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Oschatz Ausflug in die Biergeschichte
Region Oschatz Ausflug in die Biergeschichte
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15:55 14.12.2012
Mit dieser Werbepostkarte aus dem vergangenen Jahrhundert versuchte Radeberger, seine Kundschaft zu vermehren.
Oschatz

Von Reiner Scheffler

Hatte er doch schnell erkannt, dass ein Großteil seiner Zuhörer eisenbahninteressiert, wenn nicht gar echte Eisenbahnfreunde, sind. So stand der Biertransport auf der Schiene durch Kühlwaggons, zu deren Spezialabteilung auch die Bierwagen gehörten, alsbald im Mittelpunkt seiner Ausführungen und vorgeführten Bilddokumente. So war zu erfahren, dass die Radeberger Maschinenfabrik "Saxonia" ab 1871 begann, für die königlich-sächsische Staatsbahnen Güterwagen zu fertigen, zu denen ab 1875 auch als Eiswagen bezeichnete Bierwagen gehörten.

Diese eisbestückten Kühlfahrzeuge - zur Reflektion der Sonnenstrahlen mit weißem Anstrich versehen - waren für den Biertransport unerlässlich. Bereits 1901 hatte die inzwischen deutschlandweit führende Pils-Brauerei Radeberg zwölf eigene Bierwagen im Bestand, der sich trotz zunehmender Beförderung durch Lastkraftwagen noch bis auf 21 erhöhte. Welch staunende Blicke, als man erfuhr, dass bereits seit 1936 Diabetiker-Pils gebraut und während der 1950er Jahre Radeberger Exportbier in 87 Länder verschickt wurde. Eine letzte Bahnverladung in echten Bierwaggons erfolgte im Dezember 1990 nach Ungarn.

Lutger Hiller überraschte während seines angenehm aufgeschlossen wirkenden Vortrages mit bisher meist unbekannten Brauerkenntnissen. So bekam Radeberger Pils bereits 1887 den Titel "Kanzlerbräu" und wurde zu Zeiten König Friedrich August von Sachsen (1905 bis 1918) bei dessen bierlaunigen Feierlichkeiten als Tafelgetränk gehandelt. Auch heute zählt dieses edle Braugetränk, von dem in seinen neu errichteten Räumlichkeiten jährlich mehr als eine Million Hektoliter hergestellt wird, zu den weltweit führenden Bierproduzenten. Respekt! Auf diesen Erfolg konnten alle anwesenden Philokartisten zuprosten, denn für jeden stand eine Pilsner-Spende bereit.

P.S.: Die Eisenbahnthematik wird bei den Philokartisten auch 2013 gut vertreten sein, denn in historischer Bildform wird an die bis 1972 vorhandene Kleinbahnstrecke Oschatz-Strehla erinnert.Und bei allen vorgesehenen Ausstellungen wird ersichtlich sein: Ohne Eisenbahn(karten) geht's einfach nicht.

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