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Aus Paris nach Dresden: Jagdpause im Wermsdorfer Wald glänzt im Albertinum

Kunst Aus Paris nach Dresden: Jagdpause im Wermsdorfer Wald glänzt im Albertinum

Erst war es in einer Pariser Ausstellung der Hingucker. Jetzt ist das Gemälde von Ferdinand von Rayski „Jagdpause im Wermsdorfer Wald“ im Dresdener Albertinum zu sehen.

Martina Lotzmann und Holger Birkholz vor dem Gemälde „Jagdpause im Wermsdorfer Wald“.

Quelle: Bärbel Schumann

Dresden/Wermsdorf. Ganz besondere Werbung und internationale Aufmerksamkeit erfährt Wermsdorfs Geschichte derzeit im Dresdner Albertinum. Dort hängt jetzt in der Gemäldegalerie Neue Meister nicht nur das Vorbild „Studie zum Wermsdorfer Wald“ des vom Dresdner Porträtmaler Ferdinand von Rayski geschaffenen Bildes „Jagdpause im Wermsdorfer Wald“, sondern auch das Hauptwerk. Beide Bilder unterscheidet, dass auf dem Gemälde, dessen Eigentümer das Pariser Museum ist, Jäger, Hunde und Jagdbeute zu sehen sind.

Nach 1945, als es noch im Moritzburger Schloss zu finden war, galt das berühmte Gemälde als verschollen. Nach Moritzburg hatten es die Wettiner nach Aufgabe des Alten Jagdschlosses in Wermsdorf mitgenommen. Nach Recherchen des Wermsdorfer Heimatfreundes Helmut Striegler wurde vermutet, dass das berühmte Gemälde sogar zur Beutekunst gehört haben könnte.

Im vergangenen Jahr war es in einer Ausstellung des Musée de la Chasse et de la Natûre in Paris in der international viel beachteten Ausstellung „Jagdszenen in Deutschland“ wieder aufgetaucht (wir berichteten.

Als Stars der Schau, denen der zweite Teil der Sonderausstellung gewidmet war, galten dort der Dresdener Porträtmaler Ferdinand von Rayski und der zeitgenössische Künstler Georg Baselitz.

Rayski, der von 1806 bis 1890 lebte, zählt zu den bedeutendsten Repräsentanten der Dresdner Schule. Seine „Jagdpause im Wermsdorfer Wald“, schuf Rayski im Auftrag des sächsischen Hofes. Die Jagdgesellschaft wird in einem Waldstück an der sogenannten Königseiche nahe der Verbindungsstraße Mahlis-Collm dargestellt. Im Hintergrund des Bildes ist der Collm mit seinem Albertturm zu sehen.

Die Original Königseiche, wie auf dem Gemälde dargestellt, sucht man heute jedoch vergebens. Die Königseiche gibt es so nicht mehr. Der Baum wurde um 1962 gesprengt. Er war hohl und morsch geworden, stellte eine Gefahr dar. Deshalb konnte die Eiche nicht umgesägt werden. Sie war bis dahin mit Feldsteinen umringt. Zu Zeiten der Jagden der Sächsischen Kurfürsten und Polnischen Könige sowie der späteren sächsischen Könige war dieser Baum so stattlich und einmalig, dass man darunter Rast machte.

Nun hängen beide Bilder in der Galerie Neue Meister nebeneinander. Konservator Holger Birkholz hatte bei den OAZ-Recherchen im Januar nur vage gehofft, dass dies einmal möglich werde. „Die Pariser Kollegen boten im Rahmen des Rücktransportes unseres Bildes an, ihr Bild mitzunehmen und es uns leihweise zur Verfügung zu stellen. Das haben wir natürlich gern genutzt. Für die nächsten drei Jahre wird das berühmte Gemälde bei uns zu sehen sein“, erklärt er begeistert.

Nun ist dieser Traum von ihm und anderen Mitarbeitern der Kunstsammlungen mit einer kleinen Schau in einer Sonderabteilung des Albertinums zum Thema Deutscher Wald wahr geworden. Zu den ersten Betrachtern der beiden Bilder in Dresden gehörte auch Martina Lotzmann von den Gästeführer der Hubertusburg. Holger Birkholz führte dabei und erzählte viele interessante Fakten. So sei das als verschollen gehaltene Gemälde vor einer Kunstauktion 2013 den Dresdner Kunstsammlungen durch das Haus Wettin zum Kauf angeboten worden. Der Kauf sei nicht zustande gekommen. In der Auktion habe das Pariser Museum den Zuschlag für 300 000 Euro erhalten“, weiß Birkholz.

Eine Liste mit der Namensnennung aller abgebildeten Personen aus Kunstbüchern, meist Adlige, hat er mitgebracht. Doch deren Zahl ist nicht identisch mit den Personen auf dem Gemälde. Wer ist da noch zu sehen? Weiß in der Wermsdorfer Region jemand etwas darüber, ob vielleicht noch Nachkommen der Abgebildeten leben? Neugierig ist er auch darauf, wo das Gemälde im Alten Jagdschloss seinen Platz besaß. „Vielleicht gibt es davon sogar ein Bild? Das wäre ein Glücksumstand“, so der Experte. Dann tritt der Konservator an das Gemälde heran und zeigt auf einen der Männer ganz links. „Hier, das ist der Maler. Es war oft üblich, dass sich die Meister selbst mitporträtierten“, erklärt er.

Auch in der Bibliothek des Kupferstichkabinetts gebe es eine Skizze von Rayski zu dem Gemälde, die man sich nach vorheriger Anmeldung anschauen könne, informiert Konservator Holger Birkholz.

Von Bärbel Schumann

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