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Ausstellung zu 400 Jahre Altes Jagdschloss Wermsdorf

Geschichte Ausstellung zu 400 Jahre Altes Jagdschloss Wermsdorf

Auswärtige denken bei den Stichwörtern Schloss und Wermsdorf meist zuerst an Schloss Hubertusburg. Sicher, es ist größer und verbreitet – nach außen hin – mehr Glanz. Mehr Leben ist jedoch im Alten Jagdschloss. Dort haben Gemeindeverwaltung, Touristinformation und Bürgerpolizist ihren Sitz.

Ansichtskarten und Fotos aus der Sammlung von Thomas Pfüller sowie Leihgaben anderer Heimatfreunde zeigen Schlossansichten aus den vergangenen zwei Jahrhunderten.

Quelle: Axel Kaminski

Wermsdorf. Altes Haus ist eine leicht dahin gesagte Floskel und meint oft gar kein Gebäude. Aber wie alt ist ein Haus? Die Wermsdorfer Heimatfreunde haben sich festgelegt: Das Alte Jagdschloss ist 400 Jahre alt – also einer

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In einer Ausstellung zum 400. Geburtstag des Alten Jagdschlosses werden alte Aufnahmen des Gebäudes gezeigt.

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und einer Festveranstaltung würdig.

Tatsächlich gab der sächsische Kurfürst Johann Georg I. 1617 den Umbau des Vorgängerbaus im Stil der Renaissance in Auftrag. Ob vor 400 Jahren tatsächlich schon gebaut wurde, steht auf einem anderen Blatt, muss aber die Feierlaune nicht stören. In zehn Jahren hätte man ja noch eine Gelegenheit, denn so viel Zeit nahmen die Arbeiten in Anspruch.

Am Sonnabend veranstaltete der Heimatverein im Alten Jagdschloss einen Nachmittag, in dessen Mittelpunkt der Jubilar stand. Kernstück und über den Tag hinaus eine Reminiszenz an das Haus ist eine Ausstellung mit Ansichtskarten und Fotografien vom Schloss. Diese Stücke hat Thomas Pfüller zusammengetragen. Er ist seit sieben Jahren Sammler und hat sich auf Karten mit Motiven seines Heimatortes spezialisiert. „Das ist für mich noch ein unerschöpfliches Sammelgebiet“, sagte er der Oschatzer Allgemeinen. Er habe jetzt zwischen 450 und 500 Karten mit Wermsdorfer Motiven in seiner Sammlung. Sie zeigen den Ort zwischen 1896 und 1990. Zum Vergleich: Aktuell kann Susan Müller in der Touristinformation rund 50 verschiedene Ansichtskarten mit Wermsdorfer Motiven anbieten.

Mit ihr gemeinsam hat Thomas Pfüller seine Bestände gesichtet, eine Auswahl getroffen, die Anordnung in den Rahmen festgelegt sowie Karten und Fotos beschriftet. Das habe in den vergangenen drei Wochen viel Zeit in Anspruch genommen. Für Wermsdorf- , Ansichtskarten- und Schlossfans ist das Ergebnis überaus sehenswert. Geordnet sind die schwarz-weißen, monochromen, handkolorierten und farbigen Karten nach Innenräumen, Straßen- und Hofansicht. Eigene Rahmen erhielten die Darstellungen des König-Albert-Denkmals und das Alte Jagdschloss zu DDR-Zeiten.

Das Festprogramm rund um das Alte Jagdschloss wurde durch Vorträge der Heimatfreunde Jens Kunze und Axel Küttner ergänzt. Jens Kunze ging auf die Vorgängerbauten des Alten Jagdschlosses ein. Zum Wasserschloss aus dem 13. Jahrhundert sei die Faktenlage dünn, wurde es doch schon rund 300 Jahre später als „wüst“ bezeichnet. Es habe wohl – wie das später dort errichtete Herrenhaus der Starschedels – näher an der Kirche gestanden als das Alte Jagdschloss. In einer alten Beschreibung aus der Zeit, als Kurfürst August (1526-1586) dieses Anwesen erworben hatte, sei von einem Gang, der das Schlafzimmer mit der Kirche verband, die Rede. Im Dokument seien 16 Räumen inklusive Boden und Keller erfasst. Für Johann Georg I. und dessen Jagdleidenschaft reichte dieser Platz nicht aus. Eine Quelle von 1650 nennt für das damals neue Jagdschloss die Zahl von 116 Räumen.

Im Anschluss stellte Axel Küttner die Geschichte des Hauses nach dem 30-jährigen Krieg dar. Danach konnten die rund 60 Teilnehmer das Schloss bei einer Führung erkunden. Bei dieser Tour wurden einige Räume gezeigt, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Jens Kunze hatte seinem Vortrag ein Zitat des Chronisten Hugo Krämer vorangestellt. Darin wird Wermsdorf als „Perle des Oschatzer Niederlandes“ bezeichnet – mit einem Alten Jagdschloss im Dornröschenschlaf. Schläfrig ging es dort am Sonnabend absolut nicht zu.

Von Axel Kaminski

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