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Oschatz "Barfuß laufen ist Kopfsache"
Region Oschatz "Barfuß laufen ist Kopfsache"
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16:40 09.02.2014
Gut gelaunt über ein Schneefeld: Für Martl Jung auf seiner Alpenüberquerung im August 2009 eine "willkommene Erfrischung". Verletzt hat er sich auf der Tour nicht, dabei kletterte er sogar ohne Schuhe. "Barfuß laufen ist Kopfsache", sagt er. Quelle: privat

Von seiner Überquerung "Barfuß über die Alpen" berichtet er in der Dia-Reihe "Rund um den Globus im O" von Thomas Barth.

Die Füße von Martl Jung sehen gesund, für Männerfüße fast schon feingliedrig aus. Schwielige Hornhaut gibt es da jedenfalls nicht, davon kann sich jeder Besucher überzeugen, denn auch im "O" ist Jung barfuß. Das hat für den 46-Jährigen jede Menge Vorteile: "Man holt sich keine Blasen, keine Schweißfüße und umknicken kann man auch nicht." Schließlich bestehe das Fußgerüst aus 27 filigranen Knochen, die sich dem Untergrund anpassen. "Hat man dagegen feste Wanderschuhe an, ist das wie ein Brett am Fuß. Tritt man irgendwo falsch auf, knickt man durch die Hebelwirkung schnell um", so der Garmisch-Partenkirchener.

Tatsächlich habe er sich auf seiner Tour nicht verletzt. Dabei machte es sich Martl Jung ("Martl ist bei uns in Oberbayern der Martin") wirklich nicht einfach: Er überquerte die Alpen an ihrer breitesten Stelle, wählte den Weg von München nach Verona, von der Praterinsel in der Isar bis in die Weltkulturerbe-Altstadt in der Po-Ebene. In seinem 25 Kilogramm schweren Rucksack hatte Jung für die Tour im August 2009 nur leichte Sachen, Proviant, Schlafsack, Isomatte und eine Plane gepackt. Die Kamera trug er in einer Tasche vor der Brust, auf Schuhe - auch für den Notfall - hat er bewusst verzichtet. Sieben Wochen plante er für die Tour ein, letztlich kam er schneller voran als gedacht: Die 500 Kilometer legte er in nur 32 Tagen zurück und bewältigte dabei 30 000 Höhenmeter. Auf seiner Route lagen Traumziele wie die Karwendel-Kette oder die Dolomiten - und deren verschiedenes Gestein. "In den Ötztaler Alpen hat man Granit, der ist schön glatt", so der Barfußwanderer. Perfekt auch der Boden im Schnalstal mit seinen Waldwegen, auf denen vermoderte Nadeln ("wie ein Teppich") jeden Schritt dämpfen. Nervenaufreibend dagegen war es im spitzkantigen Kalkgestein der Dolomiten. "Man konnte nicht einfach losgehen, sondern musste bei jedem Schritt konzentriert sein", so Jung.

In grandiosen Bildern zeigt er in Oschatz seinen Weg über Almwiesen, Gipfel und Kammwege. Tiefblaue Bergseen gehörten ebenso dazu wie schneeweise Gletscherfelder oder schmale Klettersteige. Alles ohne Schuhe. "Wenn man immer barfuß unterwegs ist, wird der Fuß gründlich durchblutet und bekommt eine sehr gute Muskulatur", sagt er. Noch einmal wolle er die Strecke aber nicht gehen. "Es sei denn, einer von ihnen kommt mit", lädt er das Publikum im "O" ein. Das lehnt freundlich ab, applaudiert aber begeistert. Jana Brechlin

i Der nächste Vortrag in der Reihe ist am 2. März im "O". Dann berichtet Roland Marske ab 18 Uhr vom Pilgern auf dem Jakobsweg.

Brechlin, Jana

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