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Oschatz Alpakas im Zug, Schnee im Gebirge und volle Schiffe auf dem Kriebsteinsee
Region Oschatz Alpakas im Zug, Schnee im Gebirge und volle Schiffe auf dem Kriebsteinsee
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21:43 06.04.2015

Der Holzhauer Liftbetreiber Alexander Richter hatte Ende Februar nicht übertrieben, als er für die spät begonnen Saison prophezeite: "Das geht jetzt bis Ostern." Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee fielen seit Gründonnerstag im Erzgebirgsdorf, so dass Alpinskifahrer statt eines Osterspazierganges geschwungene Talabfahrten wagen konnten. Gestern war die frische weiße Pracht allerdings immer weniger geworden. In höheren Lagen des Erzgebirges, zum Beispiel am 1249 Meter hohen Klinovec (Keilberg), liegt immer noch Schnee und die Betreiber des Skigebietes waren genauso wie die Oberwiesenthaler über Ostern nochmal ins Snow-Business eingestiegen, hatten die Pistenbullies über die Abfahrten geschickt und die Seilbahnen in Betrieb genommen.

Wer in Kriebstein Station machte, fühlte sich an die weiteren Zeilen aus Goethes Osterspaziergangs erinnert. "Von dorther sendet er, fliehend nur, ohnmächtige Schauer körnigen Eises. Na gut, es waren eher weiche Schneeflocken, die hier in Schauern niedergingen, zwischen denen sich die Sonne zeigte. Und Pannen beleuchtete. "Pünktlich zum Saisonstart ging das Motorschiff Hainichen kaputt. Der Motor sprang nicht an. Über Ostern findet man auch keinen Mechaniker", sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes Talsperre Kriebstein. Einen Abbruch tat der Ausfall der Schifffahrt über die Osterfeiertage aber nicht. Der Zweckverband setzte stattdessen Fährschiffe ein. "Wir mussten keinen am Pier stehen lassen", sagt Thomas Caro. Er ist mit dem Saisonstart trotz des durchwachsenen Wetters zufrieden. "Zur Eröffnung kamen 200 Leute und unsere Schiffe waren immer ordentlich mit Fahrgästen besetzt, einige Rundfahrten komplett ausgebucht."

Die Saison am Kriebsteinsee startete am Karfreitag mit der traditionellen Osteraktion des Mittelsächsischen Kultursommers. Mit (passend zum Wetter) Frau Holle (Regina Herberger) und Märchenkönig Norbert Hein sowie Miskus-Vereinschef Heribert Coesfeld, der ebenfalls einen König spielte und damit für Überraschung sorgte. Auch rund um die Talsperre war am Osterwochenende viel los, etliche Burgbesucher schnauften den steilen Berg hinauf. Im Kletterwald am Kriebsteinsee herrschte ebenfalls Trubel. Den nächsten Trubel gibt es einem Monat: "Weil Ostern dieses Jahr so früh war, veranstalten wir unser Frühlingsfest vom 1. bis zum 3. Mai", sagt Thomas Caro. Auf der kleinen Bühne werden die "Waldheimer Musikanten" spielen, es gibt Leckereien wie Räucherfisch und Spezialitäten vom Holzkohlegrill. Zwischen 10 und 18 Uhr wird am ersten Maiwochenende an der Talsperre Betrieb sein. "Ich höre von allen Seiten, dass unser Konzept vom letzten Jahr gut angekommen ist", sagt Thomas Caro. Sanfter Tourismus im Landschaftsschutzgebiet und die Schifffahrt als Kerngeschäft - darauf setzt der Zweckverband unter Thomas Caro. Familienfreundlich soll es sein, "den Großeltern mit den Enkeln ein Ausflugsziel bieten", so Thomas Caro. Oder um zu Goethes Osterspaziergang zurückzukehren: "Zufrieden jauchzet Groß und Klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein."

In Thalheim bei Oschatz galt eher: "Hier bin ich Tier, hier muss ich sein." Denn traditionell hatten Döllnitzbahn und Förderverein Wilder Robert zur Alpaka-Ausfahrt geladen. So kutschierte die Schmalspurbahn diese niedlichen Neuweltkamele nach Mügeln, wo schon die Kinder warteten, um die Tiere zu streicheln. Alpakas stammen aus den südamerikanischen Anden, daher die Bezeichnung "Neuweltkamel".

Dirk Wurzel

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