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Oschatz Auf der Suche nach dem perfekten Blickwinkel in der Oschatzer Fotoküche
Region Oschatz Auf der Suche nach dem perfekten Blickwinkel in der Oschatzer Fotoküche
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09:34 04.04.2018
Auf den perfekten Blickwinkel kommt es bei den Mitgliedern des Fotoclubs Oschatz an. Dafür wird sowohl drinnen als auch draußen nach Motiven gesucht. Quelle: Fotos: Fotoclub Oschatz
Oschatz

Das neue Thema lautet: „So sehe ich unsere Location.“ Und los! Eine Aufgabe für die Mitglieder des Fotoclubs Oschatz, die ein genaues Auge und ein Gespür für die richtige Darstellung – eben den richtigen Blickwinkel – abverlangt. Bei der „Location“ handelt es sich um das Küchenstudio Nr. 1 in der Filderstädter Straße in Oschatz. Seit dem Herbst vergangenen Jahres treffen sich die Hobbyfotografen hier jeden zweiten Dienstag im Monat.

Entstanden ist der Fotoclub bereits im Jahr 2010. Denn hier gab Fotograf Sven Bartsch aus Mügeln einen Lehrgang in der Volkshochschule zum Thema Digitalfotografie. Als sich der Kurs seinem Ende entgegen neigte, stellte sich schnell heraus, dass die Teilnehmer eine Fortsetzung wünschten. So trafen sie sich auch fortan einmal im Monat zu unregelmäßigen Zeiten.

Fotoclub Oschatz Quelle: Fotoclub Oschatz

„Ich wurde im Jahr 2012 mit der Bitte angerufen, dass ich den Teilnehmern etwas über Porträtfotografie berichte“, erinnert sich Gerhard Schlechte aus Lommatzsch. Er selbst fotografiert seit frühster Jugend. Zu den beliebtesten fotografischen Themen zählt er die Presse- und Sportfotografie, das Porträt, Erotik und zum Teil auch Landschaft und „Street“. Diese bearbeitet er im eigenen Fotostudio in seinem Wohnhaus. Um den gewissen Feinschliff zu bekommen, nahm er an diversen Workshops teil. Er hatte eigene Ausstellungen im Bereich Porträt-, Mode- sowie Aktfotografie und veröffentlichte seine Bilder in zahlreichen Printmedien sowie in Buchpublikationen. Als er zum Fotoclub Oschatz kam, war er selbst bereits seit über 20 Jahren im Meißener Fotoclub sowie Mitglied im „Sächsischen Fotoverband e.V.“ und entschied sich nach der Vorstellung seiner Arbeit, dem Fotoclub Oschatz beizutreten. „Ich kannte schon einige der Hobbyfotografen von hier. Es war und ist bis heute immer ein sehr angenehmes Beisammensein.“

Festes Treffen an jedem zweiten Dienstag im Monat

Doch eine Kleinigkeit sollte sich ändern: Die Unregelmäßigkeit. So wurde ein festes Treffen an jedem zweiten Dienstag im Monat eingeführt. Jeder Clubabend setzte ein Ziel voraus. „Wir haben verschiedene Quartalsthemen, mit denen sich beschäftigt wird. Zum Beispiel die Farbe rot, die Landwirtschaft, Dächer, Tiere und vieles mehr. Aktuell ist es noch das Thema „Winter“, doch dieses soll sich bald ändern. Bei unserem Treffen werden die Fotos dann ausgewertet und die besten drei Fotografien auf unsere Website gestellt. Wir konnten bereits mir Models Shootings durchführen. Auch wenn wir ihnen kein Geld anbieten konnten, erhielten sie als Dankeschön immer die entstandenen Bilder. Personen zu fotografieren ist die Königsdisziplin, die hohe Schule. Die meisten Teilnehmer fotografieren gerne Landschaften, Tiere oder Blumen. Doch es ist wichtig, auch mal etwas Schwereres auszuprobieren.“

Fotoclub Oschatz Quelle: Fotoclub Oschatz

Im Herbst 2014 hat Gerhard Schlechte die Leitung des Fotoclubs übernommen. Es wird nicht nur gemeinsam über die Fotos der Teilnehmer gesprochen, sondern auch vieles in die Praxis umgesetzt. So ging es im Spätsommer vergangenen Jahres auf die Burg nach Lampertswalde. „Wir hatten zwei Mädels mit dabei, die wir in dieser beeindruckenden Landschaft, im Park und mit der Architektur fotografieren konnten. Bei solchen Ausflügen starten wir natürlich auch immer etwas eher, um genügend Zeit haben, so dass aus unserem Hobby tolle Werke entstehen“, so der 67-Jährige. Dann gibt es auch die Möglichkeit, nach dem Shooting gemütlich zusammen Kaffee zu trinken. Auch beim Besuch in der Filzfabrik entstanden kleine Meisterwerke. „Hier haben wir in der Halle Fotos geschossen. Bei diesem Ausflug hatten wir ebenfalls Models dabei. Sie müssen keine Modelmaße haben. Auf die Ausstrahlung kommt es an. Die Models haben bei uns auch einen Vertrag. Das ist mir wichtig, um uns auch abzusichern“, sagt Schlechte. In diesem Jahr geht es im Frühjahr nach Meißen in das Kloster. Hier sollen urbane Fotos geschossen werden. „Die Praxis ist beim Fotografieren das Wich- tigste.“

Neue Ausstellung geplant

Die Werke der Mitglieder sollen bald wieder in einer Ausstellung zu sehen sein. 2013 gab es eine Fotoausstellung im Thomas-Müntzer-Haus und 2014 beim Tag der offenen Tür in der Filzfabrik. Eine ähnliche Schau soll auch 2018 organisiert werden. Doch ein Problem gibt es hier noch: „Wir haben keine geeigneten Rahmen.“ Aktuell wird daher Geld gesammelt, um passende Rahmen kaufen zu können. Denn ein schönes Foto sollte auch in einen geeigneten Rahmen präsentiert werden. Von allen Fotografen sollen Werke dabei sein, denn jeder hat eine andere Art, die Dinge ins sprichwörtliche richtige Licht zu rücken. „Bei uns sind alle Hobbyfotografen willkommen. Natürlich sollten sie ein wenig Vorwissen mitbringen und eine Kamera bedienen können. Bei uns sind Teilnehmer mit viel und weniger Erfahrungen dabei. Sie ergänzen sich sehr gut und helfen einander.“ Gemeinsam wird nicht nur fotografiert, sondern auch Zeit miteinander verbracht. Denn der Spaß darf nicht vergessen werden. Egal ob bei Fotoausflügen, oder den Fotoabenden.

Fotoclub Oschatz Quelle: Fotoclub Oschatz

Als „Unterschlupf“ des Fotoclubs Oschatz diente in den ersten Jahren noch die Gaststätte „Zum Schwan“ in Oschatz. Zwischendurch wurde auch versucht, sich in der Gaststätte am Dresdener Berg einzufinden. Doch all das war keine dauerhafte Lösung, sodass sie schließlich das Angebot von Thomas Schlechte, Geschäftsführer vom Küchenstudio Nr. 1 in Oschatz, nicht ablehnten, den Ausstellungsraum im Küchenstudio für den regelmäßigen Stammtisch zu nutzen.

Und genau hier entstand die Idee des Shootings. „So sehe ich unsere Location.“ „Fast alle Clubmitglieder waren mit Kamera, Stativ und verschiedenen Beleuchtungsgeräten erschienen. Das mit dem Licht konnten wir uns ersparen, denn Thomas Schlechte hatte für uns die Aus- stellungsbeleuchtung eingeschalten, was ein hervorragendes Fotolicht war. Jeder Fotofreund streifte durch die Ausstellung auf der Suche nach dem Motiv, das dem Thema am nächsten kommt. Natürlich entstehen bei solch einer Aktion auch viele Fotos der Fotofreunde untereinander in Action, auf neudeutsch: Making-of. Gerade diese Fotos im Hintergrund bringen immer wieder die schönen Momente der Teamarbeit zur Geltung“, so Gerhard Schlechte.

Viele der Fotos haben die Fotofreunde bereits auf ihrer Facebook-Seite gepostet, einige werden auch auf der Homepage präsentiert.

Von Kristin Engel

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