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Barocker Taufengel zurück in Kirche Bucha

Kunst Barocker Taufengel zurück in Kirche Bucha

Ein Taufengel aus dem frühen 18. Jahrhundert ist jetzt in den Kirchenraum des Buchaer Gotteshauses zurückgekehrt. Viele Jahrzehnte lang lag die Figur auf dem Dachboden der Kirche, der jetzt für die Sanierung beräumt wurde. Die Figur wurde gesichert und ist am Sonntag erstmals öffentlich zu sehen.

Die beschädigten Teile werden nicht ersetzt, dennoch ist die Figur ein Blickfang in der ansonsten schmucklosen Kirche.

Quelle: Dirk Hunger

Bucha. Wer am Sonntag zum Gottesdienst die Buchaer Kirche besucht, kann etwas Neues entdecken. Oder vielmehr einen alten Bekannten, denn seit kurzem ist der Buchaer Taufengel in das Kirchenschiff zurückgekehrt. Etwas mitgenommen sieht sie aus, die Holzfigur aus dem frühen 18. Jahrhundert, ein Flügel fehlt dem Engel, auch Arme und Nase hat er bereits eingebüßt. Dennoch ist das gute Stück eine Zier für den ansonsten sehr schlichten Kirchenraum.

Ursprünglich handelte es sich bei der Arbeit um einen schwebenden Taufengel, jetzt ist er an der linken Seitenwand befestigt und blickt von dort auf die Gottesdienstbesucher. In der Gemeinde war die Figur nahezu in Vergessenheit geraten und lagerte jahrelang auf dem Dachboden der Kirche unter Schmutz und Schutt. „Weil ja die Kirche saniert werden soll, haben wir vor einiger Zeit den Dachboden gesäubert und dabei wurde der Engel sichergestellt“, berichtet die Schmannewitzer Pfarrerin Kathrin Mette.

Auf keinen Fall sollte die Entdeckung wieder weggepackt werden, sondern vielmehr in den Kirchenraum zurückkehren. „Besonders schön sieht der Engel aus, wenn das Morgenlicht zum Kirchenfenster hereinscheint“, beschreibt Kathrin Mette. Eine Leisniger Restaurationswerkstatt habe die Figur gesichert und gesäubert und sich die Skulptur näher angeschaut. Dabei handele es sich um eine Vollplastik aus Lindenholz, die erstaunlich gut erhalten ist: So hat der Holzwurm offenbar nur kurz an dem guten Stück genagt, denn die Fachleute haben nur wenige und noch dazu ältere Wurmlöcher entdeckt.

Arme und rechtes Bein waren extra gearbeitet und wurden anschließend mit Holzdübeln und handgeschmiedeten Nägeln angesetzt, genauso wie die Nase. Abgesehen davon, dass tatsächlich größere Teile wie die Arme fehlen, ist an verschiedenen Stellen von Gewand, Haaren oder Gesicht auch bereits Holz abgeplatzt. „Die Verluste der Gesichtspartien lassen eine absichtliche Zerstörtung vermuten“, haben die Restauratoren in ihrem Bericht zusammengefasst. Die Nase ist offenbar gezielt abgeschlagen worden, bringt es Pfarrerin Kathrin Mette auf den Punkt.

Wer ganz genau hinschaut, kann hier und da einen Hauch Farbe an wenigen Stellen erkennen – Reste einer ursprünglichen Kreidegrundierung mit Temperafassung. Zuwenig, um tatsächlich nachzuvollziehen, wie der Engel aus der Zeit des Barock gestaltet war. Bevor er jetzt in die Kirche nach Bucha zurückkehren konnte, wurde er in der Werkstatt mit Pinsel und Staubsauger zunächst grob gereinigt. Auch Wasser und Festigungsleim kamen zum Einsatz, um die Figur vom Schmutz zu befreien. Obwohl das Lindenholz vom Alter gezeichnet ist, wirkt die Plastik nach der professionellen Reinigung wieder sehr hell und dazu zart.

Selbst wenn die beschädigten Teile nicht ersetzt werden und ein Flügel des Buchaer Taufengels nur noch in Fragmenten erhalten ist, hat die Gemeinde jetzt ein echtes Schmuckstück in ihrer Kirche und auch Kathrin Mette findet: „Er hat was.“

Gemeindeglieder, interessierte Buchaer und ihre Gäste können die Figur am Sonntag bewundern. Dann wird ab 10.30 Uhr zum Gottesdienst in die Kirche eingeladen. Die Predigt am 3. Advent hält Superintendent Arnold Liebers.

Von Jana Brechlin

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