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Oschatz Begegnungsstätte für Geflüchtete in Oschatz etabliert
Region Oschatz Begegnungsstätte für Geflüchtete in Oschatz etabliert
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00:19 29.07.2017
Andrea Konopka und Jafay Akbar im Gespräch. Der Afghane gehört zu den Geflüchteten, die das Angebot Begegnungsstätte in Oschatz nutzen. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Oschatz

Die Flüchtlingswelle ist abgeebbt, aber noch immer leben Menschen aus anderen Staaten in Oschatz und Umgebung, die sich, im Zuge ihrer Anerkennung beispielsweise, mit Behörden auseinandersetzen oder andere Hürden im Alltag zu bewältigen haben.

Eine Anlaufstelle für jenes Klientel ist seit knapp zwei Monaten die Begegnungsstätte, die die Oschatzer Kirchgemeinde ins Leben gerufen hat. „Hier können sich Menschen mit und ohne Fluchterfahrung ungezwungen austauschen, Hilfe suchen, einander helfen oder auf Probleme aufmerksam machen“, sagt die 59-Jährige.

Zwanzig Stunden pro Woche kümmert sich Andrea Konopka gemeinsam mit den Geflüchteten um Formulare, begleitet Behördengänge, besucht Schulen, Kindereinrichtungen und Sprachkurse und die beiden Gemeinschaftsunterkünfte in der Ambrosius-Marthaus-Straße und Am Zeugamt – und schaut dabei nicht auf die Uhr. „Natürlich bin ich da auch mit dem Herzen bei der Sache, denn diese Tätigkeit ist keinesfalls einseitig. Nicht selten bekomme ich ein Lächeln vom Gegenüber zurück, wenn ich in einer Notsituation zur Seite stehen und Tipps geben konnte. Das ist ein klares Zeichen für Dankbarkeit“, sagt sie.

Überwiegend alleinreisende jungen Männer

Unter den überwiegend alleinreisenden jungen Männern, die das Angebot in Anspruch nehmen, finden sich Afghanen, Eritreer, Iraker und Somalier. Vereinzelt sind auch Familien mit Kinder darunter, die beispielsweise eine Wohnung brauchen. „Aber das kommt selten vor. Die Frauen bleiben in den Kulturen meist im Hintergrund“, hat sie beobachtet. Aber auch Fragen rund um Ausbildung und Arbeitssuche dominieren ihren Alltag.

Kaum in Anspruch genommen wird die Begegnungsstätte von Einheimischen – was wohl daran liegen dürfte, dass diejenigen Oschatzer und andere Engagierte in der Flüchtlingsfrage bereits sehr gut miteinander vernetzt sind und untereinander helfen können. „Von ihnen bekomme ich mitunter hilfreiche Hinweise“, freut sich Andrea Konopka.

Gute Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde und dem E-Werk

Die Entscheidung, eine Begegnungsstätte einzurichten, habe ihr eigenes Leben bereichert. Neue Erfahrungen, einige Herausforderungen und die gute Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde und dem E-Werk prägen diese Aufgabe, so Konopka. Das Jugend-, Kultur- und Umweltzentrum in der Lichtstraße ist montags Anlaufstelle für Begegnung und Beratung, an Dienstagen ist die Helferin im Christenlehre-Raum der Elisabethkapelle anzutreffen.

Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Fluchterfahrung, geöffnet montags und dienstags jeweils 14 bis 18 Uhr

Von Christian Kunze

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