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Oschatz Auf den Spuren der Mügelner Sportgeschichte
Region Oschatz Auf den Spuren der Mügelner Sportgeschichte
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19:20 28.05.2017
Auf dem Unteranger erzählt Andreas Lobe, dass sich hier einst auch ein Tennisplatz befand. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Mügeln

Trotz der schon am Morgen herrschenden Hitze fanden sich Neugierige am Mügelner Feuerwehrdepot ein, um sich mit Andreas Lobe vom Heimatverein auf Wanderschaft zu begeben. Die Route wurde von der Sportgeschichte bestimmt, denn der Heimatvereinsvorsitzende hatte die Tour unter das Thema „Mügelner Sportstätten einst und heute“ gestellt. Gleich zu Beginn erfuhren die Teilnehmer, dass der erste Sportverein in der Stadt 1591 gegründet wurde. Es war der Schützenverein. 1862 wurde der erste Turn- und Sportverein gegründet. 1898, so die Geschichtsdokumente, kam der Arbeitersportverein hinzu. Von der Gründung eines Radfahrvereins wird 1902 in den Geschichtsdokumenten berichtet.

Der erste Fußballverein

Natürlich wurde in Mügeln früher auch Fußball gespielt. Erstmals wird mit dem Ballsportclub Mügeln ein solcher Verein erwähnt. „Er blieb nicht der einzige, denn es gab in der Stadt mehrere Vereine, wo Fußball gespielt wurde“, erzählt Lobe. Und welche Sportart wurde in einem Verein einst am meisten betrieben? Kegeln, denn es gab 18 Kegelvereine, die in zwei Dachverbänden organisiert waren. Ihnen standen fünf Kegelbahnen im Stadtgebiet und eine im sogenannten Kellerhaus, das schon lange hinter dem ehemaligen Volksgut abgerissen wurde, auf Altmügelner Flur zur Verfügung.

Der Ausgangspunkt der Tour war bewusst gewählt. Wo heute das alte und neue Feuerwehrdepot auf einem Teil der ehemaligen Kiebitz-Wiesen stehen, sollte neben einem Sportplatz auch eine große Sporthalle entstehen, erzählt Lobe. „Denn als 1886 die Goethe-Schule übergeben wurde, zeigte sich schon, dass die dort entstandene Turnhalle von Anfang an zu klein für die Schule war.“ 1924 habe auf dem Platz sogar ein großes Gau-Sportfest mit Sportlern aus Grimma und Döbeln stattgefunden. Als dann das heutige alte Feuerwehrdepot stand, war der Platz zu klein geworden. Doch im Winter wurde daneben eine Spritzeisbahn angelegt. Später kamen zu dem Areal abermals Teile der Kiebitz-Wiese hinzu und wurden aufgeschüttet. Ein Sportplatz für die Goethe-Schule entstand. „Es gab sogar eine Volleyballanlage. Als ich zwischen 1962 und 1965 Lehrling in Cavertitz war, haben wir hier als Lehrlingsmannschaft an einem Wettbewerb teilgenommen“, erinnert sich die Pommlitzerin Annelie Pauli.

Zehn Stationen auf der Route

Der Trupp zieht in Richtung Schlossstraße, wo Andreas Lobe berichtet, dass sich hier im Haus vom Schornsteinfegermeister bis 1930 das Restaurant „Zum Ruhetal“ befand. „Im Hinterhof standen Turngeräte und auch ein Steigerhaus der Feuerwehr“, so Lobe. Kein Wunder, denn um 1873 war hier nicht nur ein Domizil der Turner, sondern auch von deren eigener Turnerfeuerwehr.

Insgesamt zehn Stationen umfasst die Route schließlich. Auch das Stadtbad ist dabei, wo mancher Teilnehmer bei der Hitze neidvoll zu den Besuchern schaut.

Von Bärbel Schumann

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