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Oschatz Aufforstung im Wermsdorfer Wald in Gefahr
Region Oschatz Aufforstung im Wermsdorfer Wald in Gefahr
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14:36 28.08.2018
Mathias Stahn, Andreas Padberg (v.l.) und Jan Petersen (r.) vom Forstbezirk Leipzig stellen dem Bundestagsabgeordneten Marian Wendt die Entwicklung im Wermsdorfer Wald vor. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Wermsdorf

„Die Eiche wird das Rückgrat unserer Waldflächen werden“, kündigt Forstdirektor Andreas Padberg an. Der Leiter des Forstbezirkes Leipzig informierte den Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) auf dessen Sommertour über die Aufarbeitung der Sturmschäden im Wermsdorfer Wald. Dabei setzte man auf einen eichenlastigen Laubmischwald. „Die Eiche ist zwar die teuerste Kultur, hat dem Sturm aber am besten standgehalten“, blickte Padberg auf die Auswirkungen des Sturmtiefs „Friederike“ im Januar zurück. Allein im Landeswald waren dabei 295 000 Festmeter Schadholz angefallen. Etwa 80 Prozent habe man im Wermsdorfer Wald bereits aufgearbeitet – hier waren 80 000 Festmeter Schadholz angefallen.

250 000 junge Gehölze wieder angepflanzt

Zeitgleich musste mit der Aufforstung zerstörter Flächen begonnen werden. Im Frühjahr seien bereits 250 000 Pflanzen in die Erde gekommen, so Padberg. Wie viele es davon durch den trockenen Sommer geschafft haben, ist noch unklar und werde sich erst im nächsten Jahr zeigen. Diesbezüglich werde oft über die Schäden für die Landwirtschaft gesprochen, den Forst treffe das aber ebenso – hier müssten Schäden dann im Laufe vieler Jahre ausgeglichen werden. „Das Problem ist, dass die Pflanzen noch Knospen für nächstes Jahr ausbilden müssen. Wenn sie das nicht schaffen, treiben sie auch nicht wieder aus“, sagte Revierförster Ralf Böhme angesichts der Anpflanzungen.

Beratungsbedarf bei privaten Waldbesitzer

Eine Beratung wegen Sturmschäden und darüber hinaus findet auch für die Besitzer von Privat- und Körperschaftswald statt. Rund 1500 Beratungsgespräche führe man im Forstbezirk pro Jahr, im Gebiet des Wermsdorfer Waldes sind das etwa 250 jährlich, so der zuständige Referent Mathias Stahn. Hinzu komme noch die Regionaltagung, die jedes Jahr in Wermsdorf organisiert werde, und zu Fördermöglichkeiten, Waldumbau oder Klimaveränderungen informiere. „Wir schließen hier eine Lücke mit geringen Kapazitäten“, erklärte Andreas Padberg mit Blick die personelle Ausstattung des Forstbezirkes. Außerdem stellen die Revierförster bei Bedarf für Privatwaldbesitzer Kontakte zu Forstunternehmen her, die in der Region tätig sind: „Für die kleinen Flächen privater Waldeigentümer würde sich der Einsatz der Firmen kaum lohnen. Wenn man die Arbeiten aber verbinden kann, haben alle etwas davon.“ Er sei sehr daran interessiert, dass die Schadensaufbereitung im Privatwald nach dem Sturm ebenfalls zügig vorangeht, damit sich Schädlinge wie der Borkenkäfer im Totholz nicht erst ausbreiten können. „Mitunter wird es schwierig, Ansprechpartner zu finden, wenn der Besitzer verstorben und nun eine Erbengemeinschaft oder ein Nachlassverwalter zuständig ist“, machte er deutlich.

Förster als Waldmanager

Er sei beeindruckt von den vielfältigen Ansprüchen an die Arbeit im Wald, gestand Marian Wendt. „Es geht nicht allein um Holzeinschlag oder Aufforstung. Förster sind richtige Waldmanager“, sagte er. Auch für die Erholung der Besucher werde hier viel geleistet, ebenso für den Schutz vor Seuchen wie der Afrikanischen Schweinepest. „Durch die verstärkte Bejagung werden letztlich auch die Nutztiere – etwa in den großen Ställen in Nordsachsen – geschützt“, nannte er ein Beispiel.

Von Jana Brechlin

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