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Oschatz Albertturm auf Collm wegen Sanierung gesperrt
Region Oschatz Albertturm auf Collm wegen Sanierung gesperrt
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00:16 16.05.2017
Der Albertturm auf dem Collm bleibt bis zum Jahresende Baustelle. In einem zweiten Abschnitt wird jetzt der Treppenaufgang saniert. Quelle: Fotos: Jana Brechlin
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Collm

Die am höchsten gelegene Baustelle der Region ist wieder in Betrieb: Die Sanierungsarbeiten am Albertturm auf dem Collm – dessen Höhe mal mit 312, 314 oder gar 316 Meter angegeben wird – gehen weiter. Nachdem 2014 bereits die Aussichtsplattform des 18 Meter hohen Turmes erneuert wurde, ist jetzt der Treppenaufgang an der Reihe. Die alten Betonstufen bröckeln und im Putz der Brüstung klaffen Risse.

Mike Kolbe, Leiter des Wermsdorfer Bauhofes, begleitet die Sanierung und zeigt auf die Lücken in der Außenhaut. „Vor der Wende kam hier überall Spritzbeton drauf. Das war zwar gut gemeint, aber das Ziegelwerk darunter arbeitet weiter, es entstehen Risse, durch Wind und Wetter spült es den Mörtel aus und schließlich fangen die Steine an, zu bröckeln“, beschreibt er. „Teilweise ist nur noch Steinmehl da“, bestätigt André Fleischer vom Büro für Bauplanung Oschatz, das die Projektierung leitet.

„Irgendwann hätte der Turm aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen“, so der Planer. Das wolle man vermeiden. Eine gemauerte Ziegelbrüstung wird es aus dem Grund nicht mehr geben. „Das würde sonst zu den gleichen Problemen führen“, so Planer André Fleischer. Stattdessen wird der 1854 erbaute Albertturm eine Betontreppe erhalten, die abschnittsweise vor Ort gegossen wird. Dazu kommt eine Brüstung aus Stahlbeton. Das habe die Variantenuntersuchung mit dem Amt für Denkmalschutz ergeben. Der sanierte Treppenaufgang soll so gestaltet werden, dass er zur äußeren Hülle des Turmes passt. „Die Stufen werden zum Beispiel wieder eine angeraute Oberfläche bekommen“, so Fleischer. Wie genau das aussehen soll, wird im Detail aber erst noch entschieden, und zwar vor Ort. „Wir bauen zunächst ein paar Stufen mit Geländer als Muster, und wenn das von allen Beteiligten abgenommen wird, geht es mit der restlichen Treppe weiter“, beschreibt Thomas Voigtländer vom gleichnamigen Oschatzer Baubetrieb das Prozedere. Das Unternehmen, dass bereits die Turmkrone saniert hat, bekam jetzt den Zuschlag über 216 000 Euro für die Erneuerung der Treppe.

Für Bau und Projektierung sind in diesem Bauabschnitt insgesamt rund 300 000 Euro vorgesehen. Unterstützung dafür bekommt die Gemeinde Wermsdorf von Bund und Land: 100 000 Euro kommen vom Bundesamt für Kultur und Medien, 140 000 Euro vom Freistaat. Die restlichen Eigenmittel werden aus Spenden des Collmer Heimatvereins finanziert. „Das ist eine großartige Unterstützung. Wir stehen zu unseren Denkmalen und wollen diese erhalten“, sagte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU).

Deshalb gebe es bereits Gedankenspiele zu einer späteren Nutzung. „Wenn es uns gelingt, auch die Innenräume zu sanieren, könnte ich mir vorstellen, dass unser Standesamt einmal sogar Trauungen auf dem Collm anbieten kann“, blickte er voraus. Immerhin würden viele Paare extra zum Heiraten nach Wermsdorf kommen und anschließend auch in der Gemeinde feiern. So waren von 45 Paaren, die 2014 in Wermsdorf getraut wurden, 26 Verliebte von auswärts. 2015 gab es 42 Hochzeiten mit 25 Paaren von außerhalb und voriges Jahr 45 Hochzeiten mit 24 Gast-Paaren. „Die Leute lieben besondere Orte zum Heiraten und lassen sich auch auf Leuchttürmen trauen. Ein Hochzeitszimmer im Albertturm wäre ein Alleinstellungsmerkmal für die ganze Region“, schätzt der Bürgermeister.

Von Jana Brechlin

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