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Oschatz Balken überlebt Brand im Schloss Dahlen und erhält Ehrenplatz
Region Oschatz Balken überlebt Brand im Schloss Dahlen und erhält Ehrenplatz
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00:18 22.05.2017
Karl-Heinz Urban (r.), Absolvent der Ingenieurschule Dahlen, übergibt den Holzbalken an Karl Berger, Vorsitzender des Schloss- und Parkvereines Dahlen. Der Holzbalken diente einst als Abschlag für eine Außentür im Nordflügel des Schlosses. Die Tür überlebte den Brand nicht.
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Dahlen

Als sich kürzlich Absolventen zweier Klassen der Ingenieurschule in Dahlen trafen, schauten sie sich natürlich ihren ehemaligen Studienort – das Schloss – an. Karl-Heinz Urban, einer der Absolventen, hatte eine besondere Überraschung für den Vorsitzenden des Schlossvereins Karl Berger dabei.

„Ich habe früher im Institut für Fleischwirtschaft, das seinen Sitz in Magdeburg hatte, gearbeitet“, erläutert Urban. Bei dieser Tätigkeit sei er viel in der DDR herumgekommen, habe zum Beispiel an der Planung der Rekonstruktion des Oschatzer Schlachthofes mitgearbeitet. „In diesem Zusammenhang hatte ich kurz nach dem Brand unserer Schule einen Termin in Oschatz“, erzählt der Dahlener Absolvent. Da ihn interessiert habe, wie das Schloss nun aussah, sei er mit dem Dienst-Moskwitsch über Dahlen zurück nach Magdeburg gefahren. Neben all dem anderen Schutt habe da ein Balken im Dahlener Schlosshof gelegen, den er ins Auto packte, um ihn zu sichern. „Einen Plan, was damit werden sollte, hatte ich damals nicht“, räumt Urban ein. Er sei aber davon ausgegangen, dass dieses aufwändig bearbeitete Holzteil wenige Stunden oder Tage später einfach entsorgt worden wäre.

Er bewahrte es fortan in seiner Magdeburger Wohnung auf, bis er einen Ausreiseantrag stellte und diesem schließlich stattgegeben wurde. „Ich hatte den Balken im Umzugsgut nicht besonders deklariert. Es kam auch niemand vom Zoll oder anderen Organen auf die Idee, dass es sich bei diesem Holzteil um etwas Besonderes handeln könnte“, schildert Urban diesen Ost-West-Holztransport der besonderen Art. So gelangte das Teil des Dahlener Schlosses erst nach Schwelm (Nordrhein-Westfalen) und dann nach Minden. In seinem Haus oder Büro habe er es in all den Jahren nie eingebaut.

Er habe eine Zeitlang die Idee gehabt, daraus einen Pflock zu bauen, an dem der Wimpel der beiden sich alljährlich treffenden ehemaligen Seminargruppen aus Dahlen befestigt werden könnte. Diesen Wimpel erhalte immer jener Kommilitone, der das nächste Treffen zu organisieren hat. Umgesetzt habe er diese Idee jedoch nie, so dass das Holzteil noch immer so da lag, wie er es 1973 geborgen hatte.

„Als ich vor fünf Jahren sah, welche Anstrengungen der Verein am Schloss unternimmt, war mir klar, dass das Bauteil wieder ans Schloss gehört“, erklärt Karl-Heinz Urban. Zum diesjährigen Treffen in Dahlen, 50 Jahre nach Abschluss des Studiums, brachte er den Balken mit und übergab ihn an Karl Berger, den Vorsitzenden des Schloss- und Parkvereines.

„Das war eine echte Überraschung“, betont Berger. Es sei schon außergewöhnlich, wenn heute noch Originalteile des Schlosses auftauchen. Den Balken zuzuordnen, sei kein Problem. „Es handelt sich dabei um den oberen Anschlag einer Außentür am Nordflügel“, konnte der Experte feststellen. Allerdings existiere diese nicht mehr, man habe dort eine andere Tür einbauen müssen. Zunächst werde man das Geschenk von Karl-Heinz Urban im Schloss ausstellen. „Sollten wir aber einmal in der Lage sein, die alte Tür rekonstruieren zu lassen, werden wir diesen Anschlag auf jeden Teil mit verwenden“, versichert Karl Berger.

Von Axel Kaminski

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