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Oschatz Algen reduzieren Fischernte im Wermsdorfer Horstsee
Region Oschatz Algen reduzieren Fischernte im Wermsdorfer Horstsee
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17:05 26.10.2016
Fischzüge mit Live-Kommentar stehen bei den Besuchern des Wermsdorfer Horstseefischens hoch im Kurs. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Wermsdorf

Das Horstseefischen 2016 ist Geschichte, für die Fischer geht die Arbeit aber weiter. Der Herbst ist Abfischzeit, auch bei den Teichwirtschaften Wermsdorf-Torgau. Mit der Resonanz zum Volksfest in Wermsdorf ist Firmenchef Georg Stähler zufrieden – auch wenn er den Besuchern gerne mehr Fisch geboten hätte. Vor allem am Sonntagmittag seien wegen des milden Wetters noch einmal viele Besucher an den Horstsee gekommen, so Stähler. Allerdings war der Teich da bereits leer gefischt und das beliebte Spektakel des Schaufischens musste ausfallen. „Das war wirklich ärgerlich und sollte uns nächstes Jahr nicht wieder passieren“, sagte er.

Aber der Einfluss der Fischer ist hier begrenzt, räumte er ein. 15 Tonnen Fisch wurden in diesem Jahr aus dem Horstsee geholt, nur rund die Hälfte des erwarteten Ertrags. „Ab Ende August hatten wir eine enorme Algenplage, die für erhebliche Verluste gesorgt hat“, erklärte Georg Stähler. Das betreffe vor allem dem Horstsee, sei in etwas kleinerer Form aber auch im Häuschenteich aufgetreten. „Die anderen Flächen sind davon zum Glück nicht berührt. Nicht einmal der Döllnitzsee, der sonst anfällig für Algen ist“, hat er beobachtet. Um Ähnliches in Zukunft zu verhindern, denke man über die Zugabe von Kalk, nach. Sonst habe man kaum Möglichkeiten, einzugreifen. „Wir sind stark vom Wetter abhängig.“ So habe sich die Abfischsaison durch den warmen September bereits nach hinten verschoben, denn erst wenn es kälter wird, kommt der Appetit auf Fisch wie Karpfen, der im Horstsee 80 Prozent ausmacht.

Zum großen Abfischen stand der Saisonartikel deutlich im Mittelpunkt. „Der Bedarf an Karpfen ist gestiegen, im Gegenzug hat die Nachfrage nach Forelle etwas nachgelassen“, so Georg Stähler. Dabei seien es längst nicht nur ältere Besucher, die beim Horstseefischen Karpfen mit nach Hause nehmen wollten. „Vermutlich tragen die Bemühungen, den Karpfen als ökologisches und regionales Produkt zu bewerben, Früchte“, schätzt der Teichwirtshafter ein. Grundsätzlich sei das Interesse an der Arbeit der Fischer und ihrer Produkte groß, das habe der Andrang bei den kommentierten Fischzügen gezeigt. „Ich war richtig gerührt, wie aufmerksam die Gäste die Ausführungen verfolgt haben. Es war still wie in der Schule“, beschreibt er, „nächstes Jahr soll die Beschallung ausgeweitet werden, damit wir mit den Informationen noch mehr Menschen erreichen.“

2017 soll das Fischerfest voraussichtlich am 3. Oktoberwochenende, dem letzten in den Ferien, stattfinden. Auf jeden Fall sind dann neben den Wermsdorfer Fischern wieder zahlreiche Helfer im Einsatz. „Es gibt sehr viele Menschen, die dafür sorgen, dass es ein gelungenes Fest ist. Ihnen allen gilt mein Dank“, unterstreicht Stähler. Zwischen 40 000 und 50 000 Besucher waren dieses Mal in Wermsdorf dabei. Gerade mittags hätten sich Schlangen an den Ständen gebildet, doch alle konnten bedient werden. Dem Horstseefischen sei auch die neue Fahrbahn auf dem Damm zugute gekommen. „Die Straße ist breiter und bietet mehr Gehfläche, es ist alles nicht so gedrängt.“

Zur Kritik, dass auf der Händlermeile längst nicht nur regionale oder handwerkliche Produkte zu finden waren, entgegnete Georg Stähler, dass es sehr wohl einheimische Anbieter beim Abfischen gebe. „Firmen wie die Fleischerei Neumeister, der Bäcker Wentzlaff oder Sachsenobst sind seit Jahren dabei und konnten damit Bekanntheit und Umsatz steigern“, sagte er und fügte hinzu: „Natürlich gibt es auch eine Reihe anderer Stände. Um die Aufwendungen für die mehrtägige Straßensperrung zu decken, brauchen wir eine bestimmte Anzahl von Händlern.“ Neue Interessenten aus der Region seien aber jederzeit willkommen, sich für das Horstseefischen zu bewerben.

Abfischbegeisterte können dieses Wochenende die Schadebachteiche zwischen Lindenhayn und Wellaune ansteuern. Die Teichwirtschaft fischt später noch den Großen Teich in Torgau ab.

Von Jana Brechlin

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