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Oschatz Auf Mügelner Störche warten jetzt zwei Horste
Region Oschatz Auf Mügelner Störche warten jetzt zwei Horste
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16:02 03.04.2018
Hans-Jürgen Höhne, Jens Klost und Udo Vogel richten das Storchennest am Anger her, bevor es auf den Mast gesetzt wird. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Mügeln

Seit Donnerstag hat Mügeln ein Storchenhorst mehr. Bisher gab es je einen auf dem 36 Meter hohen ehemaligen Varia-Schornstein und auf der Esse einer Gärtnerei. Letzterer wird aber seit einiger Zeit schon nicht mehr genutzt.

Bezirksschornsteinfegermeister Hans-Jürgen Höhne stellte nun auf seinem Grund und Boden am Anger einen etwa elf Meter hohen Gittermast auf und befestigte daran ein Wagenrad als Grundlage für das Storchennest. René Loth half mit moderner Technik, um das Vorhaben umsetzen zu können. Derzeit hat Höhne einen Storch aus Kunststoff am Nest befestigt, hoffend, dass dieser vorüberziehende Störche animiert, sich den Horst anzuschauen und zu bleiben. Die zum Einsatz gebrachte Technik wurde zudem genutzt, um die Kamera am Storchennest am Varia-Schornstein neu auszurichten und das Nest zu überprüfen.

Bernhard Sommer, Storchenbeauftragter der Stadt Mügeln, war bei der Aktion dabei. Er und Höhne hatten vor wenigen Tagen bereits gesehen, wie sich ein erster Storch auf dem Varia-Nest niederließ. „Wahrscheinlich war das einer, der auf der Durchreise war. Bis unsere Stammstörche eintreffen, werden wohl noch einige Tage vergehen“, glaubt Sommer. Im vergangenen Jahr hatte sich der erste Storch am 3. April in Mügeln eingefunden, wenige Tage später der Partner. Insgesamt wurden dann fünf Eier gelegt und vier davon ausgebrütet.

Seit vergangenem Frühjahr wird das Geschehen im Storchenhorst live auf der Internetseite des Mügelner Heimatvereins übertragen. Nicht nur Mügelner klickten sich regelmäßig auf die Seite ein, um beispielsweise zu sehen, wie aus den Eiern der Nachwuchs schlüpfte oder wie deren Eltern sich um die Aufzucht mühen. „Rund 32 000 Mal wurde das in Deutschland getan, insgesamt gab es 36 000 Klicks“, berichtet Andreas Lobe, Vorsitzender des Heimatvereins Mogelin. Die meisten Zugriffe im Ausland, um in die Kinderstube von Adebar zu schauen, gab es in den USA und Russland, gefolgt von Staaten im Baltikum. Aber auch Holland, Frankreich und sogar im Königreich Katar interessierte man sich für das Leben der Storchenfamilie nahe der Döllnitz. Das Mügelner Storchen-TV wirbt so auf ungewöhnliche Art für die Stadt. Dass man den Werbeeffekt nicht unterschätzen sollte, wissen Andreas Lobe und Hans-Jürgen Höhne. Beide wurden schon einige Male von interessierten Storchen-TV-Zuschauern von auswärts angerufen, die wissen wollten, wo Mügeln liegt und was man dort erleben könnte. „Man glaubt es kaum, was für Kreise die Liveübertragung zieht. Auch bei Ausflügen oder wenn ich anderswo privat unterwegs war und mich als Mügelner zu erkennen gab, sprach man mich auf unser Storchen-TV an. Unglaublich“, so Lobe.

Von Bärbel Schumann

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