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Aktionsplan gegen Lärm zeigt für Oschatz kaum Wirkung

Gesundheit Aktionsplan gegen Lärm zeigt für Oschatz kaum Wirkung

Der 26. April ist der internationale „Tag gegen Lärm“. Auch Oschatz ist von der akustischen Verschmutzung betroffen. Ein Blick auf die Statistik zeigt: Rund 450 Einwohner leiden unter hoher Belastung durch den Lärm auf Straße und Schiene.

Wer als Fußgänger an einer Hauptverkehrsstraße unterwegs ist, möchte sich oftmals nur noch die Ohren zuhalten.

Quelle: dpa

Oschatz. Der 26. April steht im Zeichen der Ruhe: Am „Tag gegen Lärm“ soll die Aufmerksamkeit auf die Ursachen von Lärm und seine Wirkungen gelenkt werden. Das Ziel: Die Lebensqualität der Menschen nachhaltig zu verbessern. Vor allem in Ballungsgebieten hat die akustische Belastung in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen.

In Oschatz war das Thema zuletzt vor einem Jahr aktuell. Damals stellte das Dresdener Architekturbüro Spiekermann seinen Lärmaktionsplan für die Döllnitzstadt vor. Das Ergebnis: Es bestehen erhöhte Straßenlärmbelastungen entlang der B 6 im kompletten Innenstadtbereich – also in den Abschnitten Leipziger Straße, Promenade, Brückenstraße und Dresdener Straße – sowie in Lonnewitz. Auch der Zugverkehr entlang der Strecke Dresden-Leipzig erzeugt Lärm, der noch in 700 Metern Entfernung zur Schiene für mittlere Belastungen (55 bis 65 Dezibel) der Anwohner sorgt. In der Nähe der Bahnstrecke sind davon knapp 1100 Oschatzer betroffen, rund 730 sind der selben Belastung durch den Straßenlärm von der B 6 ausgesetzt.

Die Grenze zur Gesundheitsrelevanz ist laut Verkehrslärmschutzverordnung ab einem täglichen Durchschnittswert von 65 Dezibel überschritten. An der B 6 sind etwa 300 Oschatzer solchen Pegeln ausgesetzt, in Umfeld der Schiene sind es rund 140 Personen.

„Eine dauerhafte Belastung in diesem Maße sorgt für Stress und erhöht das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, insbesondere Bluthochdruck“, informiert Peter Gamer, Referatsleiter im Landesamt für Umwelt. Lärmschutzfenster stellten zwar ein effektives Mittel zur Schallreduktion dar, müssten in vielen Fällen aber aus eigener Tasche bezahlt werden.

Grundlage für den Lärmaktionsplan ist eine Lärmkartierung, die alle fünf Jahre vom zuständigen Landesamt erstellt wird. Damit wollen Bund, Länder und Kommunen eine Richtlinie der Europäischen Union umsetzen. Die letzte Lärmkartierung stammt aus dem Jahr 2012, die neueste soll Ende Juni 2017 vorgestellt werden. Der im vergangenen Jahr von Spiekermann vorgelegte Lärmaktionsplan beinhaltet auch einen Maßnahmenkatalog zur Lärmminderung, der unter anderem eine Optimierung der Ampelschaltungen entlang der B 6, regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, die Förderung von ÖPNV, Fußgänger- und Radverkehr sowie die Errichtung von Lärmschutzwänden umfasst. Der Lärmaktionsplan wurde 2016 durch den Stadtrat bestätigt, der Maßnahmenkatalog dient seitdem als Handlungsgrundlage für die Stadt und den Baulastträger der B 6, so Bauamtsleiter Michael Voigt. Für die Betroffenen heißt das Motto dennoch weiterhin: Ohren zu und durch. Denn passiert ist bisher fast nichts.

Der „Tag gegen Lärm“ geht auf den „International Noise Awareness day“ zurück, der 1996 vom New Yorker Center of Hearing and Communication ins Leben gerufen wurde. In Deutschland jährt sich der Aktionstag am Mittwoch zum 20. Mal, das Sächsische Umweltamt richtet am Donnerstag zwischen 14 und 18 Uhr ein Bürgertelefon ein. Unter der Nummer 0351 2612 5252 beraten Experten zum Thema Lärm.

Von Christian Neffe

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