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Oschatz Arbeiten für künftige Grundschule schon wieder teurer
Region Oschatz Arbeiten für künftige Grundschule schon wieder teurer
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14:21 30.11.2018
Die künftige Grundschule in Wermsdorf soll im August nächsten Jahres zum Schulanfang eröffnet werden. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Wermsdorf

Der Wermsdorfer Gemeinderat musste auf seiner Sitzung am Donnerstagabend eine Nachtragsvereinbarung für den Grundschulbau beschließen. Wieder einmal. Schon in den vergangenen Monaten waren Nachträge – allein zweimal für die Bauhauptleistungen – fällig geworden. Jedes Mal hatten die Gemeinderäte dem zugestimmt, wenn auch zähneknirschend. Jetzt ging es um das Los Heizung/Lüftung/Sanitär, für das zusätzliche Kosten von knapp 28 000 Euro anfallen. Die Auftragssumme würde sich dadurch von rund 396 000 auf knapp 424 000 Euro erhöhen. Dabei handele es sich um nicht im Leistungstext erfasste Arbeiten, die allerdings notwendig seien und vom begleitenden Ingenieurbüro Ipro Consult geprüft wurden, erklärte Bürgermeister Matthias Müller (CDU).

So soll die Grundschule Wermsdorf aussehen. Quelle: privat

„Das sind sogenannte Sowieso-Kosten“, sagte Müller, „diese hätten schon bei der Ausschreibung beachtet werden müssen.“ Dann hätten die Kosten für das Los von Anfang an höher gelegen. Trotz wiederholter Nachträge liege man beim Wermsdorfer Schulbau aktuell immer noch gut 100 000 Euro unter der ursprünglichen Kostenschätzung. Ein Prüfer des Wirtschaftsministeriums, der diese Woche in der Gemeindeverwaltung war, habe das sehr positiv eingeschätzt, so der Bürgermeister.

Für die Gemeinderäte war das jedoch nur in schwacher Trost. „Mir wäre es lieber gewesen, das wäre schon in der Kalkulation eingeplant. Es ist nicht unser erster Nachtrag – das gefällt mir nicht“, sagte Ursula Fritzsche (SPD) in Richtung Ingenieurbüro. Jetzt müsse der Bau fertig gestellt werden, kündigte sie ihre Zustimmung zum Beschluss an, nicht ohne noch einmal zu bekräftigen: „So geht es eigentlich nicht.“ Mit Zustimmung war bei Harald Werner (Wählervereinigung Luppa/Calbitz/Malkwitz) dagegen nicht zu rechnen. „Ich kann die Höhe der Summe nicht nachvollziehen, gerade bei einem Neubau“, sagte er. Von rund vier Millionen Gesamtkosten entfalle eine Million Euro allein auf die Planung, kritisierte er diese Arbeit. „Ich komme mir vor wie beim Berliner Flughafen.“

Richtfest am 26. Oktober 2018 an der Grundschule Wermsdorf mit Zimmermann Lutz Bornemann, Schulleiterin Ines Reinert und Bürgermeister Matthias Müller. Quelle: Jana Brechlin

Wenn der Nachtrag jetzt nicht bestätigt werde, werde die Firma die weiteren Arbeiten nicht ausführen und es drohe Bauverzug, gab Bauamtsleiter Thomas Keller zu bedenken. Und Bürgermeister Matthias Müller sagte: „Die Firma kann nichts dafür.“ Über den neuerlichen Nachtrag sei man auch im Gemeindeamt nicht froh. Man werde dies aber sammeln und am Schluss mit dem Planungsbüro auswerten, kündigte er an. Jetzt gehe es darum, den Baufortschritt nicht zu gefährden, denn dadurch würde das Ganze noch teurer. Die Gemeinderäte stimmten anschließend auch mehrheitlich dafür, den Nachtrag zu gewähren. Gegenstimmen kamen von Harald Werner und Kurt Müller (CDU), Dr. Ulrich Hofmann (CDU) enthielt sich der Stimme.

Die künftige Grundschule wächst nach dem Abschluss der gut sichtbaren Rohbauarbeiten weiter, versicherte Matthias Müller.

Anfang nächste Woche komme die letzte Charge Fenster, und nach deren Einbau könnten innen alle Gewerke weiter arbeiten. Wobei sich auch da der Fachkräftemangel bemerkbar mache: „Der Fensterbauer könnte schneller sein, wenn er fünf Leute mehr hätte“, so Müller – doch die gebe es schlichtweg nicht.

Der Wermsdorfer Grundschulneubau entsteht in der Ortsmitte direkt neben der alten Schule in der Alten Poststation. Die Einweihung ist zum Schulanfang 2019 geplant. Das Gebäude der ehemaligen Poststation wird dann ausschließlich für den Hort genutzt.

Von Jana Brechlin

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