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"An uns liegt es nicht"

"An uns liegt es nicht"

Nach den Ausstellungsbesuchern haben jetzt Spediteure und Helfer Einzug ins Schloss Hubertusburg gehalten. In Wermsdorf wird die Sonderschau abgebaut.

Wermsdorf.

Unterdessen bleibt die Diskussion um eine künftige Nutzung der Räume lebendig. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) würden gerne eine weitere Ausstellung an dieser Stelle einrichten. Außerdem gibt es Ideen, hier eine dauerhafte Skulpturensammlung zu zeigen oder den Bund als Unterstützer für ein Forstmuseum zu gewinnen.

 

Von Jana Brechlin

 

"An uns liegt es nicht", versicherte Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes, gegenüber dieser Zeitung. Die SKD seien bereit und in der Lage, eine weitere Ausstellung für Wermsdorf zu konzipieren. Dafür spreche neben dem Schloss auch die Resonanz: "Rund 86 000 Besucher sind ein traumhaftes Ergebnis, das manche größeren Städte in Sachsen mit ihren Museen das ganze Jahr über nicht erreichen", so Syndram. Vermutlich brauche eine künftige museale Nutzung aber noch "etwas Überzeugungsarbeit", schätzte er ein.

 

Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) ist das bewusst. "Wir hatten in den vergangenen Monaten das halbe Dresdner Kabinett hier zu Besuch und alle waren angetan", sagte er, "Lippenbekenntnisse allein reichen aber nicht, jetzt müssen auch Taten folgen." Müller honorierte die Sanierungs- und Bauleistung der Niederlassung II in Leipzig des Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB). "Dort wird Schloss Hubertusburg geschätzt und erhalten, während die Niederlassung I das Gebäude einfach als Leerstandsimmobilie bezeichnet und Vertreter von dort nie da sind, wenn hier Leben in der Anlage ist."

 

Für das Leben hätten vor allem auch die Mitarbeiter in der Ausstellung - Aufsicht- und Kassenpersonal sowie Kunstvermittler - gesorgt, betonte Kuratorin Dr. Claudia Brink ("wir schließen die Tür in Wermsdorf nicht zu, sondern lehnen sie nur an"). Es seien zahllose Zuschriften bei der SKD eingegangen, in denen Besucher besonders die Arbeit der Gästeführer gelobt hätten, sagte sie. "Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren begeistert von der Ausstellung", freute sich Landtagsmitglied und Staatsminister Frank Kupfer (CDU) aus Oschatz. Mit dem Erfolg der Schau sei bewiesen, dass Wermsdorf Besucher anziehe. Grundsätzlich bekenne sich der Freistaat zum Schloss Hubertusburg. "Das zeigen schließlich die Millionenbeträge, die bisher in die Sanierung geflossen sind", so Kupfer. Für eine langfristige Nutzung gebe es verschiedene Überlegungen in der Staatsregierung, entschieden sei allerdings noch nichts. So war bereits eine Skulpturensammlung für Wermsdorf im Gespräch. "Ich könnte mir aber auch vorstellen, eine ähnliche Schau wie die Sonderausstellung im Schloss zu wiederholen", so der Politiker. Kupfer versicherte, der Freistaat sei bemüht, eine Lösung zu finden, und er habe bereits seine Ministerkollegen gebeten, ebenfalls über Möglichkeiten nachzudenken.

 

Auch Olav Praetsch hat sich über eine Ausstellung in Hubertusburg den Kopf zerbrochen. Der Wermsdorfer Chocolatier schlägt vor, im Schloss ein Forstmuseum einzurichten. "Nicht irgendeins, sondern das Bundesforstmuseum", betonte er, "das gibt es nämlich bisher noch nicht. Wald ist ein zentrales Thema in der Region und passt auch zum Jagdschloss Hubertusburg." Mittel dafür könnte man beim Bund und der EU beantragen, schlug er vor. Bisher seien 400 Quadratmeter für die Sonderausstellung verwendet worden. "Das Schloss ist ja aber viel größer, da ist endlos Potenzial", so Praetsch. In Gesprächen hätte er oft erfahren, dass diese Idee auf Interesse stößt. Allerdings gebe es im Bund wie im Freistaat finanzielle Zwänge, gab Frank Kupfer zu bedenken. "Deshalb wird es schwierig, etwas völlig Neues aus dem Boden zu stampfen", meinte er, "aber jeder Vorschlag ist willkommen".

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