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Oschatz Bauern im Raum Oschatz fürchten aufgrund anhaltender Trockenheit um ihre Ernte
Region Oschatz Bauern im Raum Oschatz fürchten aufgrund anhaltender Trockenheit um ihre Ernte
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15:55 17.05.2017
Anhaltende Trockenheit auf Oschatzer Feldern. Inzwischen fehlt nicht nur im Sommer, sondern auch im Frühjahr der Regen. Quelle: Foto: Hagen Rösner
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Oschatz

Die zurzeit hohen Temperaturen und Trockenheit treibt den Oschatzer Bauern neben Schweißperlen auch Sorgenfalten auf die Stirn: Sie fürchten um ihre Ernte. Der Regionalbauernverband (RBV) Döbeln-Oschatz hofft daher auf einen baldigen Landregen. Der könnte schon am Wochenende niedergehen, prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD).

„Es gilt das Sprichwort: Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass“, sagt Sylke Hesse, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Laas. „Im Moment ist leider das Gegenteil der Fall.“ Von der anhaltenden Trockenphase seien derzeit alle Ackerkulturen wie beispielsweise Raps, Roggen, Weizen, Gerste und Mais betroffen. Dabei seien die Bauern mit der auf den Feldern geschaffenen Grundlage durchaus zufrieden. Nur bräuchten die Pflanzen jetzt ausreichend Wasser, um überhaupt am Leben zu bleiben und Körner ausbilden zu können. „Am liebsten wäre uns, wenn es gleich regnen würde“, sagt Hesse, die auch Mitglied im RBV Döbeln-Oschatz ist. Das endgültige Ausmaß der Trockenheit sei aber erst zur Ernte im Juli und August abzusehen. „Es bleibt spannend bis zum Ende. Wir wünschen uns jetzt einen zwei, drei Tage anhaltenden Landregen“, sagt Hesse stellvertretend für die Oschatzer Bauern.

Falk Böttcher von der Agrarmeteorologie des DWD lässt hoffen: Die Niederschlagsprognose zeige für morgen und Sonnabend eine gewisse Schauerneigung. Ab Sonnabend folge dann jedoch wieder eine trockene Phase. Seit Anfang April bis heute habe es im Raum Oschatz durchschnittlich etwa 30 Liter je Quadratmeter geregnet. Das seien etwas mehr als 40 Prozent der normalen Summe für diesen Zeitraum, sagt Böttcher. Seit Jahresbeginn seien es knapp 150 Liter je Quadratmeter gewesen, was in etwa dreiviertel des üblichen Niederschlags entspreche. „Das ist an sich keine Situation, die noch nie dagewesen wäre.“ Für die Bodenwassergehalte der einzelnen Pflanzenarten in der Region Oschatz habe der DWD festgestellt, dass der aktuelle Füllstand für Winterweizen und Winterraps zwischen 65 und 70 Prozent der vollen Wassermenge beträgt. Bei Wintergerste und Winterroggen liegen die Werte zwischen 60 und 65 Prozent. Bei Obstkulturen wie dem Apfel konnten Werte zwischen 50 und 55 Prozent festgestellt werden. Die Ergebnisse liegen damit am unteren Rand der optimalen Wasserversorgung. Kritischer sehe es bei Kartoffeln, Zuckerrübe oder Mais aus. Hier liege der Wasservorrat mit unter 50 Prozent außerhalb des optimalen Versorgungsbereichs. „Diese Pflanzen haben es aufgrund der noch gering ausgebildeten Wurzeln schwer an das in den tieferen Schichten vorhandene Bodenwasser zu gelangen.“ Die Pflanzen reagieren darauf mit einer deutlichen Verringerung ihrer Verdunstungsleistung, was dann zur Verlangsamung des Wachstums führe. „Hier wird der am Freitag und Sonnabend erwartete Regen segensreich wirken“, sagt Böttcher.

Neben den Risiken habe eine längere Zeit ohne Regen aber auch Positives, sagt Hesse. So weisen beispielsweise in Trockenheit gewachsene Weizenpflanzen zum einen mehr Protein in den Körnern auf; zum anderen könne die geringere Masse, die auf dem Markt gelangt, dafür sorgen, dass die Preise steigen. „Was für uns Landwirte so dringend notwendig wäre, wie der lang ersehnte Regen.“

Von Mathias Schönknecht

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