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Aus für die Plastiktüte: Oschatzer haben sich bereits darauf eingestellt

Einkauf Aus für die Plastiktüte: Oschatzer haben sich bereits darauf eingestellt

Künftig müssen Kunden für Plastikbeutel in Geschäften einen Obolus berappen. Kostenlose Tüten werden ab 2018 die Ausnahme sein. In Oschatz sieht man dem auf beiden Seiten der Verkaufstheke gelassen entgegen. Denn hier gibt es bereits Alternativen und Anreize, doch eher zum Stoffbeutel zu greifen.

Setzen auf Stoffbeutel: Kundin Karin Becker aus Börln und Verkäuferin Jeanette Lehmann in der Bäckerei Taube am Oschatzer Altmarkt.

Quelle: Dirk Hunger

Region Oschatz. Seit gestern ist es beschlossene Sache. Kostenlose Plastiktüten für Einkäufe sollen bundesweit ab 2018 die große Ausnahme sein. Innerhalb von zwei Jahren sollen 80 Prozent der Kunststofftüten kostenpflichtig sein. In Oschatz wird das bereits jetzt schon praktiziert. Plastiktüten werden kaum noch angeboten, und wenn ein Kunde eine haben möchte, dann nur gegen eine Gebühr.

Beim Sportfachgeschäft Intersport Hanel steht auf einem Zettel an der Kasse, dass es Plastiktüten nur noch auf Nachfrage und gegen eine Gebühr gibt: 15 oder 30 Cent. „Wir haben Taschen aus Stoff und aus recycelten Material“, sagte Felix Hanel. Bei größeren Einkäufen bekämen die Kunden die neuen Beutel gratis. „Diese sind wieder verwendbar, können aber auch erworben werden.“

Carola Schönfeld, die Chefin des Bastelladens in der Hospitalstraße, hat sich schon seit einem Jahr mit Alternativen beschäftigt. „Außerdem haben viele Kunden – 70 oder 80 Prozent – selbst schon Taschen oder Beutel mit“, erklärte sie. Was sie jetzt kostenlos anbietet, ist aus 100 Prozent recyceltem Material.

Gratis-Brötchen für Stoffbeutel

Ein Gegner von Plastikmüll ist auch Bäckermeister Nils Taube. „Wenn jemand unbedingt eine kleine Plastiktüte haben möchte, muss er 10 Cent zahlen. Seit einigen Jahren gibt es bei uns Stoffbeutel für einmalig 1,50 Euro. Und wer mit diesem Beutel einkauft, bekommt ein Brötchen gratis.“ Das nennt er Kundenbindung. Und es funktioniere ganz gut, bescheinigt er.

Und wer Zubehör für sein Fahrrad bei Christian Zieger kauft, bekommt in dem Laden eine Papierverpackung. Übrigens bestätigt auch er, dass die meisten Kunden selbst Taschen oder Beutel dabei haben. Das gebe es schon seit einigen Jahren, so der Fachhändler.

Danilo Engel aus dem Naundorfer Ortsteil Casabra ist zwar „nicht der große Einkäufer“ sondern froh, dass seine Frau das meistens übernimmt. „Wenn es aber doch noch an etwas zu Hause fehlt und ich einen Anruf bekomme, dass ich es noch mitbringen soll, bin ich ganz froh, dass es auch Tüten gibt für diesen Fall“, sagt der 49-jährige Familienvater. Bei kleineren Einkäufen tue es auch nach wie vor der Dederon-Beutel aus DDR-Zeiten.

Engel wäre grundsätzlich dazu bereit, etwas für die Tragetaschen aus Kunststoff zu bezahlen. Dass es damit gelingt, den Plastikmüll zu verringern, zweifelt er allerdings an. „Dafür müsste noch viel mehr passieren als das. Denn es ist ja heutzutage so vieles in einer Plastikverpackung zu haben. Dort müsste man außerdem ansetzen, um etwas für die Umwelt zu bewirken.“

Wermsdorferin nutzt Plastikbeutel weiter

Bianca Weiland ist klare Befürworterin des Bezahlens der synthetischen Tragetaschen. „Ich gehe davon aus, dass Plastiktüten sogar etwas mehr kosten müssten als bisher, damit die Kosten für die Herstellung und die Entsorgung weggeworfener Tüten überhaupt deckelbar sind“, meint die Wermsdorferin.

Sie nutzt selbst regelmäßig zwei große, praktische Stoffbeutel zum Einkaufen. Tüten aus Kunststoff wirft die 32-Jährige allerdings nicht einfach so weg, sondern nutzt sie später beispielsweise noch, wenn sie anderen Dinge mitgibt oder im Urlaub und beim Fernwandern, um Gepäckstücke und Kleidung wasserdicht zu verpacken. „Da brauche ich immer so um die zehn Stück“, sagt sie.

Von Gabi Liebegall und Christian Kunze

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