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Auf Exkursion im „Sächsischen Zweistromland-Ostelbien“

Ländliche Entwicklung Auf Exkursion im „Sächsischen Zweistromland-Ostelbien“

Über die Leader-Regionen fließen europäische Mittel in Projekte auf dem Land. Kommune, Vereine und Privatpersonen können eine Förderung für die Umnutzung alter ländlicher Gebäude oder die Verbesserung der Infrastruktur beantragen. Am Mittwoch veranstaltete das „Sächsische Zweistromland-Ostelbien“ eine Exkursion.

Der Verein Feldbahnschauanlage Glossen will mit Hilfe der Leader-Förderung die das Ortbild prägende Verladeanlage sanieren

Quelle: Axel Kaminski

Glossen. In Wermsdorf begann am Mittwoch eine Exkursion, zu der die Leader-Region „Sächsisches Zweistromland-Ostelbien“ eingeladen hatte. Mitglieder des regionalen Entscheidungsgremiums, Bürgermeister, Vertreter der Landratsämter Nordsachsen und Leipziger Land sowie des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft nutzten diese Gelegenheit, sich vor Ort mit Projekten vertraut zu machen, denen Fördermittel aus diesem europäischen Topf in Aussicht gestellt wurden.

Verein will alte Bahnanlage erhalten

Erste Station der Fahrt im historischen, über 40 Jahre alten Fleischer-Bus, war die Verladeanlage am Bahnhof Glossen. „Sie wurde 1942 in Holzbauweise errichtet und in den 1950er Jahren renoviert. Dabei wurden Teile alter Eisenbahnbrücken eingebaut“, erläuterte Matthias Richter, 1. Vorsitzender des Vereins Feldbahnschauanlage Glossen, den Gästen. Der Betrieb der Feldbahn aus den Quarzitbrüchen zu den Brechern und zur Verladeanlage wurde 1991 eingestellt. Da eine Stilllegung der Anlagen schon länger im Gespräch gewesen sei, hätte die Unterhaltung des Netzes schon länger kaum die nötigsten Maßnahmen umfasst.

„Als der Verein 1994 gegründet wurde, sind wir anfangs noch mit den Loks auf die Verladerampe gefahren. Das ist jetzt nicht mehr zulässig und ich muss auch dringend davon abraten“, erklärte der Vereinsvorsitzende. Erst seit kurzer Zeit sei es möglich, dass auch ein Verein, der nicht Eigentümer, sondern nur Nutzer einer Immobilie ist, eine Förderung über das Leader-Programm beantragt.

Projekt schon vor Ort in die Wege geleitet

Die aus Ziegeln gemauerten Stützen der Verladerampe sollen mit Hilfe der Förderung erneuert werden. „Wo nötig“, betonte Matthias Richter. Keinesfalls sollen sie danach wie neu aussehen. Aber die Schäden, die durch in das Mauerwerk eindringendes Regenwasser entstanden seien, müssten behoben werden. Die auf den Stützen aufliegenden Stahlträger sollen repariert werden. Von den auf diesem Unterbau ruhenden Holzschwellen seien vielleicht noch zehn Prozent nutzbar. „Das bleibt Holz“, betont der Vereinsvorsitzende. Ziel sei es, den Bestand dieser Verladeeinrichtung, die das Ortsbild prägt und die es europaweit so nicht noch einmal gibt, auf Dauer zu sichern. Außerdem soll es dadurch möglich werden, Besuchern zu demonstrieren, wie hier Feldbahnzüge entladen wurden.

Dieses Projekt hat bereits das positive Votum des regionalen Entscheidungsgremiums. Der Fördermittelantrag wird derzeit im Landratsamt bearbeitet.

Bewegung gibt es derzeit offensichtlich auch an der zweiten Station der Exkursion, dem künftigen Geoportal auf dem Geländes des Bahnhofs Mügeln. Beim Abriss der Dachkonstruktion eines Gebäudeflügels gab es sogar zu viel Bewegung. Hier stürzten große Teile des Giebels mit in die Tiefe. Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler) konnte den Gästen noch einige Beispiele für unerwartet schlechte Bausubstanz am künftigen Geoportal nennen. Vor allem schilderte er jedoch, was die Besucher hier in Zukunft – nach Möglichkeit ab Anfang 2019 – erwarten wird. Dann sollen die Gäste hier umfangreich über Gewinnung und Transport von Kaolin informiert werden. Das Geoportal an sich ist kein Leader-Projekt. Aber es gehört zu den so genannten Kooperationsvorhaben der Leader-Regionen „Sächsisches Zweistromland-Ostelbien“, „Leipziger Muldenland“ und „Sachsenkreuz“. Johannes Ecke sieht die Chance, über diese Förderung Rad- und Wanderwege auszubauen und auszuschildern, die zu den Zielen im Geopark hinführen. Zur Resonanz auf das Geoportal im Bahnhof gibt er sich optimistisch: „Die Döllnitzbahn befördert im Jahr 50 000 Fahrgäste. Abzüglich des Schülerverkehrs sind das rund 30 000 Gäste, denen wir hier ein attraktives Angebot unterbreiten“. Nicht ohne Stolz fügte er hinzu, dass für den geplanten Imbiss bereits ein Betreiber gefunden worden sei. Nach Stationen in Belgern und Torgau kehrten die Exkursionsteilnehmer nach Wermsdorf zurück. Dort nahmen sie am Alten Jagdschloss die denkmalgeschützte Mauer in Augenschein. Für deren Sanierung hatte das regionale Entscheidungsgremium bereits ein positives Votum abgegeben.

Von Axel Kaminski

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