer öfter an, weil Behälter für den Grünschnitt als Mülldeponie zweckentfremdet befüllt würden. „Von der Windel bis zur Margarinendose ist darin alles zu finden“, nannte Fritzsch einige Beispiele (wir berichteten).

Der Zustand des Friedhofes spielte auch in einer der jüngsten Ratssitzungen eine Rolle. Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) hatte sich mit der Arbeitsagentur Oschatz in Verbindung gesetzt, um die Möglichkeit des Einsatzes von Ein-Euro-Jobbern anzusprechen. Doch die Behörde lehnt das kategorisch ab.

„Der Friedhof wird ja in Verbindung mit der Stadt gebracht. Und so wie der Friedhof aussieht, so ist auch die Stadt. Das können wir aber nicht gelten lassen. Dafür ist die Kirche zuständig“, stellte das Stadtoberhaupt in der Dezembersitzung außerdem klar. Von der Zusammenkunft, die auf Liebers Initiative erfolgte, erhofft sich das Stadtoberhaupt endlich Klarheit, wie das Problem aus der Welt geschaffen werden kann.

„Wir kümmern uns im Frühjahr darum, dass das Umfeld um die Grabstelle Schönherr verbessert wird“, kündigte Mügelns Pfarramtssekretärin Regina Colditz auf OAZ-Anfrage zum Ergebnis der Zusammenkunft an. Außerdem werde sich der Kirchenvorstand im nächsten Jahr detailliert mit dem Problem Friedhof befassen. „Wir haben Riesenfriedhofsgelände, die zu unterhalten sind und unsere Mittel sind begrenzt. Es gibt viel zu tun, aber es ist nicht so viel Geld in der Rücklage, dass alles erledigt werden kann“, fügte die Pfarramtssekretärin hinzu.

Von Heinz Großnick

Mügeln 51.2364187 13.045206
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