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Oschatz Agrargut Malkwitz wünscht sich Entlastung für Betriebe
Region Oschatz Agrargut Malkwitz wünscht sich Entlastung für Betriebe
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06:00 11.08.2018
Marian Wendt im Gespräch mit Dirk und Jana Paulsen vom Agrargut Malkwitz sowie dem Wermsdorfer Bürgermeister Matthias Müller (v.l.). Quelle: Foto: Jana Brechlin
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Malkwitz

Die Trockenheit treibt die Bauern um, aber nicht nur: Welche Sorgen und Wünsche die Landwirte haben, darüber informierte sich der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt (CDU) als er gestern im Rahmen seiner Sommertour das Agrargut Malkwitz besuchte. „Ich möchte die aktuelle Situation erfragen und bin gekommen, um zuzuhören“, sagte er Dirk und Jana Paulsen. Das Ehepaar leitet den konventionell geführten Betrieb und den Biohof in Luppa. Wie überall hat auch hier die anhaltende Trockenheit Spuren hinterlassen. Beim Getreide liege der Ertrag rund 30 Prozent unter dem der Vorjahre, so Landwirt Dirk Paulsen. Das angebaute Gemüse werde zwar bewässert, „aber das ist trotzdem nicht mehr zu schaffen“, fügte er angesichts des ausbleibenden Regens hinzu.

Betrieb ist breit aufgestellt

Über Hilfen für Bauern sei man im Gespräch, wolle aber zunächst den Erntebericht abwarten, kündigte Wendt an. Zwar könnten ausbleibende Ernten im eigenen Land durch Importe ausgeglichen werden, aber dadurch würden an anderer Stelle neue Probleme geschaffen: „Wenn wir Weizen importieren, ziehen wir das Getreide vom Weltmarkt ab. Das fehlt dann zum Beispiel in Afrika und löst eine neue Fluchtbewegung aus“, gab Wendt zu bedenken.

Seit er Anfang der 1990er Jahre hier mit der Landwirtschaft begann, erlebe er bereits zum vierten Mal eine solche Trockenperiode. „Jedes Mal hieß es ’das ist ein Jahrhundertszenario’, und trotzdem hat es sich nach wenigen Jahren wiederholt. Dass eine Klimaveränderung stattfindet, darüber braucht man nicht mehr zu diskutieren“, meinte Dirk Paulsen. Als Betrieb versuche man sich breit aufzustellen, um nicht von einem Geschäftsfeld allein abhängig zu sein.

Positives Beispiel für Landwirtschaft

Wendt nannte das Unternehmen, das in Spitzenzeiten bis zu 80 Leute beschäftigt, einen Vorzeigebetrieb und ein positives Beispiel für gelungene Landwirtschaft. Diese seien verlässliche Partner und Arbeitgeber im ländlichen Raum, deren Anregungen seien ihm deshalb sehr wichtig.

Und davon hatten auch Paulsens einige. „Es wäre wirklich wichtig, die Betriebe zu entlasten“, sagte Jana Paulsen und sprach Bürokratie und eine Vielzahl von Kontrollen an, die jedes Mal gehörigen Aufwand verursachen. Außerdem, so ihr Wunsch, sollten junge Unternehmer gestärkt werden. „Ich kenne durchaus junge Kollegen, die sich für Landwirtschaft interessieren, aber das nötige Kapital nicht haben – hier wird Unterstützung gebraucht“, fügte sie hinzu. Viele Schwierigkeiten, denen seine Berufskollegen und er selbst ausgesetzt sind, seien lange bekannt, so Dirk Paulsen: „Aber es dauert einfach zu lange, bis Entlastung eintritt.“ Von der Politik wünschten sie sich mutige Entscheidungen, damit Veränderungen spürbar seien, so die Landwirte. „Deshalb suchen wir auch das Gespräch mit den Menschen im Landkreis. Demokratische Prozesse brauchen aber ihre Zeit“, so Marian Wendt.

Von Jana Brechlin

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