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Oschatz Anglerlatein aus Oschatz und Mügeln: Fisch-Experte Matthias Kopp im Interview
Region Oschatz Anglerlatein aus Oschatz und Mügeln: Fisch-Experte Matthias Kopp im Interview
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09:18 12.08.2016
Matthias Kopp Quelle: Foto: André Kempner
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Oschatz

In den sozialen Netzwerken wurde das Foto von einem Monsterwels, der angeblich von einem Nordsachsen aus der Elbe gezogen wurde,hunderte Male geteilt. Eine Sensation! Doch dann kam raus: Alles Schwindel. Dass aus den Gewässern rund um Oschatz und Mügeln aber trotzdem dicke Fische an Land gezogen werden können, verrät Matthias Kopp, Vorstand für Gewässerfragen und Umweltschutz beim Anglerverband Leipzig, im Interview. Der Verband ist auch für die Region Oschatz zuständig.

Herr Kopp, Butter bei die Fische: Gibt es so große Welse überhaupt in der Region?

Aus der nahegelegenen Elbe werden in Abständen Exemplare zwischen eineinhalb und zwei Metern aus dem Wasser gezogen. Das kommt durchaus vor und ist keine Seltenheit. Bei Luppa werden auch immer wieder Welse gefischt, die weit über einen Meter messen. Bei Abfischungen habe ich selber auch schon Tiere um die zwei Meter erwischt. So unwahrscheinlich ist das Szenario also gar nicht. Generell macht man die größten Fänge eher in größeren, strukturreichen Gewässern.

Mal weg von den Welsen – was für Rekorde stehen in den Fangbüchern der Verbandsmitglieder?

In der Kiesgrube von Eilenburg wurde zum Beispiel ein Hecht mit einer Länge von 1,40 Meter gefangen. Ich selbst hatte schon ein Exemplar von 1,12 Meter an der Angel. Es werden auch oft große Karpfen gefangen – bei denen zählt das Gewicht. 10 Kilo und mehr haben wir da öfter. Die gibt es meist in großen Teichen. Es gibt hier genug Ecken, in denen ein Fisch alt und sehr groß werden kann. Es geht beim Angeln aber nicht nur um den Fang.

Um was geht es beim Angeln, wenn nicht um den Fisch?

Wissen Sie, die Angelvereine bekommen wieder viel Zulauf. Besonders von Familien mit Kindern. Den meisten geht es darum, in der Natur zu sein. Kinder, die oft aufgekratzt sind, sind beim Angeln plötzlich ganz ruhig und konzentriert. Das ist nachgewiesen. Es hat einfach einen Mehrwert, ist eine Art Auszeit. Die wenigsten machen das, um Fotos von Riesenfischen ins Netz zu stellen. Das sind keine Rekordjäger.

Was kann man denn ganz unabhängig von der Größe in der Region gut angeln?

Karpfen sind schon die am meisten gefischten Tiere. Danach Hechte und Welse. Man kann aber auch gut Zander fangen, nur konzentrieren sich die wenigsten darauf, weil bei Blinkern beißen eben eher Hechte.

Was ziemlich unterschätzt wird, ist die Schleie, die man gerade in kleinen Gewässern gut fangen kann. Die sind kulinarisch durchaus wertvoll und auch für den passionierten Angler ein Fangerfolg.

Interview: Nathalie Rippich

Von Nathalie Helene Rippich

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