Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Bei Ellen Schallers Auftritt in Oschatz bleiben große Lacher Mangelware
Region Oschatz Bei Ellen Schallers Auftritt in Oschatz bleiben große Lacher Mangelware
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:28 18.11.2012

Ellen Schallers Gastspiel "Zu geil für diese Welt" kommt minimalistisch daher. Ein Kleiderständer, ein Dutzend Kostüme, das ist alles, was die Chemnitzerin auffährt, um das Oschatzer Publikum zu unterhalten. Da vermutet man, dass hier eine Künstlerin versucht, mit wenig Firlefanz zu überzeugen. Überzeugen kann die Schaller in der Stadthalle allerdings nicht auf der ganzen Linie. Ihr Ansatz, diverse Frauen-Typen lebendig werden zu lassen, gelingt nicht so, wie man es sich wünscht.

Die Typen, die sie vor uns ausbreitet, sind zwar liebenswert, sympathisch und haben hohen Wiedererkennungswert. Authentisch sind sie aber nicht, stattdessen zu nah am Klischee. Das Problem des Abends ist, dass keine dieser Rollen wirklich Zeit hat, sich zu entfalten. Um die zehn Minuten dürfen wir jeder Figur zuhören, und das tun wir auch gern. Weil wir alle kennen, die uns da begegnen. Dauer-Single Gudrun, mit genauen Vorstellungen von ihrem Traummann ("Ein ausgemusterter Geheimdienstler aus Russland. Er heißt Boris, trinkt aber nicht!") die nörgelnde Witwe, oder die besserwisserische Ehefrau sind nur ein paar davon. Gerade weil sie so hilflos und gescheitert sind, haben wir sie gern. Mehr aber auch nicht.

Das der Funke nicht immer überspringt, liegt nicht an der Künstlerin, sondern an ihrem Konzept: Jede Rolle ist ein Unikat, zeugt davon, wie wunderbar wandlungsfähig dieses Weib ist.

Der fliegende Wechsel zwischen den Charakteren ist kurzweilig, lässt das Resultat aber mittelmäßig statt spitzenmäßig ausfallen.

Am nächsten kommt Ellen Schaller dem politischen Kabarett in ihrer Abrechnung mit dem Bildungssystem als frustrierte, dennoch kampferprobte Lehrerin. Mit Spitzen wie "Besser Amoklauf als gar keine Bewegung" und "Schule ist der einzige Knast, in dem die Insassen die Wärter quälen", wird sie richtig bitterböse und schlägt auch kritische Töne an. Es ist diese Performance, die haften bleibt, auch bei den vielen Pädagogen, die im Oschatzer Publikum sitzen.

Originalität blitzt immer dann zwischen den Zeilen auf, wenn Ellen Schaller zu Wortspielen ausholt. Die sind ihre Stärke und hätten mehr Raum in dieser Nummernrevue verdient. Wenn sie als frischgebackene Witwe über einen anderen Todesfall berichtet, der lange verborgen blieb ("Nach acht Monaten fanden sie Herrn Faulermann im Fernseher-Sessel. Da war er schon ein fauler Mann.") oder sich als betrogene Ehefrau fragt, "wer ihren Mann da wohl geritten hat", gibt es auch mal viel Applaus. Am durchwachsenen Gesamtbild ändert auch die Zugabe nichts. Überflüssig zu erwähnen, dass in einem Frauen-Solo-Programm die Männer wenig zu lachen haben. Die "Nummer für Männer", in der eine Prostituierte Sonderangebote des Gewerbes anpreist, soll die Herren der Schöpfung für so manche Beschimpfung versöhnen, birgt aber letztlich nur Zoten.

Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit ihrer Erbauung im Jahr 1228 durchlief die Oschatzer Klosterkirche die verschiedensten Verwendungsarten. Nun ist es wieder einmal an der Zeit über die weitere Nutzung zu beraten.

18.11.2012

FSV Krostitz 1:0 (0:0). Nach der Begegnung waren sich alle FSV-Fans, Verantwortliche und natürlich das FSV-Team darüber einig, dass so eine geschlossene Mannschaftsleistung des FSV Oschatz lange nicht an der Merkwitzer Straße zu sehen war.

18.11.2012

SHV Oschatz II 19:30 (8:14). Wen wundert es eigentlich noch, dass es in der Personalliste der zweiten Mannschaft des SHV Oschatz keine Ruhe gibt.

18.11.2012