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Oschatz Aussteiger eröffnen christliches Gästehaus im Mügelner Ortsteil Poppitz
Region Oschatz Aussteiger eröffnen christliches Gästehaus im Mügelner Ortsteil Poppitz
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06:00 25.04.2017
Kerstin Freund hält ein Bild mit den einstigen Erbauern des Hofes, das die Familie von deren Nachfahren zur Eröffnungsfeier geschenkt bekam. Quelle: Fotos: Bärbel Schumann
Poppitz

„Es war ein aufregender Tag mit rund 70 Besuchern. Am meisten habe ich mich gefreut, dass jede Familie aus dem Ort vorbei geschaut hat“, zieht Kerstin Freund am Tag nach der Einweihungsfeier ihres christlichen Gästehauses „Stall Poppitz“ ein erstes Fazit.

Reichlich fünf Jahre hat es gedauert, um den ehrgeizigen Plan auf dem ehemaligen Bauernhof in einem der kleinsten Ortsteile von Mügeln umzusetzen. „Als wir das erste Mal das Anwesen mit Freunden besichtigt haben, hatte jeder eine andere Meinung von dem stark renovierungsbedürftigen Haus“, erinnert sich Henry Freund. Während seine Frau Kerstin schon die ersten Zimmer in Gedanken bei diesem Besuch einrichtete, waren er und die mitgekommenen Freunde weniger optimistisch. Sie wussten, dass die beiden studierten Diplominformatiker keine Handwerker waren. „Aber Gott hat uns gelenkt“, so die 52-Jährige, „Gott hat uns das Anwesen zufallen lassen. Und er hat uns Helfer zur Seite gestellt – vom ersten Tag an.“. Inzwischen könnten sie vieles selbst erledigen.

Dass sie einmal ihr Leben ganz in Gottes Hand legen würden, daran war zur Wendezeit bei dem in Altenburg und Limbach-Oberfrohna aufgewachsenen Paar nicht zu denken. Nach dem Informatikstudium in Dresden starteten beide ihre berufliche Laufbahn. Kerstin Freund schaffte es als Projektmanagerin weit nach oben bei einem international agierenden Softwareunternehmen. Des Berufes wegen zog es sie nach Worms, wo Kerstin Freund und ihr Mann zum christlichen Glauben fanden. „Ich wurde 2005 Christ und ließ mich taufen“, sagt Kerstin Freund bewusst. In Worms lebten sie fortan ihren Glauben in der Freien Evangelischen Gemeinde. Glauben leben und erleben durften sie dabei auf vielschichtige Weise. So besuchten sie beispielsweise Missionare mit ihren Kindern in Tansania und Kenia. Sie fanden neue Freunde, überdachten Lebenseinstellungen, Wertevorstellungen und Ziele neu. Kerstin Freund absolvierte eine Ausbildung zur Seelsorgerin. Ihr Mann besuchte über zwei Jahre hinweg eine Bibelschule. Das Paar orientierte sich neu. Im August 2011 zogen sie mit ihrer erwachsenen Tochter nach Poppitz.

„Unsere Gemeinde in Worms hat uns in unsere alte Heimat Sachsen sozusagen als Missionare entsandt, um anderen Menschen zu helfen, ihnen beispielsweise nach ihrem Einsatz als Missionare auf unserem Hof in Poppitz einen Platz in der Herberge anzubieten, um anzukommen, sich wieder einzuleben, sich auszuruhen und neue Kraft zu tanken“, skizziert die Gästehaus-Mutter ihren Auftrag. Kontakt zu verschiedenen Missionarsgesellschaften haben sie deshalb aufgenommen. Aber auch Pilger auf dem nur wenige Meter entfernt vorbeiführenden Luther-Weg und andere Ruhesuchende sind bei den Freunds willkommen. Liebevoll sind die fünf Gäste-Zimmer eingerichtet. Eine kleine Küche, verschiedene Räume als Treffpunkt oder Rückzugsort entstanden. Zudem gibt es seit einiger Zeit auch eine separate Ferienwohnung, in der die Familie schon oft Gäste empfangen konnte. Gäste, die begeistert waren von der Ruhe, der Geborgenheit, der Landschaft vor der Haustür. Und sicher waren sie das auch von der Herzlichkeit der Gastgeber.

Von dieser konnten die Gäste ganz viel bei der Einweihungsfeier mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel erleben. Zudem fanden sich etliche ehemalige Bewohner des Anwesens ein. Sie wünschten den Freunds besonders, dass der über der Haustür eingearbeitete Spruch „Gott bewahre dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus. Gott allein die Ehre“ dem christlichen Gästehaus in Poppitz auch in Zukunft Wegweiser sein möge.

Von bärbel Schumann

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