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Auf dem Oschatzer Markt werden Früchte gepresst

Werbegemeinschaft Auf dem Oschatzer Markt werden Früchte gepresst

Saft für alle – den gab es am Sonntag auf dem Herbstfest der Oschatzer Werbegemeinschaft. Zu Gast war eine mobile Obstpresse aus Delitzsch. Und das junge Team machte die Besucher neugierig. Viele wollten wissen, wie das eigentlich funktioniert.

Die mobile Apfelsaftpresse ist zum ersten Mal in Oschatz mit von der Parte, hier Simon Kruse, Jeanine Rother und Tino Rother (von links).

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Geduldig warten Vater und Sohn Schumann darauf, dass aus ihren zum Markt gebrachten Birnen und Quitten an diesem Sonntagnachmittag frischer Saft gepresst wird. „60 Kilo Früchte sind es zusammen“, erklärt Johannes Schumann. Derweil werden ihre Birnen und Quitten bei der mobilen Mosterei „Saft für alle“ gewaschen, zerkleinert, gestampft, gepresst und gefiltert. „Der Saft wird dann abgezogen und bei 84 Grad pasteurisiert, ehe er in Bags abgefüllt wird“, erklärt Tino Rother, der gemeinsam mit seinem Freund Simon Kruse die mobile Mosterei nach Feierabend und am Wochenende betreibt. „Wir wollten etwas zu unserer Arbeit im Büro und in der Logistik nach Feierabend haben, wo wir mit unseren eigenen Händen etwas schaffen“, erklärt Simon Kruse, während er die Früchte zerstampft und so für das Pressen vorbereitet.

Wie lange ist der saft haltbar?

Vor dem Hänger mit der Mostereitechnik fragen nebenbei viele Besucher des Herbstmarktes der Oschatzer Werbegemeinschaft Tino Rother förmlich Löcher in den Bauch. Wie lange ist der Saft haltbar? Kommen wirklich keine weiteren Stoffe zu den Früchten und in den Saft? Welches Obst kann bei ihnen verarbeitet werden? Geduldig gibt es auf alles eine Antwort. Auch darauf, wie die beiden jungen Leute auf die Idee kamen.

Am 3. September war Start. „Wir sind seitdem am Wochenende unterwegs und in der Woche über abends bei einem Landwirtschaftsunternehmen in Delitzsch auf deren Hof zu finden. Es ist sozusagen noch ein Start-up“, so Rother. Unterdessen haben die Schumanns die ersten Packungen Saft bekommen und kosten. „Das ist wirklich interessant. Ich könnte mir vorstellen, ihre Mosterei in unser Dorf zu holen“, bemerkt eine Frau und lässt sich einen Prospekt geben.

Großer Andrang

Der Andrang an der mobilen Saftpresse freut Carola Schönfeld von der Oschatzer Werbegemeinschaft sehr, während sie hinter dem Stand des Vereins steht. „Die Presse ist neu. Man muss sich ja immer wieder etwas Neues für eine solche Veranstaltung einfallen lassen“, kommentiert sie das Geschehen. Insgesamt haben elf weitere Händler ihre Teilnahme zugesagt. „Und keiner hat wegen des schlechten Wetters abgesagt“, ist die Vorsitzende glücklich. Zufrieden ist sie auch, dass an diesem verkaufsoffenen Sonntag viele Oschatzer Geschäfte offen haben und mit speziellen Aktionen das Einkaufen zu einem Erlebnis werden lassen.

Was in der Meißner Region im Herbst der Federweißer aus den Weintrauben ist, das könnte in Oschatz der Federweißer aus schwarzen Johannisbeeren sein. Denn, davon ist Wolfgang Kade, der als Rentner immer noch mit einem Stand von Säften und Weinen als Mitglied der Werbegemeinschaft die Treue hält, überzeugt. „Den habe ich selbst hergestellt. So fünf bis acht Tage muss er gären, bis er ausgeschänkt werden kann. Der geht hier in Oschatz besonders gut“, erklärt er. Ein Blick auf die aufgestellten verschiedenen Weinballons gibt die Bestätigung. Bereits eine Stunde nach Eröffnung des 14. Herbstmarktes ist kaum noch etwas von diesem Federweißer im Glasgefäß zu finden.

Tipps zum Busfahren

Während die jüngsten Besucher auf dem Kinderkarussell ihre Runden drehen, nutzt mancher Erwachsene unterdessen am Nachbarstand die Möglichkeit, sich über das Neueste aus dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund zu informieren. Manuela Schäfer erklärt geduldig beispielsweise, wann es günstiger sei ein Tagesticket zu kaufen, statt für jede Strecke einen extra Fahrschein. Zudem ist sie froh, dass auch der Omnibusverkehrsbetrieb Heideland mit einem der modernen Niederflurbusse Präsenz zeigt. Berufskraftfahrer Falk Zschäbitz gibt charmant praktische Tipps für Fahrgäste.

Am Stand der Werbegemeinschaft mit Glücksrad herrscht unterdessen reger Betrieb. Dabei wird Carola Schönfeld von etlichen Gästen gefragt, ob es auch in diesem Jahr wieder den Oschatzer Adventskalender gibt. „Ab Mitte November kann man sie wieder erwerben. Der Hauptpreis am Heiligen Abend werden Konzertkarten sein, die unser Partner, die Oschatzer Allgemeine Zeitung, spendiert“, wirbt sie schon mal für die nächste Aktion der Werbegemeinschaft.

Von Bärbel Schumann

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