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Oschatz Ehemaliges Oschatzer Gefängnis wird Wohnhaus
Region Oschatz Ehemaliges Oschatzer Gefängnis wird Wohnhaus
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00:39 28.04.2018
Die Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln baut das alte Gefängnis um. Im künftigen Büro von Sven Petzold gibt es noch viel Arbeit. Quelle: Axel Kaminski
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Oschatz

Die Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln baut derzeit die ehemalige Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Brüderstraße um. Dort werden sieben altersgerechte Wohnungen entstehen. Außerdem verlegt die Genossenschaft ihre Büros aus der Straße der Einheit hierher und vermietet diese zwei Zwei-Raum-Wohnung wieder. „Dafür haben wir bereits Interessenten, die uns gelegentlich fragen, wann wir endlich umziehen“, berichtet Sven Petzold, Vorstand der Genossenschaft.

Kein Zeitdruck beim Umbau

Bis zu diesen Umzug werden sich alle Beteiligten noch etwas gedulden müssen. „Beim Umbau in der Brüderstraße stehen wir nicht unter Zeitdruck“, betont der Vorstand. Es gebe da auch keinen finanziellen Druck. „Wir bauen das Haus aus Eigenmitteln um, benötigen keine Finanzierung und haben deshalb keinen Termin im Nacken, an dem die ersten Mieteinnahmen fließen müssen“, erläutert Sven Petzold.

Hausbock und Denkmalschutz verlängern Aufgabenliste

Die Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln hat das Gebäude nach Petzolds Angaben bereits Ende 2015 erworben. Eins sei so nicht geplant gewesen: Vom 1857 als Gefängnis errichteten Haus würden nicht viel mehr als die Außenmauern stehen bleiben. Das liege einerseits am Denkmalschutz und andererseits am Hausbock. Letzterer habe viele Balken befallen, die nun ausgetauscht werden müssen. Über den Winter sei das Gebäude entkernt worden, seit Mitte April laufe das Baugeschehen auf Hochtouren.

Neue Fenster für alte Ansicht

Der Denkmalschutz verlange vom Bauherrn neue Fenster, mit denen der alten Ansicht des Hauses Rechnung getragen werde. „Gefordert sind zweiflüglige Holzfenster mit Oberlicht. Man kann sich das ungefähr so vorstellen wie beim Amtsgericht nebenan“, erläutert Sven Petzold. Einschränkungen macht der Denkmalschutz auch hinsichtlich des Aufzuges und der Balkone. Sie dürfen die Ansicht zur Brüderstraße hin nicht beeinträchtigen.

Große Wohnungen mit Balkon und Singlewohnungen

Der Aufzug wird auf der Hofseite des Hauses entstehen. Über ihn sind je drei Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss sowie eine im Dachgeschoss zu erreichen. „Uns stehen im Haus knapp 600 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. In den beiden Obergeschossen würden je zwei Zwei-Raum-Wohnungen mit etwa 65 und eine Singlewohnung mit 35 Quadratmetern entstehen. Die größeren Wohnungen würden rund 15 Quadratmeter große Balkone erhalten, die kleineren haben dafür den Blick in Richtung St. Aegidien. Außerdem werde eine Wohnung im Dachgeschoss geschaffen.

Im Erdgeschoss werde die Wohnungsgenossenschaft einziehen. Die Büros von Sven Petzold und seinen drei Mitarbeiterinnen rücken damit in eine zentralere Lage, dürften also für viele Mieter leichter erreichbar sein und würden dann keinen gefragten Wohnraum mehr blockieren.

Neuer Wohnraum schon jetzt nachgefragt

Schon jetzt gibt es eine ganze Reihe von Interessenten für das Wohnen im alten Gefängnis. „Uns liegt eine Liste mit rund 15 Bewerbern vor“, sagt Sven Petzold. Etwa die Hälfte davon seien Genossenschaftsmitglieder, die man vorrangig berücksichtigen werde. Genossenschafter hin oder her – der Einzug der Mieter werde aber erst 2019 erfolgen können.

Von Axel Kaminski

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