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Andreas Kretschmar: „Wir wollen das Oschatzer Platschbad erhalten“

Interview Andreas Kretschmar: „Wir wollen das Oschatzer Platschbad erhalten“

Herausforderung für Oschatz: Um die städtischen Zuschüsse zu verringern, soll das Platsch-Bad umgebaut, energetisch saniert und die Wasserfläche verringert werden. Am Mittwochabend stehen die Pläne öffentlich zur Diskussion. Im OAZ-Interview spricht Oberbürgermeister Andreas Kretschmar zudem über Investitionen in die Einrichtung.

Die Wasserfläche des Platschbades soll verringert werden, um Kosten zu sparen. Das ist jedoch nur eine von mehreren Maßnahmen, die zur Debatte stehen.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Am Mittwochabend geht es beim Oschatzer Gespräch im Thomas-Müntzer-Haus um die Zukunft des Freizeit- und Erlebnisbands „Platsch“. Der Dialog soll Handlungsgrundlage für weitere Entscheidungen des Stadtrates sein. OAZ sprach dazu vorab mit Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos).

Der Stadtrat hat sich für den Baderhalt ausgesprochen. Unter welchen Voraussetzungen ist das möglich?

Wir müssen den jährlichen Zuschuss aus der Stadtkasse von derzeit knapp 900 000 Euro auf 500 000 Euro senken. Das gelingt umfangreichen Untersuchungen zufolge nur durch eine energetische Sanierung, eine Reduzierung der Wasserfläche und eine bedarfsgerechte Anpassung der Angebote und damit einhergehenden Umbaumaßnahmen. Die Sanierung ist ohnehin nach 18 Jahren Badbetrieb notwendig.

Welche Prioritäten setzen Stadtrat und Verwaltung bei der Umgestaltung und welche Vorschläge der Badnutzer können nicht umgesetzt werden?

Der Rückbau des Rutschenturms und die Schließung des Außen-Sole-Beckens waren erste Schritte, um Kosten zu senken. Sie reichen aber nicht aus. Mit Änderungen im Betriebsregime, für Besucher spürbar durch neue Öffnungszeiten, sind wir noch einen Schritt weiter gegangen. Erhalten werden sollen die 25-Meter-Bahn im Innenbereich und die gut genutzte Saunalandschaft. Das tut der Grundversorgung Genüge, ermöglicht Schulschwimmen, Kursangebote und Freizeitschwimmen und kommt dem ursprünglichen Wunsch der Oschatzer nach einer einfachen Schwimmhalle am nächsten. Der Kinder- und Jugendbereich soll mit Kletterwänden und mobilen, aufblasbaren Rutschen gewährleistet bleiben. Trendsportarten haben da keinen Platz – ebenso umfangreiche Gastronomie. Wir können nicht mit den Bädern in Sachsens Metropolen mithalten. Dafür ist die Stadt mit ihren 15 000 Einwohnern einfach zu klein.

Die geplante Einrichtung einer Kegelbahn stößt zum Teil auf Unverständnis. Was beabsichtigen Sie mit dieser Investition?

Die leerstehenden Gebäudeteile nach der Reduzierung der Wasserfläche abzureißen, ist unwirtschaftlich. Eine alternative und zudem förderfähige Nutzung ist der Ersatz für die marode Kegelbahnanlage im Wellerswalder Weg – für Sport- und Freizeitkegler. Weiterhin ist die Errichtung von Gruppenunterkünften für Übernachtungsgäste vorgesehen. Mir ist bewusst, dass diese Pläne bei denen, die nicht kegeln, keine Begeisterung hervorrufen. Der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten ist ebenfalls gegeben.

Welche Kosten kommen auf die Stadt zu, wenn alle geplanten Veränderungen umgesetzt werden?

Mit der einmaligen Investition von sieben Millionen Euro ermöglichen wir nicht nur die Kegelbahn. In der Summe ist die gesamte technische Erneuerung und energetische Sanierung inbegriffen. Wir gehen davon aus, dafür Fördermittel vom Freistaat Sachsen zu erhalten, also keinesfalls diesen Betrag alleine stemmen müssen. Das langfristige Ziel soll sein, den Zuschuss für den gesamten Badbetrieb mit Freibad, Hallenbad und Sauna zu senken.

Die Modernisierungspläne werden mitunter – auch in den sozialen Medien – als „Tod auf Raten“ für das Bad bezeichnet. Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen, das Platsch dadurch dauerhaft erhalten zu können?

Ich möchte auf keinen Fall den gleichen Weg wie die Kommunen Thalheim, Adorf oder Seiffen gehen, die ihre Bäder aus wirtschaftlichen Gründen schließen mussten. Die Oschatzer Bürger wollen mehrheitlich den Erhalt. Dazu gehört es aber auch, Veränderungen mitzutragen und unter den neuen Gegebenheiten die Angebote zu nutzen. Das gilt für alles, was das Platschbad zu bieten hat – von der Sauna bis hin zur Gastronomie. Ohne die Besucher, die sich hoffentlich auch leidenschaftlich an der Diskussion beteiligen werden, ist der Erhalt in der Tat sehr viel schwieriger.

Von Christian Kunze

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