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Oschatz Aktionstag Demokratie für Wermsdorfer Schüler
Region Oschatz Aktionstag Demokratie für Wermsdorfer Schüler
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06:00 06.11.2018
Beim Aktionstag verfolgten die Wermsdorfer Oberschüler gestern ein Improvisationstheater, bevor sie in Diskussionsrunden für ihre Überzeugungen stritten. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Wermsdorf

Schwere Kost am Montagmorgen. Könnte man jedenfalls vermuten, wenn man hört, dass um 8 Uhr ein Projekttag zum Thema Demokratie beginnt. Noch nicht alle Jugendlichen aus den 9. und 10. Klassen der Wermsdorfer Oberschule hatten da bereits das Wochenende abgehakt. Dass die Schüler dann trotzdem ganz schnell munter wurden, lag an den Darstellerinnen des Knalltheaters Leipzig, die witzig und temporeich improvisierten und so die Schüler unterhielten und als Stichwortgeber zum Mitmachen motivieren konnten.

Landkreis fördert Projekte

Zuvor hatte die Jugendreferentin des Landkreises Uta Przikopp in Vertretung für Sozialdezernentin Heike Schmidt die Jugendlichen begrüßt. Seit 2015 sei die Behörde Projektträger in Partnerschaft mit dem Netzwerk für Demokratie und fördere Projekte im ganzen Landkreis. Für den Aktionstag „Demokratie in die Schule“ hatten sich insgesamt vier Schulen in Nordsachsen angemeldet.

„Bei unseren Zehnklässlern passt das Thema inhaltlich gerade ganz gut zum Schulstoff, und auch für die 9. Klassen ist es wichtig, demokratische Prozesse zu verstehen und die Möglichkeit zu haben, über Werte und Teilhabe diskutieren zu können“, begründete Kerstin Krause, Leiterin der Wermsdorfer Oberschule, die Teilnahme am Projekt.

Kurzweiliger Auftakt

Das Knalltheater sorgte zunächst für einen kurzweiligen Auftakt. So wurden Abstimmungen in Schule, Kinderzimmer oder Küche nachgestellt und dabei gezeigt, dass ständige Diskussionen zwar wunderbar demokratisch, aber auch zeitraubend oder nervig sein können. Für den inhaltlichen Part des weiteren Tages waren anschließend Vertreter des Netzwerkes für demokratische Kultur aus Wurzen verantwortlich. Ihr Ziel: Die Schüler zur Diskussion ermuntern und dabei auch offen zu sein für andere Standpunkte. Deshalb mussten im Vorfeld Gesprächsregeln geklärt werden: Dazu gehörten einfache Grundsätze wie einander ausreden lassen oder Beschimpfungen zu vermeiden, die zwar selbstverständlich sein sollten, oft aber vernachlässigt werden – und das nicht unbedingt allein auf Schulhöfen, sondern vor allem auch im politischen Tagesgeschäft.

Heiße Eisen in der Diskussion

Bevor die Neun- und Zehnklässler in kleinen Gruppen in die Diskussion einsteigen konnten, wurden Themen gesetzt. Die Vorschläge dazu kamen von den Jugendlichen selbst, die Debatten wurden von Moderatoren des Projektes geleitet. Ideen, worüber man sprechen und im Zweifelsfall auch streiten konnte, hatten die Schüler reichlich: Die Bandbreite der Themen reichte dabei von dem Wunsch nach weniger Schule und mehr Freizeit bis hin zu der Forderung nach Gleichberechtigung oder Akzeptanz für verschiedene Religionen. Auch heiße Eisen wurden nicht ausgespart, so sollte es unter anderem um bessere Bezahlung in Pflegeberufen, den Kampf gegen Rassismus oder die Flüchtlingskrise gehen.

„Ich wünsche mir sehr, dass ihr die Gelegenheit nutzt, euch einzubringen“, hatte Jugendreferentin Uta Przikopp die Teilnehmer zuvor ermuntert. „Sagt, was gut ist oder was ihr verändern wollt und äußert, was euch bedrückt“, wandte sie sich an die Schüler. Die ließen sich nicht lange bitten und reichten – ganz munter jetzt – ihre Themenvorschläge ein.

Von Jana Brechlin

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