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Oschatz Ausländer investieren in die Sanierung von Oschatzer Innenstadt-Immobilien
Region Oschatz Ausländer investieren in die Sanierung von Oschatzer Innenstadt-Immobilien
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16:50 05.10.2015
Die beiden Häuser an der Ecke Lutherstraße/Altmarkt werden im Auftrag von Zeynep und Özkan Yildirim saniert. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Mittlerweile verschwinden im Kern der Oschatzer Altstadt auch jene Häuser, die Jahrzehnte lang äußerlich ein trostloses Dasein fristeten. Seit 1992 hatte Joachim Rolke jene Gebäudeformation in seinem Portfolio, als Verwalter. Vermietet war davon nur die Geschäftszeile, die Wohnungen darüber standen leer. Ende August warf auch Uhrmachermeister Steffen Kuge das Handtuch. 2003 hatte der 48-Jährige das Geschäft von seinem Vater übernommen, der nach der Wende dort eingezogen war.

Kuge zog selbst die Reißleine, kündigte bei den neuen Besitzern des Hauses. Die heißen Zeynep und Özkan Yildirim und betreiben am Penny-Markt seit drei Jahren einen Imbiss. Ende Februar bahnte sich der Kauf an. „Wir haben uns einige Häuser in Oschatz angeschaut. Aber als ich das Fenster gen Mark geöffnet habe, stand die Entscheidung fest“, erklärte die 29-Jährige, „eine wunderbare Lage.“

Und die ist nicht unwichtig, denn das türkischstämmige Paar möchte in der Ladenzeile einen Schnellimbiss eröffnen. „Luther-Treffpunkt“ soll der heißen. Außerdem wurden die Wohnungen im Haus miteinander verbunden. Schließlich ziehen die Yildirims mit ihren fünf Kindern selbst hier ein. Die besuchen bereits allesamt die Schule oder den Kindergarten in der Döllnitzstadt. Aufgewachsen sind Zeynep und Özkan in Wurzen, wo sie 15 Jahre gelebt haben. Türkei? Die kennen beide nur von Urlauben. Fünf Mal waren sie seitdem dort. „Das hier ist unsere Heimat. Wir wollen für die Zukunft unserer Kinder etwas aufbauen, Arbeit schaffen“, sagen die beiden, „Wir machen die Stadt nicht ärmer, sondern reicher.“

Ein Trend, der sich vor allem rund um den Altmarkt bemerkbar macht. „Sieben Objekte gehören ausländischen Mitbürgern“, weiß Immobilienmakler Rolke, „allesamt Grundstücke, die jahrelang leer standen.“ Alle Neu-Eigentümer vereint, dass sie seit vielen Jahren in Oschatz oder der Umgebung ein Geschäft betreiben und jetzt reinvestieren. „Sie beleben die Innenstädte mit sich selbst“, erklärt der 57-jährige Makler. Im Gegensatz zu Banken und deutschen Bürgern stellen die eine andere Kalkulation für ihr Handeln auf. „Sie fragen sich nicht zuallererst, ob sich das rechnet, sondern sehen die kleine Rendite als Chance, die sich für andere Investoren gar nicht lohnen würde“, begründet Rolke, „aber das ist keine außergewöhnliche Entwicklung.“

Allein zwei Tage haben die Yildirims gebraucht, um die Wohnungen und das Dachgeschoss der beiden Häuser gründlich zu entrümpeln. Sogar Zeitungen von 1948 haben sie dabei zu Tage gefördert. Knapp zwei Monate dauerte dann die Sanierung des historischen Dachstuhles. „Das ist einzigartig, ich habe mich regelrecht verliebt“, sagt Zeynep Yildirim, „die Geschichte, die darin steckt, soll beibehalten werden.“ Auf Fördermittel haben sie bei der Restaurierung verzichtet.  
Das Geschäft der Uhrmacherfamilie Kuge hätten sie gern weiter im Haus gehabt. „Im Gespräch haben wir uns über die Träume und Pläne unterhalten. Das hätte noch mindestens zwei Monate gedauert“, sagt Steffen Kuge, „deshalb habe ich gekündigt.“ Mittlerweile betreibt der 48-Jährige in der Riesaer Elbgalerie ein Geschäft.    

Nur der Mietvertrag mit dem Döner-Imbiss-Besitzer, der in der Lutherstraße war, wurde von den Yildirims gekündigt.Die beiden freien Läden werden demnächst miteinander verbunden – für den Luther-Treffpunkt. 

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