Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Ausgebüxte Hochlandrinder bei Dahlen mit Drohne aufgespürt
Region Oschatz Ausgebüxte Hochlandrinder bei Dahlen mit Drohne aufgespürt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:33 27.05.2016
Günter Hessler mit seinen schottischen Hochlandbullen. Die gehörnten Tiere unternahmen in der vergangenen Woche einen unerlaubten Auslug nach Dahlen. Nur mit Hilfe einer Drohne konnten sie wieder ausfindig gemacht werden. Quelle: Hagen Rösner
Anzeige
Lampertswalde

Wenn Günter Hessler seinen Blick aus dem Fenster seines Hofes in Lampertswalde über die angrenzenden Wiesen streifen lässt, dann erfreut er sich jedes Mal an seiner sechsköpfigen Bullenherde, alles stattliche schottische Hochlandrinder. Die Herren der Schöpfung werden getrennt vom restlichen 40-köpfigen Rinderbestand gehalten.

Doch in der vergangenen Woche stockte Günter Hessler der Atem, seine sechs Bullen befanden sich nicht mehr dort, wo sie eigentlich sein sollten. „Ich war erst einmal geschockt, weil ein schottisches Hochlandrind sich nicht so einfach aus der Ruhe bringen lässt, doch jetzt waren sie auf einmal weg“, so Hessler. Der erste Gedanke, die sechs potenten männlichen Tiere mit etwa 60 Zentimeter langen Hörnen seien gestohlen worden, verwarf der Chef des Lampertswalder Highlanderhofes schnell. „Das würden nur Selbstmörder oder Landwirte mit großer Erfahrung machen. Außerdem benötigt man schwere Technik, um die Tiere abzutransportieren. Das wäre uns aufgefallen“, meint Hessler, der unverzüglich die Polizei über den Vorfall in Kenntnis setzte. Vor allem um vorzubeugen, dass es zu einem unliebsamen Zusammenstoß zwischen Tieren und Fahrzeugen kommt. Günter Hessler selbst betätigte sich unterdessen als Fährtenleser. „Glücklicherweise hinterlassen die Tiere ja Spuren, so dass man grob die Richtung einschätzen kann, in die sich die Herde abgesetzt hat“, meint der Lampertswalder Rinderhalter. Wer den Landstrich zwischen Lampertswalde und Dahlen kennt, der weiß, dass es hier saftige Wiesen, lockere Baumgruppen und kleine Waldstücke gibt. „Das ist natürlich ideal für meine Highlander, um sich in der Gegend rumzutreiben. Die ersten Hinweise habe ich dann bekommen, dass die Tiere sich in Richtung Wolfsholz bewegt haben, aber mehr habe ich auch nicht rausfinden können“, sagt Hessler. Als die Tiere weiter verschwunden blieben, überlegten Günther und Maritta Hessler, ihre wertvollen schottischen Hochlandrinder mit Hilfe eines Kleinflugzeuges ausfindig zu machen. „Das ist aber nicht ohne, man kann aus großer Höhe nur ganz schlecht Details erkennen. Vor allem, wenn die Tiere unter einer Baumgruppe stehen. Und dann hat man da ja auch hohe Kosten. Wir haben und dann dazu entschlossen, die Tiere mit Hilfe einer Drohne und einer Minikamera aufzuspüren“, erzählt der Lampertswalder von seinen Bemühungen.

Mit einem Bekannten als Drohnenpiloten wurden die sechs Bullen dann nordwestlich von Lampertswalde, schon fast am Stadtrand von Dahlen bei Zissen entdeckt. Allerdings gab es keine Chance, die Tiere ohne größeren Aufwand in ihr Heimatgehege zurückzubringen. Bei der Rückführung hatte Hessler allerdings einen guten Verbündeten – die Trockenheit. „Es war wohl das fehlende Wasser und der Durst, was die sechs Ausreißer wieder in Richtung Lampertswalde und schließlich auf den Highlanderhof trieb. Auf jeden Fall ist die Bullenherde wieder wohlbehalten hier auf der Weise“, freut sich Hessler. Was die Flucht der sechs Hochlandrinder ausgelöst hat, darüber spekulieren die beiden Lampertswalder immer noch. „An dem Tag, als die Bullen ausgebrochen waren, landeten auf der Wiese einige Kraniche, die mit ihren Hochzeitstänzen ziemlich Spektakel gemacht haben. Es kann sein, dass sie die Bullen erschreckt und die Flucht ausgelöst haben“, vermutet Familie Hessler.

Von Hagen Rösner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit seinem spurlosen Verschwinden im Jahr 1944 fasziniert das Bernsteinzimmer geschichtsbegeisterte Menschen auf der ganzen Welt. Auch die Oschatzer Journalistin Gabi Liebegall und der Wermsdorfer Bauingenieur Manfred John wurden vom Jagdfieber angesteckt.

27.05.2016

Schon im vergangenen Jahr wurden über 100 Flüchtlinge für die neue Asylunterkunft in der Nossener Straße in Oschatz angekündigt. Nach der Sanierung wurde die Belegung jedoch jeden Monat aufs neue verschoben. Bis heute ist das Objekt unbewohnt. Erst in wenigen Wochen soll eine Teilbelegung erfolgen.

27.05.2016

Die Kleine Gartenschau in Oschatz beginnt in fünf Tagen. Auf dieses Ereignis freuen sich auch die Werkschüler aus Naundorf. Sie haben Skulpturen für den Wilden Robert geschaffen, der zur Gartenschau unterwegs ist. Außerdem sind noch weitere Kunstprojekte geplant.

26.05.2016
Anzeige