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Amtsdeutsch in Oschatz: Von Knotenpunkten und Scheibentauchkörpern

Achtung, Satire! Amtsdeutsch in Oschatz: Von Knotenpunkten und Scheibentauchkörpern

Behördenpost ist umfangreich – und das doch meist nur deshalb, weil Ämter für vernünftige verständliche Begriffe unvernünftige unverständliche Alternativen finden, die ganze Zeilen füllen. Bürokratendeutsch nervt. Dabei ist es doch so einfach, sich klar auszudrücken. Hier ein paar Alternativen und gute Beispiele.

In Amtsstuben stapelt sich Papier in Aktenordnern – nicht selten deshalb, weil Behörden mehr Worte machen, als es bräuchte.

Quelle: picture alliance / ZB

Oschatz.

Wenn der Oschatzer Hauptausschuss über Radwege debattiert, ist auf dem Papier von „Radverkehrsanlagen“ statt Radwegen die Rede. Manche dieser Anlagen führen an „Knotenpunkten“ vorbei oder überqueren sie. Was sind bitte Knotenpunkte? Wer sich nicht mit Straßenbau beschäftigt, würde von Kreuzungen sprechen. Da gibt es weder Knoten noch Punkte. Dem Laien mangelt es an Kreativität. Im Amtsstubensessel lässt sich prima um die Ecke denken, ungefähr so: „Wenn zwei Autos mitten auf einer Kreuzung an einem bestimmten Punkt aufeinanderprallen und sich ineinander verknoten, dann ist das doch ein Knotenpunkt...“

Neben Anlagen, auf denen Räder verkehren, gibt es solche, die Wärme erzeugen. Das genau zu benennen ist lobenswert, führt aber dazu, dass mehr Papier beschrieben wird als nötig. Statt „Wärmeerzeugungsanlage“ könnte da „Heizung“ stehen – und jeder weiß Bescheid. Die Eigenart der deutschen Sprache, Hauptwörter aneinander zu reihen, führt zu unterschiedlichen Ergebnissen. So regelt die Bürokratie das anteilige Entrichten von Beiträgen für den Ausbau einer Straße in einer „Straßenausbaubeitragssatzung“ für die Anwohner. Das immer auszuschreiben, nervt. Wie wäre es mit einer knackigen Abkürzung, etwa „Strabs“?

Simpel sind die Bandwurmwörter des Abwasserverbandes. Bei „Untere Döllnitz“ heißen Behälter, in denen Schlamm gestapelt wird, „Schlammstapelbehälter“ und scheibenförmige Körper, die ins Wasser tauchen, „Scheibentauchkörper“. Das verstehen sogar die Kindergartenkinder, die das Klärwerk besuchen.

Von Christian Kunze

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Oschatz
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