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Aus der LVZ wird 1991 die OAZ – die Geburtsstunde der Heimatzeitung

25 Jahre OAZ Aus der LVZ wird 1991 die OAZ – die Geburtsstunde der Heimatzeitung

Es waren wilde Zeiten, damals war alles im Umbruch. Auch die Leipziger Volkszeitung mit ihrer Lokalberichterstattung aus dem damaligen Kreis Oschatz musste sich neu erfinden. Nach außen wurde das mit einem neuen Titel demonstriert. Im Jahr 1991 wurde die LVZ in Oschatzer Allgemeine Zeitung umbenannt und der Lokalteil massiv ausgebaut.

So sah das Titelblatt der ersten OAZ aus, die am 1. Oktober 1991 erschienen ist.

Quelle: Foto: Repro

Oschatz. Vor 25 Jahren hatten die Leser die erste OAZ in den Händen. Begleitend will die OAZ mit einer Erinnerungs-Serie auf Höhen und Tiefen der vergangenen 25 Jahre zurückblicken. Heute blicken wir auf die erste OAZ zurück, die am 1. Oktober 1991 erschien.

Nachdem sich die politischen Verhältnisse nach der Wende von 1989 gefestigt hatten, kamen die Veränderungen auch bei der LVZ in Oschatz an. Ab dem 1. Oktober 1991 erschien die Zeitung für den Kreis Oschatz unter einem neuen eigenen Namen: Oschatzer Allgemeine. Die Leser, aber auch die Mitarbeiter freuten sich, denn sie konnten sich damit identifizieren. Davor war die Tageszeitung in der Nachkriegsszeit ab 1947 als Leipziger Volkszeitung mit einer Seite Berichterstatung aus der Collm-Region erschienen.

Die neue Zeit brachte aber auch ein neues Selbstverständnis für das Blatt. Einige Bürger unterlagen einem großen Irrtum. Sie glaubten mit der Pressefreiheit, die Arbeit der Zeitungsleute für ihre Interessen einspannen zu können. Sie verstanden nicht, dass Pressefreiheit die Freiheit der Presse war, Themen aufzugreifen, die bisher keinen Platz in der Zeitung fanden: Betrug und Korruption, Kriminalität und falsch verstandene Demokratie. Foren, Streitgespräche wurden ins Blatt gebracht sowie Meinungen der Bürger. So konnte die OAZ auf die Interessen der Leser eingehen, ohne dass die Arbeit der Redakteure politisch beeinflusst werden konnte.

Entwickelt hatte sich das schon nach der Wende 1989. Für einige war die OAZ ein Revolverblatt, für andere das alte Kreisorgan der SED. Auch damit mussten die Mitarbeiter der Tageszeitung leben, genauso mit anonymen Anrufen, Briefen oder Faxen. Es gab sogar Bombendrohungen per Telefon.

Neu waren auch die Geschichten, die die Journalisten jetzt schreiben konnten. Beispielsweise über „Investitionen“ in der Region. So sollte eine neue Produktionshalle er- und eingerichtet werden. Der Oschatzer Unternehmer ging in Vorkasse – mit fast 80 000 DM, denn er wollte der erste sein, der in Oschatz in der Marktwirtschaft angekommen ist. Aber: Das Geld war weg, ebenso der vermeintliche Verkäufer. Das war für den damals 49-Jährigen Oschatzer die erste Begegnung mit der neuen Marktordnung. Er hat es mit seinem Geschäft trotzdem geschafft, allerdings einige Jahre später. Kriminalität hatte bis dahin in der Tageszeitung nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Auch in der Oschatzer Redaktion in der Seminarstraße hatte sich damals einiges getan. Als allererstes bekam die OAZ einen Kopierer, mit dem die Kollegen erst nichts anzufangen wussten. Erst einige Zeit später wurde er fester Bestandteil der Arbeit. Dann wurden die Optima-Schreibmaschinen eingepackt, Blaupapier und Manuskriptpapier wurden überflüssig. Dafür kamen die ersten Computer. An einem Wochenende und dann über Telefon gab es Unterstützung, denn es musste eine Zeitung erscheinen. Und es hat geklappt: Die Umstellung ging ohne große Schwierigkeiten über die Bühne. Aber vergessen wird das niemand, der in der Anfangszeit der Oschatzer Allgemeinen dabei war.

Es dauerte auch nicht lange, bis nicht mehr nur eine Seite, sondern bis zu sechs Seiten produziert wurden. Die Leser bekamen so viel Lesestoff geboten, wie in den vorangegangenen Jahren nicht. Und immer wieder gab es Rückmeldungen der Leser – hilfreiche, aber auch boshafte und anonyme Zuschriften.

In der folgenden schnelllebigen Zeit haben mehrere Produktionssysteme in Oschatz die Zeitungsproduktion bestimmt: Verschiedene Apple-Generationen, QuarkXPress, DTI und jetzt Eidos. Die Tageszeitung Oschatzer Allgemeine hat der Entwicklung geschuldet mehrere Entwicklungsstadien erfolgreich hinter sich gebracht.

Weitere Teile der Serie 25 Jahre OAZ:

„Als der Wilde Robert zur Schule fuhr“ (1995)

„Erster Spatenstich für neue Turnhalle in Wermsdorf“ (2011)

„Volle Kanne: Oschatz 2009 auf dem Weg zum Weltrekord“ (2009)

„Wurde das Bernsteinzimmer in Wermsdorf versteckt?“ ( 2007)

„1993: Sowjet-Soldaten ziehen ab und hinterlassen explosives Erbe“ (1993)

„1999: Caroline wird erste Miss Oschatz“ (1999)

„2007: Wermsdorfer Hubertuskapelle esrtrahlt in schönster Rokoko-Pracht“ (2007

Oschgar lädt 2006 zur Landesgartenschau nach Oschatz ein (2006)

Von Gabi Liebegall

Oschatz 51.3006128 13.1059825
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