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Oschatz B169: Ministerium bestätigt Detailplanung - Flächenverluste am Hahnefelder Speicher sollen reduziert werden
Region Oschatz B169: Ministerium bestätigt Detailplanung - Flächenverluste am Hahnefelder Speicher sollen reduziert werden
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16:53 29.11.2011
Mitarbeiter der VIC Verkehrsanlagen GmbH vermessen Flurstücke in Raitzen. Die Vermessung dient der weiteren Planung des 3. Bauabschnitts der B 169. Quelle: Sven Bartsch

Von CHRISTIAN KUNZE

Das erklärte jetzt das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) in Dresden auf Nachfrage dieser Zeitung. Die unmittelbar Betroffenen befürchten Nachteile für die Lebensqualität zugunsten des Naturschutzes in der Region.

Insgesamt werden noch bis heute ganze 34 Flurstücke in Raitzen und dem benachbarten Naundorfer Ortsteil Reppen vermessen. Entnehmen kann man diese der aktuellen Ausgabe des Naundorfer Gemeindeblattes. Gestern waren erneut Mitarbeiter des vom Straßenbauamt Leipzig beauftragten Ingenieurbüros VIC Verkehrsanlagen GmbH in Raitzen und nahmen dort Vermessungen vor.

Die sehr hohen Umweltanforderungen eines FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat, d. Red.) erfordern laut SMWA eine nochmalige Prüfung. "Die Lage der Trasse im Bereich des Hahnefelder Speichers" werde noch einmal geprüft, so Pressesprecherin Isabel Siebert, "um den Flächenverlust im FFH-Gebiet zu reduzieren." Die Vermessungen seien Grundlage dafür, das Planfeststellungsverfahren im Jahr 2012 wieder aufnehmen zu können, erklärte sie der OAZ.

Der Hahnefelder Speicher gehört laut Aussage von Matthias Höhnemann zum Rückzugsgebiet des Europäischen Bibers, dem größten Nagetier Europas. Dass dieser geschützt werden muss, könne jedoch nicht allein Grundlage dafür sein, die Planung zu vertiefen, moniert Hönemann. Der Landwirt wohnt in Raitzen, auch seine Flächen wurden vermessen. Hönemann ist Mitglied der Bürgerinitiative (BI) "Schneller und kostengünstiger Ausbau der B 169" und favorisiert wie viele Raitzener und andere Bürger eine Trassenführung entlang der vorhandenen Bundesstraße 6 und Staatsstraße 30. "Damit könnte auch die Querung von Ortschaften und das Zerschneiden von landwirtschaftlichen Flächen und damit der Gemeinde verhindert werden", so Hönemann gestern. Seiner Schätzung nach werden in Deutschland pro Tag zwölf Hektar Land durch Baumaßnahmen vernichtet. "Wenn dadurch die Pflanzenwelt beeinträchtigt wird, bietet man schnell Ausgleichspflanzungen an. Doch die sind nicht immer sinnvoll." Priorität habe ihm zufolge der Mensch. "Sollte die Straße wirklich so nah an den Ort heran kommen, können wir die Bürger wohl kaum hier halten", befürchtet er.

Hartwig Kübler, Vorsitzender der BI, sieht in der Umfahrung des Hahnefelder Speichers ein notwendiges Detail der Planung und begrüßt es auch. "Das sollte dann aber als Alternative mit allen Beteiligten offen diskutiert werden", fordert er die aus seiner Sicht bisher fehlende Einbindung der Bevölkerung. Auch er befürchtet, dass Naturschutzbelange über das Wohl des Menschen gestellt werden. "Eine Entlastung des FFH-Gebietes kann nicht zu Lasten der Einwohner von statten gehen, die dann den Verkehr vor der Haustür haben", moniert er. Naundorfs Bürgermeister Michael Reinhardt sieht sich vor vollendete Tatsachen gestellt: "Das Schutzgut Tier wird hier offensichtlich höher eingestuft als der Mensch. Es ist mir unverständlich, dass wir als Gemeinde über die Hintergründe einer eventuellen Neutrassierung nicht informiert worden sind."

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