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Alte Schmalspurbahnstrecke Nebitzschen-Kemmlitz geht wieder in Betrieb

Bauwirtschaft Alte Schmalspurbahnstrecke Nebitzschen-Kemmlitz geht wieder in Betrieb

Die ehemalige Schmalspurbahnstrecke Nebitzschen-Kemmlitz soll ab 10. Juni wieder in Betrieb gehen. Der Abschnitt ist 2006 vom Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden und konnte seitdem nicht mehr genutzt werden. Die Sparkassenstiftung stellte dem Unternehmen jetzt 10 000 Euro für die Instandsetzung zur Verfügung.

Zwischen Nebitzschen und Kemmlitz tauschten die Mitarbeiter der Firma Janke bereits die alten hölzernen Bahnschwellen gegen Betonschwellen aus.

Quelle: Axel Kaminski

Mügeln. Die Döllnitzbahn will die stillgelegte Strecke zwischen Nebitzschen und Kemmlitz noch in diesem Jahr wieder in Betrieb nehmen. Die ist beim Hochwasser im Jahr 2006 so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass seitdem kein Zug mehr auf dem Abschnitt rollt. Möglich wird die notwendige Instandsetzung auch durch eine großzügige Spende der Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz. Von dort erhielt das Unternehmen jetzt eine Förderung von 10 000 Euro. „Insgesamt stellt die Stiftung dem Förderverein zwischen 2015 und 2017 50 000 Euro für die Verwirklichung dieses Projektes zur Verfügung“, informiert die Sparkassenstiftung in einer Mitteilung.

Darüber ist Lutz Haschke, Eisenbahnbetriebsleiter der Schmalspurbahn, heilfroh. Das Geld reicht nach seinen Angaben natürlich nicht, um das Projekt vollständig zu realisieren. „Wir bauen derzeit sogar ziemlich heftig und setzen etwa 25 000 Euro Eigenmittel als Verein ein. Die Inbetriebnahme ist am 10. Juni geplant.“ Die Beendigung sämtlicher Arbeiten werde allerdings erst am 30. Oktober abgeschlossen sein. Zudem krempeln die Vereinsfreunde selbst die Ärmel hoch und leisten beim Ausbau der Strecke einen erheblichen Eigenanteil. „Natürlich kann mit 75 000 Euro nicht alles fix und fertig sein. In Kemmlitz wird zum Beispiel der Bahnübergang über Eigenleistungen instand gesetzt“, kündigt Haschke an. Die Gesamtkosten schätzt er auf mindestens 150 000 Euro. „Es ist ein Streckenabschnitt der stark verkommen ist. Auf einem Abschnitt wiederum halten sich die Schäden in Grenzen.“

Wieder in Betrieb genommen werden sollen knapp drei Kilometer Strecke, allerdings nur bis Kemmlitz. Bis zum Endbahnhof des Mügelner Ortsteiles können die Gleise allerdings noch nicht in Betrieb genommen werden. „Den Bahnhof erreichen wir aus technischen Gründen noch nicht. Da befindet sich noch eine Brücke und Gleisanlagen, die instand gesetzt werden müssen. Es wird einen zweiten Bauabschnitt geben müssen“, klärt Haschke auf. Er gehe aber davon aus, dass das in den nächsten Jahren parallel zu den anderen Aufgaben der Strukturverbesserung zu realisieren sei.

Das Jahr 2017 stehe zudem im Zeichen weiterer Bauvorhaben der Döllnitzbahn. Haschke zählt dazu auf: „Im Streckenabschnitt Richtung Oschatz wird in Mügeln direkt vor dem Bahnhof eine Brücke über den Schrebitzbach erneuert. Zwischen den Bahnhöfen Thalheim und Naundorf wird ein Durchlauf in der Feldlage erneuert, der dafür sorgt, dass das Wasser, wenn es stark regnet, von den Feldern abfließt und bei uns durchfließen kann. Der Durchlass ist mittlerweile 130 Jahre alt und muss deshalb mal erneuert werden.“ Weiterhin sei vorgesehen, Gleisbauarbeiten von Thalheim in Richtung Altoschatz mit Erneuerung von Schwellen in Angriff zu nehmen. Der Eisenbahnbetriebsleiter geht davon aus, in diesem Jahr mit dem Ausbau bis kurz vor Altoschatz zu kommen.

Derzeit sei eine Diesellok zur Aufarbeitung, die bis zum Sommer wieder einsatzbereit sein soll. Bis zum 10. Juni werde zudem ein offener Personenwagen fertiggestellt, der nur noch als Fragment vorhanden war. „Der Wagen wird zu 90 Prozent neu aufgebaut“, kündigt Haschke an.

Heinz Großnick

Von Heinz Großnick

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Mügeln
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