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Bei Pflege droht Notstand

Bei Pflege droht Notstand

Dass die Situation im Pflegebereich Sorgen bereitet (wir berichteten), wird auch im Landkreis bestätigt. Jutta Pfennig vom Sozialamt Nordsachsen sieht die Gründe in der demografischen Entwicklung.

Es gebe immer mehr alte und pflegebedürftige Menschen. Als Kreisbehörde dagegen zu halten sei schwer. "Hier ist die Politik gefordert!"

 

Von Gabi Liebegall

 

Ein bis zwei Fachleute bildet Silvia Ihm vom Ambulanten Pflegedienst in Oschatz aus. Sie und ihr Team hätten allerdings schon bemerkt, dass das Interesse für den Beruf nachlässt. "Aus meiner Sicht wird dieser Beruf auch gar nicht so gewürdigt, wie es ihm zusteht. Dazu kommt, dass die jungen Menschen meinen, in der Branche gibt es viel zu verdienen."

 

Im Pflege- und Altenheim Vitaris in Oschatz hat sich Skepsis breit gemacht. "Momentan können wir die Situation gut kompensieren. Aber mit Schrecken denken wir daran, dass in drei oder vier Jahren sehr viele Menschen mit einem Mal in Rente gehen", verdeutlicht Sabine Jentzsch, die "Vitaris"-Heimleiterin. Dann werde es immer schwerer, den bedürftigen Menschen die Zuwendung zu geben, die sie brauchten. Um die "Vitaris"-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der Stange zu halten, gebe es ein betriebliches Gesamtmanagement. Dazu gehörten Aqua-Fitness im "Platsch" und Zumba-Tanz (eine Art rhythmische Sportgymnastik mit Musik - d. Red.).

 

"Das Problem ist bekannt. Ich habe - nur gut - noch keine Kenntnis darüber, ob im Landkreis bereits ein ambulanter Pflegedienst schließen musste", so Jutta Pfennig. Im ambulanten Bereich sowieso, aber auch im stationären sei der Fachkräftemangel bereits zu spüren.

 

Was die Ausbildung betreffe, sei die Landkreisbehörde auch mit privaten Bildungsinstituten in Sachen Altenpflege im Gespräch. Wichtig sei auch, den Beruf wieder lukrativer zu machen.

 

Einiges könne zum Beispiel von einem Alltagsbegleiter abgefangen werden. "Am meisten greift hier in unserer ländlichen Region immer noch die Nachbarschaftshilfe", weiß Jutta Pfennig. Aber das reiche nicht. Um das Problem wirklich klären zu können, müsse die Politik die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen. Wenn das alles nichts helfe, müssten Angebote im Ausland auf Interesse stoßen.

 

Der Fachkräftemangel dürfe nicht dem Selbstlauf überlassen werden. Aber allein könne das ein Landkreis nicht schultern, lässt sich aus ihren Worten heraus hören. © Kommentar

Gabi Liebegall

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