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Oschatz Aus für Möbelhaus
Region Oschatz Aus für Möbelhaus
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16:03 20.11.2013
Auktionator Günter Pfähler schwingt im Oschatzer Prestige-Möbelhaus an der Leipziger Straße den Hammer. Die Auktion verfolgen die langjährigen Verkäuferinnen Gerlinde Grätz und Karin Zetsche. Quelle: Dirk Hunger

Karin Zetsche hält sich wacker. Bis zum 30. November ist ja auch noch reichlich eine Woche Zeit. Zum Monatsende wird das Möbelhaus das letzte Mal geöffnet haben. "Dann werde ich bestimmt ein paar Tränen vergießen", denkt die Verkäuferin voraus. Dass Karin Zetsche die bevor stehende Schließung besonders nahe geht, ist kein Wunder: Seit genau 40 Jahren ist sie mit dem Flachbau eng verbunden. 1973 hat sie eine Lehre als Einrichtungs-Fachverkäuferin für Möbel im damaligen Konsum-Einrichtungshaus begonnen. Da war das 1969 eröffnete Möbelhaus mit seiner 800 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche gerade vier Jahre alt. "Damals gab es die Kippcouch mit Drehsessel in Grün kariert, Gelb kariert oder Rot kariert und die Schrankwand Hellerau. Und wir hatten das Jugendzimmer Döbeln, das in Merkwitz hergestellt wurde", erinnert sich die 56-Jährige.

Die Möbel waren bei den Mietern im jungen Neubaugebiet Oschatz-West begehrt. Immer am 2. Januar wurden die Bestellungen für Schrankwände entgegengenommen. "Da hat draußen eine Schlange gestanden. Und wir Lehrlinge haben Nummern verteilt", erinnert sich die Fachverkäuferin. 25 Frauen und Männer waren in Spitzenzeiten hier beschäftigt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute hat Karin Zetsche mit Gerlinde Grätz nur noch eine Kollegin.

Nach der Wende hat das Möbelhaus eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Bis 1996 wurde es noch vom Konsum betrieben, danach übernahmen zwei Großenhainer das Gebäude und nannten es Möbel-Speicher. Seit dem Jahr 2007 betreibt Wolfgang Noack das Haus unter dem Namen "Prestige-Möbel". Der Görlitzer hat noch ein kleineres Möbelgeschäft in seiner Heimatstadt. "In Oschatz rentiert sich das nicht mehr, die Kaufkraft fehlt", nennt Karin Zetsche den Grund, warum der Görlitzer jetzt das Handtuch wirft.

Am Montag und Dienstag dieser Woche schwang Auktionator Günter Pfähler vom Auktionshaus Hermann im Möbelhaus den Hammer. Ein Oschatzer ersteigerte zum Beispiel am Dienstag eine Ledergarnitur. In den nächsten Tagen sollen die restlichen Möbel - hauptsächlich Polstergarnituren - verkauft werden.

Mit den letzten Möbeln verschwinden auch die Arbeitsplätze von Karin Zetsche und Gerlinde Grätz. Ihren Optimismus lassen sich die beiden Frauen trotzdem nicht nehmen. "Ich werde schon wieder was finden", sagt Karin Zetsche mit fester Stimme.

© Kommentar

Frank Hörügel

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