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Augenarzt-Termine für 2017 in Oschatz ausgebucht

Medizin Augenarzt-Termine für 2017 in Oschatz ausgebucht

Wer für das Jahr 2017 einen Augenarzttermin in Oschatz benötigt, hat Pech gehabt. Denn die einzig praktizierende Ärztin in der Stadt ist ausgebucht. Es sei denn, der Patient ist privat versichert oder legt für den Termin 60 Euro auf den Praxis-Tisch. Darüber ist ein Rentner aus Wiederoda empört, der sich jetzt eine Abfuhr in der Praxis holte.

Wer es mit den Augen hat, hat in Oschatz schlechte Karten. Denn einen Termin beim Facharzt gibt es im nächsten Jahr nicht mehr.

Quelle: dpa-tmn

Oschatz/Wiederoda. Das hat einem 75-jährigen Rentner aus dem Wermsdorfer Ortsteil Wiederoda die Sprache verschlagen. Als er sich jetzt bei der Oschatzer Augenärztin Dr. Doreen Kuhne einen Termin holen wollte, erhielt er eine Abfuhr. „In einer sehr unfreundlichen Weise hat mir die Schwester in der Anmeldung mitgeteilt, dass es für 2017 keine Termine mehr gebe, es sei denn, ich lege 60 Euro auf den Tisch“, ist der Wiederodaer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte (Name ist der Redaktion bekannt), entrüstet und ergänzt: „Unser Gesundheitsminister betont immer, dass es bei der Behandlung keine Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten gebe.“

Dr. Doreen Kuhne möchte sich zum aktuellen Vorwurf nicht äußern, ließ auf Anfrage der OAZ lediglich wissen: „Es ist ein bundesdeutsches Problem, Nachfrage und Angebot. Ich gebe dazu keinen Kommentar ab“ – und knallte den Telefonhörer auf. Dass es sich bei der von ihr geforderten Summe um keinen Einzelfall handelt, bestätigen unterdessen mehrere Bürger. Seit Jahren werde das von der Ärztin so praktiziert, heißt es. Anderenfalls bestehe keine Chance auf eine Behandlung bei ihr.

Patient sollte sich Überweisung vom Hausarzt holen

Die OAZ konfrontierte deshalb die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit dem Fall. „Sollte wie beschrieben, das Geld ausschließlich für die Terminvergabe gefordert worden sein und nicht zum Beispiel für eine sogenannte IGeL-Leistung, ist es nicht rechtens“, bestätigte Claudia Beutmann von der KV Sachsen. IGeL-Leistung ist die Abkürzung für Individuelle Gesundheitsleistung. Allerdings könne ein unbestellter und nicht akut kranker Patient in einer Praxis, die mit Terminvergabe arbeitet, abgewiesen werden. „Zunächst sollte sich der Patient beim Hausarzt eine qualifizierte Überweisung zum Facharzt geben lassen und auf dieser Grundlage versuchen, einen Termin zu erhalten“, so Beutmann. Nach drei Fehlversuchen könne er dann sein Anliegen am Servicetermintelefon der KV Sachsen vortragen. Dieses vermittele ihm dann innerhalb einer Woche einen Termin innerhalb der nächsten vier Wochen in einer anderen Praxis .

Terminvermittlung durch das Servicetelefon möglich

Für eine Terminvermittlung durch das Servicetelefon zu Fachärzten der Fachgruppen Augenheilkunde und Gynäkologie sei vom Gesetzgeber allerdings keine Notwendigkeit einer Überweisung vorgesehen. „Hier sind Eigenbemühungen von Patienten wünschenswert, aber ebenfalls nicht zwingend notwendig“, klärt die KV-Mitarbeiterin weiter auf. Die Pflicht zur Vermittlung eines Behandlungstermines innerhalb von vier Wochen gelte darüber hinaus nicht bei Routineuntersuchungen und Behandlung von Bagatell-Erkrankungen. „Eine entsprechende Einschätzung, ob es sich um eine Routineuntersuchung oder Bagatell-Erkrankung handelt, kann letztlich nur ein Arzt einschätzen, weshalb eine Überweisung Sinn macht“, so Beutmann. Da keine Vermittlung von Wunschterminen und Wunschärzten erfolge, sei es ebenfalls empfehlenswert, sich zunächst an seinen behandelnden Arzt zu wenden.

Von Heinz Großnick

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