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Anregungen bei Baumesse im Wohnkulturgut Gostewitz

Bauen auf dem Land Anregungen bei Baumesse im Wohnkulturgut Gostewitz

Sind die Großstädte nicht die Orte, die massiv an Einwohnern gewinnen, sie anziehen wie ein Magnet? Ist Landleben wirklich attraktiv? Wie Bauen und Leben auf dem Land finanzierbar sind und wie das Handwerk mit Tradition und modernen Kenntnissen potenziellen Bauherren den Umzug aufs Dorf erleichtert, soll am Sonnabend die Landbaumesse in Gostewitz zeigen.

Jan Giehrisch gibt einem Türbogen jener Wohnung auf dem Hof, die demnächst bezogen wird, den letzten Schliff.

Quelle: Axel Kaminski

Gostewitz. Auf dem Wohnkulturgut von Jan und Claudia Giehrisch in Gostewitz, ganz in der Nähe von Riesa, gab es schon viele Premieren. Das Kunsthandwerkermarkt fand hier erstmals 2010 statt. Die Riesaer Sommerakademie nutzt seit 2012 das Anwesen für mehrere Kurse. Im gleichen Jahr feierte die Hofweihnacht Premiere und 2016 wurde das Sommerfest der Künste aus der Taufe gehoben. Am kommenden Wochenende wird das Wohnkulturgut zum Messegelände. Eine Ausstellungshalle wird Familie Giehrisch nicht aufbauen. Ohnehin gibt es hier genug Platz für Präsentationen und Vorträge. „Die Idee zur Landbaumesse ist nicht auf meinem Mist gewachsen“, betont Jan Giehrisch. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie die Stadt Riesa hätten ihn innerhalb kurzer Zeit unabhängig voneinander dazu „angestiftet“. „Das Landesamt fragte bei uns wegen einer Werkstatt zu Bau und Kultur auf dem Dorf nach“, berichtet Jan Giehrisch. Offenbar habe man sich daran erinnert, dass die Bewohner des Gostewitzer Vierseitenhofes im Jahr 2015 mit einen Sonderpreis beim Sächsischen Landeswettbewerb Ländliches Bauen ausgezeichnet worden waren. Die Stadt Riesa hingegen habe einen Partner für die Abschlussveranstaltung ihrer 2. Klimawoche gesucht. Da beides thematisch gut zueinander und zum Wohnkulturgut passe, habe man aus diesen Ansätzen die 1. Land-Bau-Messe gestrickt. Auch wenn diese Verknüpfung erst einmal ein Zufall war, kommt sie Jan Giehrisch gelegen. „Ich hatte schon immer darauf Lust, etwas zum Bauen auf dem Land zu machen – aber bisher fehlte mir die Zeit dazu“, erzählt der Steinmetz. Diese Zeit habe er jetzt investiert und hofft, damit den Nerv vieler Interessenten zu treffen.

Statt Kunsthandwerk wie zu Pfingsten stehe am ersten Septemberwochenende das „richtige“ Handwerk im Vordergrund. Zwar seien auch Verkaufsstände auf dem Hof, dominieren würden jedoch Information und Beratung. Als Bauherr auf diesem großen Anwesen kann Jan Giehrisch selbst einiges zum Programm der Messe beitragen. Er werde interessierten Besuchern zeigen, was hier schon geschafft wurde, seit er 1999 hierher zog, den Hof 2010 kaufte und seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau umbaut und wiederbelebt. „Der Heizungsraum wurde von Anfang an so konzipiert, dass man ihn Besuchern zeigen und erklären kann“, nennt der Steinmetz ein Beispiel. Es passe dann auch ganz gut, dass in der Scheune noch vom Kunsthandwerkermarkt zu Pfingsten die Ausstellung zu Gebäuden in der Lommatzscher Pflege, an deren Rand Gostewitz liegt, hänge. „Die Messe soll jene ermutigen und informieren, die ein ruhigeres Leben abseits der großen Städte suchen“, erläutert Jan Giehrisch.

Dazu gibt es am Sonnabend einige Vorträge, zum Beispiel über Lehmbau und kompetente Aussteller. Ein großer Teil der 40 bis 50 Handwerker, die sich im Hof und in der Scheune des Wohnkulturgutes präsentieren werden, haben hier schon ihre Visitenkarte hinterlassen. Zu ihnen gehört die Oschatzer Dachdeckerei und Zimmerei Winter.

Der Eintritt zur Gostewitzer Landbaumesse ist frei. Sie ist am 2. September, ab 8.30 Uhr geöffnet und wird offiziell 9.30 Uhr eröffnet.

Von Axel Kaminski

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