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Ausstellung über den Wolf wird im Oschatzer E-Werk eröffnet

Infos rund um das Raubtier Ausstellung über den Wolf wird im Oschatzer E-Werk eröffnet

Fakten statt Märchen: Der Wolf, durch Mythen zum Bösewicht avanciert, ist besser als sein Ruf. Für ein anderes Image des Räubers sorgt jetzt auch eine Ausstellung im soziokulturellen Zentrum E-Werk in der Lichtstraße in Oschatz. Zur Eröffnung kamen Wolfsexperten aus ganz Sachsen zu Wort – und gaben Erstaunliches preis.

Der Europäische Grauwolf steht im Zentrum einer Ausstellung im Soziokulturellen Zentrum E-Werk Oschatz.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz/Nordsachsen. Der Wolf kehrt zurück nach Sachsen, wurde vereinzelt an den Grenzen des Landkreises Nordsachsen gesichtet. Zwar ziehen bisher keine Rudel durch Dahlener Heide und Wermsdorfer Wald. Dennoch sollen die Menschen hierzulande für die Rückkehr des Europäischen Grauwolfes sensibilisiert werden. Dazu trägt eine Ausstellung bei, die noch bis 7. Oktober im Oschatzer E-Werk zu sehen ist.

Viele Vorurteile gegenüber dem Wolf

Jana Endel vom Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz und Giso Damer, Sachgebietsleiter Wolfsmanagement Nordsachsen, gaben zur Eröffnung der Ausstellung Einblicke in die Situation im Freistaat. „Nachdem der Wolf Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland nahezu ausgerottet wurde, ist es wichtig, für ein konfliktfreies Miteinander der Tiere und Menschen zu sorgen, denn die Population steigt wieder an“, so Jana Endel. Damer und Endel obliegt in den jeweiligen Regionen das Erfassen der Wölfe, die Prävention, um Schäden für Nutz- und Haustierhalter zu vermeiden, das Begutachten von gerissenen Tieren sowie Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema. „Es gibt viele Vorurteile, gefestigt durch Märchen, Mythen und negative Erlebnisse. Tatsächlich bilden sich die wenigsten Menschen ein Urteil anhand eigener Erfahrung“, meint Endel. Kein Wolf werde als „Problemtier“ geboren, jedes Exemplar lebe, wo es Nahrung findet und der Mensch es leben lasse, betonte sie.

In Deutschland leben derzeit 30 Rudel

Das Tier steht unter Schutz und darf nicht geschossen werden. Dies ändert sich erst, wenn die Population in Deutschland und Polen auf 250 Rudel in jedem der beiden Länder ansteigt. Gegenwärtig leben beiderseits der Grenze jeweils rund 30 Rudel, verdeutlichte Jana Endel.

Halter potenzieller Opfertiere des Wolfs können ihre Herden schützen und sich das auch fördern lassen. Laut Endel hat der Freistaat Sachsen in den vergangenen acht Jahren 20 000 Euro für Schutzmaßnahmen gezahlt, im gleichen Zeitraum 4000 Euro Entschädigung für gerissene Tiere. Förderfähig ist die Anschaffung von Schutzzäunen zu 80 Prozent, Entschädigung bei Tierverlust werde zu 100 Prozent gezahlt.

Bisher keine Schadensregulierung in Nordsachsen

„Im gesamten Kreisgebiet ist bisher keine Schadensregulierung aufgrund von Wolfsbissen erfolgt“, weiß Giso Damer. Das liegt unter anderem daran, dass bei gerissenen Tieren keine eindeutigen DNA-Spuren gesichert werden konnten. Andere Sichtungen ließen sich schnell auf Verwechslungen mit Hunden zurückführen. Eindeutige Merkmale, die den Wolf vom Hund unterscheiden, sind der größere Kopf und der breitere Hals, das graugelbe bis graubraune Fell mit abgesetztem Sattelfleck auf dem Rücken. Wölfe sind hochbeiniger, markant ist ihre Fortbewegung im gleichmäßigen Trab.

Wölfe werden nur dann zur Gefahr, wenn sie provoziert werden. Auch das Anlocken mit Nahrung trägt zur Gewöhnung und damit zum Vordringen in zivilisierte Gebiete bei, betonte Jana Endel. Die Tiere zu füttern, Nahrung im Wald zurückzulassen oder sie damit zu ködern, sei kontraproduktiv.

Von Christian Kunze

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