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Oschatz Ausgezeichnetes Brot: Jana Wentzlaff aus Wermsdorf gewinnt „Goldenen Mehlsack“
Region Oschatz Ausgezeichnetes Brot: Jana Wentzlaff aus Wermsdorf gewinnt „Goldenen Mehlsack“
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16:08 08.02.2019
Jana Wentzlaff (35) aus Wermsdorf setzte sich beim Backen in ihrer Leipziger Brotschule durch: Für ihr Rezept erhält sie den ersten „Golden Mehlsack“. Quelle: Foto: Dirk Hanus/ zebra group
Leipzig/Sornzig/Döbeln

Letztlich entschied der Geschmack: Ein Sommelier hat Jana Wentzlaff den ersten „Goldenen Mehlsack“ für ihr Brotrezept aus sächsischem Mehl zugesprochen: „Für mich kam das sehr überraschend. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mich gegen Erik Hüttig aus Döbeln durchsetze“, sagte die 35-jährige Bäckermeisterin und Konditorin aus Wermsdorf am Freitag auf OAZ-Anfrage.

Beide Kontrahenten hatten ein Mühlenbrot gebacken, beide mit Weizen- und Roggenmehl, das aus Sachsen stammte. Die genaue Rezeptur verrät Wentzlaff natürlich nicht, aber im Gegensatz zu ihrem Konkurrenten verzichtete sie auf zusätzliches Brotgewürz, und backte ein klassischeres Brot.

Das fand am Gaumen des Brotsommeliers Chris Jentzsch mehr Anklang. Das Mehl für ihren frisch gebackenen Sieger stammte aus der Mühle Polkenberg, befindlich im Leisniger Ortsteil Bockelwitz.

Jana Wentzlaff (rechts) aus Wermsdorf setzte sich beim Backen um den „Goldenen Mehlsack“ gegen Erik Hüttig aus Döbeln durch. Quelle: Dirk Hanus/ zebra group

Nachfrage nach regionalen Produkten steigt

Von regionalen Mühlen beziehe nicht nur das Backhaus Wentzlaff mit Stammsitz in Sornzig, sondern auch die 1. Leipziger Brotschule, die der Familienbetrieb 2016 im Leipziger Kolonnadenviertel eröffnete, sein Mehl. In der Schaubackstube, in der auch Kurse im Brotbacken mit Sauerteig, Roggen, Dinkel und Vollkorn angeboten werden, fragten die Leute öfter nach der Herkunft ihrer Rohstoffe, erzählt Wentzlaff.

„Wir arbeiten mit regionalen Anbietern und festen Bauern zusammen und verzichten auf Zusatzprodukte.“ Das sei auch bei den Vorkassengeschäften so, die sich etwa in Discountern finden. Auch wenn dort weniger Kunden nachfragten. Dennoch sei zu spüren, dass immer mehr Menschen regionale Lebensmittel und naturbelassene Zutaten bevorzugten: „Die Nachfrage wird immer mehr.“

Initiative soll sächsische Bauern, Müller und Bäcker unterstützen

Das spiegelt auch der Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wieder: 2018 gaben 78 Prozent der Befragten an, regionale Produkte seien ihnen sehr wichtig. Aus diesem Grund möchte der Müllerbund Sachsen mit der Initiative „Bestes Mehl aus der Nachbarschaft“ Bauern, Müller und Bäcker stärken und für mehr regionale Qualität sorgen.

Der „Goldene Mehlsack“ wurde zum Kampagnenauftakt das erste Mal in Leipzig vergeben. Er soll nun jährlich an einer anderen sächsischen Handwerksmühle vergeben werden. Der sächsische Müllerbund vertritt rund 30 Mitglieder und deren 150 Mitarbeiter.

Geringerer Transportweg senkt CO2-Ausstoß

Handwerksmühlen seien das regionale Bindeglied zwischen „Feld und Teller“, erklärt Müllerbund-Vorsitzender Thomas Rolle. „Das soll mit der Initiative noch stärker ins Bewusstsein der Verbraucher rücken.“

Zusammen mit Brotsommelier Chris Jentzsch, Roland Ermer von der Bäckerinnung und dem Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt (CDU) gab er den Startschuss für die Vermarktungsinitiative der sächsischen Müller. Regional erzeugtes Mehl stärke nicht nur die Wirtschaft vor Ort, es reduziere auch Transportaufwand und damit den CO2-Fußabdruck.

Das lobte auch Umweltminister Schmidt: „Es ist wichtig, den Kunden die Nachhaltigkeit regionaler Wertschöpfungsketten nahezubringen. Und wenn dann noch Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten bleiben und das Lebensumfeld durch regionale Wirtschaftskreisläufe aufgewertet wird, dann haben die Akteure mit dieser Kampagne vieles richtig gemacht“, sagte er.

Von Manuel Niemann

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