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Badeverbot im Kemmlitzer Tagebau bleibt bestehen

Freizeit Badeverbot im Kemmlitzer Tagebau bleibt bestehen

Weil es weder Pächter noch ein tragfähiges Konzept gibt, bleibt das Badeverbot im Gewässer des ehemaligen Tagebaus „Frieden“ in Kemmlitz nach wie vor bestehen. Darüber sind sich die Stadtverwaltung Mügeln und der Eigentümer des Areals, die Kemmlitzer Kaolinwerke, einig. Schwarzbader müssen bei Hausfriedensbruch mit Strafen rechnen.

Gespräch im Rathaus Mügeln zwischen Bürgermeister Johannes Ecke (links) und dem Werkleiter der Kemmlitzer Kaolinwerke Thomas Wegner. Beide sind sich einig, dass das Baden im Gewässer des ehemaligen Tagebaus „Frieden“ in Kemmlitz weiterhin verboten bleibt.

Quelle: Heinz Großnick

Mügeln/Kemmlitz. Das Baden im Gewässer des ehemaligen Tagebaus „Frieden“ in Kemmlitz bleibt nach wie vor streng verboten. Darüber sind sich Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) und der Werkleiter der Kemmlitzer Kaolinwerke Thomas Wegner einig. „Derzeit gibt es keinen Pächter, der ein tragfähiges Konzept vorlegen kann. Der Schutz der Bürger hat nun oberste Priorität“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Stadtverwaltung Mügeln und der Kemmlitzer Kaolinwerke.

In einer Unterschriftenaktion hatten Kemmlitzer Bürger im Herbst 2015 den Ausbau und die Freigabe des ehemaligen Kaolintagebaus zum offiziellen Badesee gefordert. Dabei verwiesen sie auf das von der damaligen Gemeinde Sornzig-Ablaß in Auftrag gegebene und erstellte Badekonzept, das allerdings in der Schublade landete. „In den letzten Monaten haben wir gemeinsam mit den Kaolinwerken intensive Gespräche geführt. Leider liegt uns kein tragfähiges Konzept vor – weder im rechtlichen noch im wirtschaftlichen Sinne“, erklärt Ecke und schlussfolgert: „Deshalb haben wir derzeit keine andere Wahl. Wir müssen das Projekt auf Eis legen.“

Bad-Betrieb wäre möglich

Die Kemmlitzer Kaolinwerke seien grundsätzlich bereit, das Gelände für eine Badenutzung an die Stadt Mügeln zu übergeben. „In den vergangenen Jahren haben wir das Areal so vorbereitet, dass auch ein Bad-Betrieb möglich ist“, erinnert Werkleiter Wegner. Doch ohne Pächter kein Badbetrieb. Der Forderung, den See als Zwischenlösung bis zur erfolgten Sanierung des Stadtbades freizugeben, erteilt Wegner eine Abfuhr und begründet: „Zum einen bräuchte es ein tragfähiges Bad-Konzept und zum anderen wäre für die Organisation eine längere Vorlaufzeit notwendig.“ Nicht zuletzt verweist der Werkleiter auf die akute Gefahr vor allem für Kinder, da die Einstiege in das Gewässer in Kemmlitz viel zu steil seien.

Die Stadt Mügeln könne sich aus wirtschaftlichen Gründen keine zwei Bäder leisten, verdeutlicht der Bürgermeister. Sollte sich jedoch jemand mit einem ganzjährig tragfähigem Konzept finden, egal ob zum Beispiel ein Verein oder eine GmbH, sei die Stadt dafür offen.

Defekter Zaun wird repariert und geschlossen

Um Risiken und Gefahren für die Bürger zu vermeiden, soll nun der defekte Zaun rund um das Badgelände instand gesetzt und geschlossen werden. Lediglich dem Anglerverband, der mit den Kemmlitzer Kaolinwerken bis 2022 einen Pachtvertrag habe, bleibe der Zutritt erlaubt.

Sowohl die Kemmlitzer Kaolinwerke als auch die Stadtverwaltung und Polizei werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen „Schwarzbaden“ und Hausfriedensbruch vorgehen. „Wir möchten auch zum Schutz der Gesundheit an alle appellieren, vom Baden Abstand zu nehmen“, warnt Wegner und erinnert in diesem Zusammenhang an die beiden schweren Badeunfälle in den Jahren 2009 und 2010, als es Rettungskräfte durch parkende Autos schwer hatten, an die Unfallstelle zu gelangen.

„Die Bürger können auf andere Gewässer ausweichen, in denen das Baden erlaubt ist. So zum Beispiel im Oschatzer Platsch-Bad, im Freibad Leisnig oder im Badesee Luppa“, empfehlen Stadtverwaltung und Kaolinwerke.

Von Heinz Großnick

Mügeln/Kemmlitz 51.2298473 12.9941858
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