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Alte Betrugsmasche neu gestrickt: Oschatzer erhalten dubiose Post

Alte Betrugsmasche neu gestrickt: Oschatzer erhalten dubiose Post

Betrüger greifen wieder einmal tief in die Trickkiste. Sie sind sich offensichtlich sicher, dass auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer Leute auf sie hereinfallen.

Diesmal wirbt der "Prämien-Service" aus Maarssen (Niederlande) mit einem verlockenden Angebot: "Wir haben einen Scheck in Höhe von 25 000 Euro oder einen anderen Gegenstand in einem Paket, den Sie nun anfordern können. Dieser Gegenstand wurde Ihnen am 5/8/2015 zugewiesen und wir möchten ihn Ihnen gerne so schnell wie möglich übersenden. Es ist unser Wunsch, dass Sie Ihr Paket annehmen - wenn Sie das nicht tun, könnten Sie 25 000 Euro verlieren."

 

Außer den 25 000 Euro in bar könnte sich auch ein Sony High Definition Fernseher darin befinden, 10 000 Euro in bar, ein 1-karätiger Saphir-Anhänger, ein DVD-Camcorder oder 250 Euro in bar.

 

Um das vermeintliche Paket zu bekommen, sollen die angeschriebenen Bürger das "umseitige Anforderungsformular" ausgefüllt und zusammen mit 19,95 Euro Bearbeitungsgebühren bar oder per Scheck an den Veranstalter senden. Unterschrieben ist das Anschreiben unleserlich von einem angeblichen Versandleiter. Es gibt keine Telefon- oder Faxnummer, kein Internetadresse, keine E-Mail-Adresse, sondern nur eine "PO Box" in dem niederländischen Ort Maarssen. In der Schwarzen Liste der Verbraucherzentrale aus dem Jahr 2009, die im Internet zu finden ist, kommt Maarssen 2007 schon einmal vor, und zwar auch nur mit einer Postadresse.

 

Wie sollte ein Verbraucher jetzt reagieren, wenn er eine solche Mitteilung erhält? Um solche Schreiben einschätzen zu können, reicht schon ein gesunder Menschenverstand. Warum sollten Menschen teure Geschenke bekommen, für die sie nur die Bearbeitungsgebühren zahlen sollen? Heutzutage hat niemand etwas zu verschenken, aber zu gewinnen wie diese Firma.

 

Andreas Bortfeld von der Verbraucherzentrale Torgau sagte gegenüber der OAZ, dass Briefe wie diese genau gelesen und geprüft werden sollten. "Kennen Sie den Absender? Haben Sie überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen", fragte er. All diese Fragen sind zunächst zu beantworten. Allgemeine Indizien für unseriöse Schreiben seien Anonymität des Absenders, Rechtschreibung und Grammatik, die Kontaktadresse im Ausland, Geldzahlung trotz Gewinn und dies über anonymen Weg - nur einige Beispiele für solche Fälle. "Im Ergebnis bedeutet dies meist, dass es sich um einen Trick handelt, um Geld abzuzocken. Der Brief gehört einfach in den Aktenvernichter", so der Experte.

 

Woran sollte ein Verbraucher immer denken? "Niemals der Hoffnung nach einem Gewinn nachgeben. Auch bei seriösen Gewinnspielen bezahle ich die Teilnahme zumindest mit meinen Daten", erinnert Bortfeld.

 

Auch das Risiko von nur 19,95 Euro sei die Sache nicht Wert, denn darauf hofft der Absender. Meist würden solche Briefe tausendfach verschickt. "Werden beispielsweise 100 000 Adressaten angeschrieben und 1000 Zahlen das Geld, hat der Absender 20 000 Euro abgezockt."

Gabi Liebegall

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