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Andreas Kretschmar: Mein Name wird am 7. Juni auf dem Stimmzettel stehen

Andreas Kretschmar: Mein Name wird am 7. Juni auf dem Stimmzettel stehen

Das Jahr 2015 wird spannend. Es stehen Bauprojekte wie der Hort "Grashüpfer" oder der Mulde-Elbe-Radwegs auf dem Programm - und die Bürgermeisterwahl. OAZ befragte dazu Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos).

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Blickt optimistisch ins neue Jahr: Andreas Kretschmar.

Quelle: Dirk Hunger

Das Jahr 2014 liegt hinter und 2015 vor uns. Was für eine Bilanz ziehen Sie für Oschatz?

 

Was wir gebaut haben, ist bekannt. Von der Fertigstellung der Wermsdorfer Straße bis zur Oberschule, bei der wir weitergekommen sind. Insgesamt können wir als Stadt mit 2014 zufrieden sein. Wir haben es finanziell gut abgeschlossen. Wir sind mit den Bürgern zum Thema Bad im Gespräch. Der neue Stadtrat hat sich gut zusammengefunden, und wir schauen jetzt gespannt auf 2015.

 

Wie beurteilen Sie die finanzielle Situation der Stadt? Kann Oschatz gelassen in die Zukunft schauen?

 

Die Stadt Oschatz ist nicht reich mit Geld gesegnet, jedoch können wir die wichtigen Aufgaben erfüllen. Mehr Geld ist immer schön, leider stimmen Wünsche und Machbarkeit oft nicht überein. Wir werden für den Hort Grashüpfer einen Kredit aufnehmen. Das ist aber nicht die entscheidende Frage, sondern was mache ich mit einem Kredit. Nehme ich das Geld für laufende Ausgaben - das ist bei uns nicht der Fall. Das Geld ist für eine Kindereinrichtung, es ist eine Investition in die Zukunft. Wir können mit den Finanzen, die wir künftig haben werden, den Kredit bedienen. Der letzte Kredit wurde vor genau zehn Jahren aufgenommen, im Jahr 2005. Und seitdem sind mindestens eine Millionen Euro getilgt worden. Wir haben eine Verschuldung, die wir uns leisten können.

 

Von welcher Wirtschafts-Branche wünschen Sie sich in Oschatz noch mehr Rückenwind?

 

Wir haben in Oschatz einen gut ausgeprägten Handwerkssektor. Wir haben gut funktionierende Industrieansiedlungen. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann sind es ein paar mehr mittelständische Unternehmen mit zehn bis 30 Beschäftigten. Das ist genau die Branche, die relativ krisenfest ist.

 

Wie wäre es mit einer Erweiterung bei Frankenstolz oder einer neuen Wanne bei der Glasseide?

 

Gern. Ich bin sofort dabei, denke aber, dass es vor allem die kleineren Betriebe sind, an denen es noch etwas fehlt.

 

Glauben Sie, dass Oschatz in diesem Jahr oder auch etwas später mit einer Nachbargemeinde fusionieren wird?

 

Es steht bei uns momentan nicht die Frage, wer heiratet wen und wann. Das ist die falsche Frage. Die entschiedene Frage ist die nach dem demografischen Wandel. Vor dem Hintergrund einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung auf dem Land stellt sich die Frage, welche Funktionen kann eine kleine Gemeinde dann noch erfüllen. Ich bin mir sicher, dass der Freistaat Sachsen noch in diesem Jahr das sogenannte Kopfgeld für Gemeindezusammenschlüsse wieder auflegen wird.

 

Eine Kommune Collm-Region mit der "Hauptstadt" Oschatz - ist das eine Option für die Zukunft? Hat diese Idee Charme, vielleicht für 2020 oder 2025?

 

Da muss ich schmunzeln. Man muss vorsichtig sein. Es sind so viele Reformen in den letzten Jahren durchgesetzt worden, wir müssen aufpassen, nicht reformwütig zu werden. Es müssen wieder Entwicklungsschwerpunkte gesetzt werden. Man kann nicht jeden Ort gleich entwickeln, dafür gibt es weder das Personal, noch die finanziellen Möglichkeiten. Entwicklungsschwerpunkte mit konzentrierten Dienstleistungsangeboten sind gefragt - und danach sollte man die kommunale Struktur ordnen.

 

Können Sie einen konkreten Partner für einen Zusammenschluss nennen?

 

Dazu werde ich mich jetzt nicht hinreißen lassen.

 

Werden Sie in diesem Jahr zur Bürgermeisterwahl antreten, und erwarten Sie einen harten Wahlkampf?

 

Ich habe bei der ersten Sitzung des neuen Oschatzer Stadtrates erklärt: Ich werde in Oschatz wieder kandidieren.

 

Und es bleibt dabei?

 

Ja. Mein Name wird am 7. Juni auf dem Stimmzettel stehen. Was den Wahlkampf betrifft, werde ich abwarten: Mal sehen, wie die Konkurrenz aussieht.

 

Hat die digitale Revolution im Rathaus Einzug gehalten?

 

Ich finde, wir müssen uns dem Fortschritt und der Technik stellen. Der Stadtrat hat für seine jetzige Arbeit Tablet-Computer erhalten. Wir haben als Stadt einen Internetauftritt, und ich bin auch über Facebook erreichbar. Aber wir dürfen nicht dem Trugschluss verfallen, damit das Gespräch von Mensch zu Mensch abschaffen zu wollen. Gerade bei der Diskussion um das Bad hat es ganz viele persönliche Gespräche gegeben. Das ist ganz wichtig für die Kommunalpolitik. Ich bin ein Verfechter davon, zu den Vereinsversammlungen zu gehen, zu den Festen zu gehen, mit den Menschen draußen zu sprechen, ihnen in die Augen zu schauen. Das ist handfeste Kommunalpolitik. So will ich es auch weiter machen.

 

Welches Projekt in Oschatz liegt Ihnen ganz besonders am Herzen?

 

Die kontinuierliche Sanierung der Kindereinrichtungen. Bei der Oberschule geht es mit der Fassade weiter. Wir werden im Thomas-Mann-Gymnasium mit investieren. In den Grundschulen werden wir Geld ausgeben. Wir haben in der Stadt alles, was eine junge Familie braucht. Ich bin mir sicher, das wird uns über kurz oder lang neue Einwohner bringen.

 

Wenn die Stadt zehn Millionen Euro bekommen würde, wo würden Sie die investieren, außer in den schon bekannten Oschatzer Großprojekten?

 

Das ist eine schwere Frage, weil ich noch nie so ein Angebot bekommen habe und das wohl auch ziemlich unrealistisch ist. Aber wenn Sie schon so fragen: Unser Bad und das Bahnhofsgebäude könnten das Geld schon brauchen. Ich würde keinen Mist kaufen, sondern in die vom Stadtrat festgelegten Vorhaben investieren - damit die Entwicklung der Stadt schneller geht.

 

Es gibt auch noch die Privatperson Andreas Kretschmar. Was wünschen Sie sich persönlich für 2015?

 

Ich möchte gesund bleiben und so tatkräftig wie bisher arbeiten. Ich würde mich freuen, wenn ich am 7. Juni das Vertrauen der Oschatzer bekomme. Aber ich möchte mich auch meiner Familie widmen. Ich hätte nie gedacht, dass Enkel so etwas schönes sind. Interview: Hagen Rösner

Hagen Rösner

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Oschatz in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 55,44km²

Einwohner: 14.734 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04758

Ortsvorwahlen: 03435

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