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Oschatz Bahn baut neue Schwellen ein: Oschatzer Anwohner von Warnhupen genervt
Region Oschatz Bahn baut neue Schwellen ein: Oschatzer Anwohner von Warnhupen genervt
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15:04 22.04.2018
Gleisbauarbeiten bei Oschatz Quelle: Hagen Rösner
Oschatz

Nur langsam schiebt sich derzeit rumpelnd ein Geisterzug auf der Fernstrecke Leipzig-Dresden durch die Collm-Region. Innerhalb einer Nacht hat der Zug die Strecke zwischen der Bahnbrücke in Neuböhla bis zur Bahnbrücke Merkwitz zurückgelegt. Das Schneckentempo hat seinen Grund: Der etwa 500 Meter lange Zug verlegt auf dieser Strecke neue Schwellen und befestigt gleichzeitig wieder das Gleisbett.

Die geräuschvollen Arbeiten erleben jedes Mal ihren Höhpunkt, wenn sich auf der Strecke der reguläre Bahnverkehr nähert. Dann startet mit ohrenbetäubendem Lärm ein ausgeklügeltes System an Signalhupen. Rottenwarnanlage nennen Bahnfachleute diese Signalsystem, das besonders in den ruhigen Nachtstunden kilometerweit zu hören ist. Anwohner mit unruhigem Schlaf stehen dann jedes Mal im Bett, andere nehmen es gelassen. „Die komischen Pfeiftöne habe ich auch gehört, als ich ins Bett gegangen bin, konnte aber trotzdem gut schlafen“, sagt Sylke Zeller, die in der Bahnhofstraße wohnt.

2011 starb ein Gleisarbeiter bei Oschatz

So laut wie die Hupen sind, so wichtig sind sie auch für die etwa 30 Arbeiter vor Ort, die dafür sorgen, dass die Betonschwellen sicher verlegt werden. „Das Signalsystem ist unsere Lebensversicherung“, ruft einer der Gleisbauarbeiter einigen Schaulustigen an der Merkwitzer Brücke zu. Recht hat er. Denn erst im August 2011 kam es auf der Bahnstrecke bei Oschatz zu einem schweren Arbeitsunfall, bei dem ein Bahnmitarbeiter ums Leben kam. Warum der Mann damals von einem vorbeifahrenden Zug erfasst wurde, blieb ein Rätsel. Inzwischen sind auch die Sicherheitsbestimmungen für die Bahnmitarbeiter erheblich schärfer geworden.

Die Oschatzer und die Anwohner der Bahnstrecke werden sich wohl noch die nächsten Nächte mit der Lärm arrangieren müssen. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass sie noch bis zum 24. April auf der Strecke bauen will. Dabei wird es allerdings nicht nur zu Zugverspätungen, sondern auch zu weiteren Schlafstörungen kommen.

Bauarbeiten an der ältesten Bahnstrecke Sachsens

An der Bahnstrecke Leipzig-Dresden wird bereits seit 1993 gebaut. Der Grundstein für die Ausbaustrecke wurde am 9. September 1993 in Dahlen gelegt. 1996 wurde in Oschatz das erste elektronische Stellwerk in Sachsen in Betrieb genommen. Seit Mai 1998 kann der Streckenabschnitt Wurzen-Riesa, an dem die Bahnhöfe Oschatz und Dahlen liegen, mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde befahren werden.

Die planmäßige Reisezeit zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Dresden Hauptbahnhof soll nach beendetem Ausbau 47 Minuten betragen.1990 lag die Fahrzeit zwischen Leipzig und Dresden bei 90 Minuten. Fertigstellung der Strecke ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Von Frank Hörügel und Hagen Rösner

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