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Bäcker Taube: "Zwischen meine Knethaken kommt keine Backmischung"

Bäcker Taube: "Zwischen meine Knethaken kommt keine Backmischung"

Wenn allabendlich gegen 23 Uhr die meisten Lichter im Oschatzer Stadtteil Merkwitz erlöschen, dann gehen in der etwa 1000 Quadratmeter großen Bäckerei Taube im Dorf die LED-Lampen an.

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So entstehen die Brötchen: Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (r.) lässt sich von Susan Maja, Bäckermeister Nils Taube und Daniel Weigel (v.l.) den Produktionsprozess im Merkwitzer Backhaus erläutern.

Quelle: Dirk Hunger

Merkwitz. von hagen rösner

 

Ende des vergangenen Jahres wurde mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 1,8 Millionen Euro die größte private Investition in Merkwitz abgeschlossen. "Ich bin froh, dass ich bei dem Bauvorhaben die Wirtschaftsförderung und das Bauamt der Stadt Oschatz an meiner Seite hatte", betont Bäckermeister Nils Taube. Er ist nicht nur Geschäftsführer des Unternehmens, sondern auch stellvertretender Obermeister der Bäckerinnung. Als Dank für die Unterstützung gab es für Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) einen exklusiven Betriebsrundgang durch die modernste Bäckerei der Oschatzer Region.

 

"Die Bäckerei Taube ist in Merkwitz ein seit vielen Jahrzehnten gestandener Handwerksbetrieb, er ist ein wirtschaftliches Standbein des Ortes", lobte Kretschmar. Jede Nacht verlassen zwischen 700 und 800 Brote die Öfen der Merkwitzer Bäckerei. "Obwohl wir jede Menge moderne Technik hier verbaut haben, sind wir ein Handwerksunternehmen, das noch in Handarbeit nach Originalrezepten bäckt", sagt Nils Taube. Auch sein Vater und Großvater verdienten ihre Brötchen bereits als Bäcker in Merkwitz.

 

Vor einigen Jahren wurde Nils Taube klar, dass sein bisheriger Unternehmensstandort in der Erich-Weinert-Straße nicht mehr den modernen Unternehmensanforderungen entspricht. "Ich habe sehr lange nach einem neuen Standort gesucht. Und letztlich bin ich froh, dass wir nur wenige Meter entfernt, auf der anderen Straßenseite, die Bäckerei und das moderne Ladengeschäft bauen konnten", so Taube.

 

Von Merkwitz aus werden jeden Tag in aller Herrgottsfrühe insgesamt zehn Filialen der Bäckerei zwischen Torgau und Oschatz beliefert. Alle Filialen sind mit einer Datenleitung und das Kassenabrechnungssystem mit der Merkwitzer Hauptstelle verbunden. "Ich habe jeder Zeit den Überblick über Bestand und Verkauf. Das ist für mich eine Arbeitserleichterung um schätzungsweise einhundert Prozent", sagt Taube, der zwar manchmal noch selbst in der Backstube steht, aber sich hauptsächlich um Management und Abrechnungen kümmern muss.

 

Das Sortiment, das jeden Morgen die Bäckerei verlässt, wechselt täglich. "Wir haben immer zwischen sieben und acht unterschiedliche Brotsorten im Angebot, und genauso sieht es bei den Brötchen aus. Wir wollen unserem Kunden ein übersichtliches und hochwertiges Angebot präsentieren", sagt der Bäckermeister. Den Grundstock für seine Brote bilden die alten Rezepte von Vater und Großvater. "In meine Knetmaschinen kommen keine Backmischungen wie bei den großen Handelsketten, ich setze auf viele Teigkomponenten, die dann hier gemischt und angesetzt werden", erklärt Taube.

 

Bei seiner Investition spielte auch der regionale Aspekt eine ganz besondere Rolle. Vor allem regionale Firmen kamen deshalb bei der Auftragsvergabe zum Zuge - beispielsweise ein Dresdener Unternehmen, das den Ladeneinbau vorgenommen hat. Das Konzept setzt Taube bei der Verwendung seiner Backzutaten fort. Pro Woche verbäckt die Mannschaft um Nils Taube rund neun Tonnen Mehl, hauptsächlich Weizen- und Roggenmehl. "Es gibt viele überregionale Mühlen, aber ich habe mich für die Mühle in Polkenberg entschieden, weil ich meine Leute in der Region unterstützen will", sagt Taube. Außerdem hat er genaue Vorstellungen, wie sein Backmehl sein muss. Für die Brötchenherstellung wird beispielsweise ein Weizenmehl mit einem ganz hohen Ausmahlungsgrad verwendet, das extra in der Polkenberger Mühle für die Bäckerei Taube gemahlen wird.

 

Das Merkwitzer Unternehmen sieht sich in guter alter Handwerkstradition. "Jede Bäckerei sucht für sich seinen Weg. Wir haben für uns entschieden, dass wir uns von den Massenprodukten der Discounter abheben und eine über Generationen bewährte Qualität anbieten wollen", versichert Taube. Gebacken wird in zwei großen Etagenöfen auf Steinplatten. Für die Filialen geht ein Teil der Backwaren als Teigling auf Reise und wird in den jeweiligen Backshops dann frisch gebacken.

 

"Ich bereue diese Investition nicht. Ich bin unheimlich von der Stadt Oschatz unterstützt worden. Dafür bin ich sehr dankbar", versicherte Taube. Oberbürgermeister Kretschmar gibt das Kompliment gern weiter. "Die Wirtschaftförderung des Landkreises hat gewaltig mitgewirkt. Und letztlich bin ich sehr froh, dass auch Projekte auf den Dörfern gefördert werden, so wie es hier in Merkwitz der Fall ist."

 

© Kommentar

Hagen Rösner

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