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Ausnahmesituation beim Fernsehen

Ausnahmesituation beim Fernsehen

Es ist fünf Minuten vor zwölf, was das Fernsehen betrifft. Denn in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai wird der analoge Satellitenempfang in Deutschland abgeschaltet.

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Peter Sladeck bei der Umrüstung des Fernsehempfangs auf Digitalempfang: Die neue Technik bringt der Rundfunk- und Fernsehexperte hier in Großböhla an einem Gebäude mit acht Wohneinheiten an.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Von Heinz Großnick

 

 

 

"Ich persönlich bin der Meinung, dass ab 1. Mai viele Leute keinen Fernsehempfang mehr haben. In Deutschland gibt es nach jüngsten Erhebungen noch rund 1,8 Millionen Haushalte, die nicht umgerüstet sind", sagt Peter Sladeck, der in der Sporerstraße seinen Firmensitz hat. Der Rundfunk- und Fernsehexperte hat derzeit volle Auftragsbücher zur Umrüstung auf Digitalempfang. "Zum Beispiel hat ein Kabelnetzbetreiber im Januar seine Kunden in Wermsdorf informiert, dass bereits im Februar abgeschaltet wird. Innerhalb kurzer Zeit haben wir dann etliche Anschlüsse umgerüstet", so der 47-Jährige. Er stelle auch immer wieder fest, dass bei den Menschen große Unsicherheit bestehe, was die Umstellung betrifft. "Alle Röhrengeräte haben ausnahmslos analog integrierte Empfänger, müssen also prinzipiell umgerüstet werden", so Sladeck. Um in vollem Umfang weiter fernsehen zu können, brauchen auch Kabelkunden digitale Empfänger. Sladeck nennt ein Beispiel dazu: Die Oschatzer Wohnstätten GmbH betreibt ein Kabelnetz und bietet derzeit 30 Programme an. Nach der Umstellung sind es nur noch 13. Darunter ist kein Sportsender vorhanden."

Der Oschatzer spricht von einer Ausnahmesituation, denn zum Teil sei Ware nicht so schnell lieferbar. "Bei den Einstiegspreisen für Receiver besteht bereits eine Lieferzeit von sechs bis acht Wochen. Die angespannte Liefersituation führe auch zur Verteuerung von Geräten. "Die Preise werden keinesfalls fallend sein. Die Branche rechnet damit, dass durch die Fußball-Europameisterschaft im Juni das Geschäft angekurbelt wird. Die Nachfrage bestimmt das Preisniveau."

Deshalb rät Sladeck zum schnellen Handeln. Er berät die Kunden zur Analogabschaltung und Digitalumstellung, zur notwendigen neuen Technik und zur Qualität der Geräte. "Kunden, die vorhaben, sich ein neues Fernsehgerät anzuschaffen, sollten darauf achten, dass es einfach zu bedienen ist. Bei der Vielzahl der Geräte ist dies das wichtigste Kriterium", sagt Sladeck und gibt noch einen weiteren Tipp: "Wer digital umrüstet, sollte darüber nachdenken, ob er die richtige Empfangsart hat und zum Beispiel von Kabel auf Satellit umstellt. Einerseits handelt es sich von den Kosten her um eine einmalige Anschaffung, andererseits sichert der Empfang über eigene Sat-Anlage Unabhängigkeit. Auch dafür hat der Experte ein Beispiel parat: "Mit Sat-Anlage ist man immer näher am technischen Fortschritt dran und hat alle Sender zur Verfügung. Die Einführung von HD Plus in Oschatz über Kabel kam erst viel später."

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