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Oschatz Asylpaten für Kriegsflüchtlinge in den Startlöchern
Region Oschatz Asylpaten für Kriegsflüchtlinge in den Startlöchern
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16:40 05.12.2014
Oschatz

Von Gabi Liebegall

Einige davon waren bereits darauf eingerichtet, eine Patenschaft abzuschließen, sagte anschließend die Mediatorin Anja Terpitz, die die Veranstaltung im Auftrag der Kirchgemeinde Oschatz und des Bündnisses für Demokratie organisiert hatte, um das Flüchtlingspaten-Netzwerk ins Leben zu rufen.

"Um den geflüchteten Menschen die Chance zu geben, sich zurechtzufinden, werden ehrenamtliche Flüchtlingspaten gesucht. Aufgabe der Paten ist es beispielsweise, beim Einkauf zu helfen, bei Behördengängen zu unterstützen, den Alltag hier kennen zu lernen oder einfach nur für die Menschen als Ansprechpartner und Vertrauensperson da zu sein", so Stadtrat Peter Streubel (Linkspartei), der diese Aktion unterstützt und die Veranstaltung als konstruktiv und sachlich bezeichnete. Sozialpädagogin Carmen Badura, Leiterin des Ateliers "Lebenskunst", kann sich vorstellen, über die Kunst mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen.

In der Region Oschatz sind derzeit 89 Flüchtlinge untergebracht, gemessen an der Einwohnerzahl der Großen Kreisstadt sind dies 0,6 Prozent. 89 Flüchtlinge heißt auch, dass die Schlange bei der Ausgabe der "Tafel" für sozial Bedürftige länger wird. So stehen auch Kriegsflüchtlinge an, um ihre Speisen im Wert von vier Euro entgegenzunehmen. Der "Tafel" liegen dafür 40 Anmeldungen vor, war von Mirko Wadewitz zu erfahren. Der stellvertretende Vorsitzende des "Tafel"-Vereins und seine Kollegen haben sich auf die neue Situation vorbereitet, sind flexibel. Dabei ist es nicht ganz einfach, sich auf die Lebensgewohnheiten und die Kultur der Menschen aus den arabischen Gebieten einzustellen. "Der Bundesverband der Tafel ist uns entgegengekommen und hat Informationsblätter in Arabisch ausgedruckt. Außerdem ist bekannt, dass diese Flüchtlinge kein Schweinefleisch essen, auch Wurst vom Schwein nicht. Dafür bekommen sie Fisch und Hühnchen", so Wadewitz. Und da sie auch bestimmte Brotsorten und Weißkraut nicht kennen, würden sie diese Lebensmittel auch nicht bekommen.

Gern nutzen die Kriegsflüchtlinge auch das Angebot der Kleiderkammer. "Die Flüchtlinge müssen sich erst an unsere Temperaturen gewöhnen", so Wadewitz. Deshalb brauchten vor allem Kinder warme Sachen.

"Es gibt keine Schwierigkeiten. Die Menschen können sich integrieren", schätzt der Vereinsvize ein. Nur einmal habe es Meinungsverschiedenheiten gegeben, weil eine Frau von der "Tafel" die Nahrungsmittel ausgegeben habe. Damit seien die Araber nicht zurecht gekommen. "Wir konnten schlichten, den Flüchtlingen die Situation erklären, was für ihr Verständnis wichtig ist", sagte Mirko Wadewitz. © Kommentar

Gabi Liebegall

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