Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Aus für die Plastiktüte: Oschatzer haben sich bereits darauf eingestellt
Region Oschatz Aus für die Plastiktüte: Oschatzer haben sich bereits darauf eingestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 27.04.2016
Setzen auf Stoffbeutel: Kundin Karin Becker aus Börln und Verkäuferin Jeanette Lehmann in der Bäckerei Taube am Oschatzer Altmarkt. Quelle: Foto: Dirk Hunger
Anzeige
Region Oschatz

Seit gestern ist es beschlossene Sache. Kostenlose Plastiktüten für Einkäufe sollen bundesweit ab 2018 die große Ausnahme sein. Innerhalb von zwei Jahren sollen 80 Prozent der Kunststofftüten kostenpflichtig sein. In Oschatz wird das bereits jetzt schon praktiziert. Plastiktüten werden kaum noch angeboten, und wenn ein Kunde eine haben möchte, dann nur gegen eine Gebühr.

Beim Sportfachgeschäft Intersport Hanel steht auf einem Zettel an der Kasse, dass es Plastiktüten nur noch auf Nachfrage und gegen eine Gebühr gibt: 15 oder 30 Cent. „Wir haben Taschen aus Stoff und aus recycelten Material“, sagte Felix Hanel. Bei größeren Einkäufen bekämen die Kunden die neuen Beutel gratis. „Diese sind wieder verwendbar, können aber auch erworben werden.“

Carola Schönfeld, die Chefin des Bastelladens in der Hospitalstraße, hat sich schon seit einem Jahr mit Alternativen beschäftigt. „Außerdem haben viele Kunden – 70 oder 80 Prozent – selbst schon Taschen oder Beutel mit“, erklärte sie. Was sie jetzt kostenlos anbietet, ist aus 100 Prozent recyceltem Material.

Gratis-Brötchen für Stoffbeutel

Ein Gegner von Plastikmüll ist auch Bäckermeister Nils Taube. „Wenn jemand unbedingt eine kleine Plastiktüte haben möchte, muss er 10 Cent zahlen. Seit einigen Jahren gibt es bei uns Stoffbeutel für einmalig 1,50 Euro. Und wer mit diesem Beutel einkauft, bekommt ein Brötchen gratis.“ Das nennt er Kundenbindung. Und es funktioniere ganz gut, bescheinigt er.

Und wer Zubehör für sein Fahrrad bei Christian Zieger kauft, bekommt in dem Laden eine Papierverpackung. Übrigens bestätigt auch er, dass die meisten Kunden selbst Taschen oder Beutel dabei haben. Das gebe es schon seit einigen Jahren, so der Fachhändler.

Danilo Engel aus dem Naundorfer Ortsteil Casabra ist zwar „nicht der große Einkäufer“ sondern froh, dass seine Frau das meistens übernimmt. „Wenn es aber doch noch an etwas zu Hause fehlt und ich einen Anruf bekomme, dass ich es noch mitbringen soll, bin ich ganz froh, dass es auch Tüten gibt für diesen Fall“, sagt der 49-jährige Familienvater. Bei kleineren Einkäufen tue es auch nach wie vor der Dederon-Beutel aus DDR-Zeiten.

Engel wäre grundsätzlich dazu bereit, etwas für die Tragetaschen aus Kunststoff zu bezahlen. Dass es damit gelingt, den Plastikmüll zu verringern, zweifelt er allerdings an. „Dafür müsste noch viel mehr passieren als das. Denn es ist ja heutzutage so vieles in einer Plastikverpackung zu haben. Dort müsste man außerdem ansetzen, um etwas für die Umwelt zu bewirken.“

Wermsdorferin nutzt Plastikbeutel weiter

Bianca Weiland ist klare Befürworterin des Bezahlens der synthetischen Tragetaschen. „Ich gehe davon aus, dass Plastiktüten sogar etwas mehr kosten müssten als bisher, damit die Kosten für die Herstellung und die Entsorgung weggeworfener Tüten überhaupt deckelbar sind“, meint die Wermsdorferin.

Sie nutzt selbst regelmäßig zwei große, praktische Stoffbeutel zum Einkaufen. Tüten aus Kunststoff wirft die 32-Jährige allerdings nicht einfach so weg, sondern nutzt sie später beispielsweise noch, wenn sie anderen Dinge mitgibt oder im Urlaub und beim Fernwandern, um Gepäckstücke und Kleidung wasserdicht zu verpacken. „Da brauche ich immer so um die zehn Stück“, sagt sie.

Von Gabi Liebegall und Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Arbeiterwohlfahrt eröffnet in Dahlen eine neue Sozialstation mit zwölf Tagespflegeplätzen und zur Koordination der mobilen Seniorenpflege. Entstanden sind die Räume in dem ehemaligen Schlecker-Markt, der seit der Pleite des Drogerieriesen 2012 leer stand.

27.04.2016

Ein mit Sand beladener Lastwagen kam am Dienstagnachmittag bei Wermsdorf aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab. Er landete im Wald zwischen Wermsdorf und Sachsendorf im Straßengraben und verlor fast seine gesamte Ladung. Die Feuerwehren Wermsdorf und Oschatz eilten zu Hilfe und pumpten Kraftstoff ab. Die Straße blieb bis zur Bergung voll gesperrt.

27.04.2016

Die Regentschaft der 19. Sächsischen Blütenkönigin Kathleen I. endet am 7. Mai. An diesem Tag wird beim Blütenfest in Dohna-Röhrsdorf die 20. Blütenkönigin gewählt. Als Kandidatinnen haben sich sechs junge Frauen im Alter zwischen 22 und 32 Jahren, die meisten von ihnen aus dem Raum Dresden, vom Landesverband „Sächsisches Obst“ nominieren lassen.

26.04.2016
Anzeige