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Bei der Integration von Flüchtlingen in der Region Oschatz hakt es an mehreren Stellen

Asylpolitik Bei der Integration von Flüchtlingen in der Region Oschatz hakt es an mehreren Stellen

Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen und Deutschen hat es in Oschatz bisher nicht gegeben. Die funktionierende Integration ist Beleg für die solide Arbeit des Oschatzer Bündnisses. Doch auch die hier vereinigten Helfer können nicht nur Erfolge verzeichnen. Jüngst diskutierten sie bei einer Zusammenkunft Probleme mit Mitstreitern.

Dezernentin Angelika Stoye (r.) koordiniert die Integrationsarbeit im Landkreis. Dabei ist sie auf ehrenamtliche Helfer angewiesen.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. In Oschatz und der Collm-Region gab es bisher keine schlagzeilenträchtrigen Auseinandersetzungen zwischen Einwohnern und Flüchtlingen, Asylgegnern und Asylbefürwortern wie jüngst in Bautzen. Dass die Lage hier relativ entspannt ist, kann auch dem ehrenamtlich arbeitenden Oschatzer Bündnis für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz zugerechnet werden.

Bei seiner jüngsten Zusammenkunft nutzte das Bündnis die breitere Öffentlichkeit, um sich mit Vertretern verschiedener Institutionen auszutauschen, die im Alltag mit Asylsuchenden zu tun haben. Dabei wurde auch deutlich, dass es an der Basis noch immer Strukturen gibt, die doppelt laufen, während anderswo Personen fehlen, um die Integration Geflüchteter zu verbessern. So berichtete Doreen Seifert etwa von einem Kursangebot der Volkshochschule zum Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern für Erzieherinnen. Davon wusste bis dato jedoch keiner. Als eine ähnliche Veranstaltung von anderer Stelle organisiert wurde, war die Resonanz dagegen sehr gut.

Derzeit leben in Oschatz 153 Flüchtlinge

Knackpunkt sind Unwägbarkeiten, wie etwa die nur kurzfristig zu planende Zuteilung und Unterbringung einer größeren Zahl von neuen Flüchtlingen im Landkreis. Roman Becker von der Ausländerbehörde des Landratsamtes hatte aktuelle Zahlen parat. So halten sich derzeit 1263 Asylbewerber in Nordsachsen auf, 536 wurden in diesem Jahr neu aufgenommen. In Oschatz leben 153 davon. Gegenwärtig ist die Zahl der Menschen aus Syrien rückläufig, aus Afghanistan gibt es dagegen vermehrte Registrierungen.

Noch immer nicht belegt ist die eingerichtete Asylunterkunft am Zeugamt im ehemaligen DHL-Verwaltungsgebäude. Der Mietvertrag ist seit dem Frühjahr abgeschlossen, das Personal eingestellt, doch die Bewohner lassen nach wie vor auf sich warten. Ein Umstand, der auch für Unmut in der Bevölkerung sorgt und Wasser auf die Mühlen derer ist, die den Neuankömmlingen nicht gut gesinnt sind. Heimleiterin Juliane Hofmann vom Deutschen Roten Kreuz als Betreiber des Heimes erklärte, dass Ende September mit der ersten Belegung zu rechnen sei.

Flüchtlingsarbeit fast ausschließlich ehrenamtlich

Großen Unmut bei allen Verantwortlichen in der Region erntet nach wie vor die Tatsache, dass zwar seitens des Bundes und des Freistaats viele Maßnahmen gefördert werden, welche die Integration vor Ort koordinieren sollen. Tatsächliche Auseinandersetzung mit den geflohenen Menschen ist diesen Angestellten allerdings nicht oder nur in geringem Maß möglich. Die Angebote des Oschatzer Bündnisses belegen, dass Arbeit mit den Betroffenen fast ausschließlich ehrenamtlich geleistet wird. Und die Freiwilligen stoßen entweder an ihre Grenzen oder sehen sich mit wenig besuchten Veranstaltungen konfrontiert – weil es der Zielgruppe nur unter besonderen Aufwendungen möglich ist, teilzunehmen.

Diese Probleme könnten mit fähigen Dolmetschern und funktionierenden Sprachkursen behoben werden – doch an beidem krankt es noch, gebremst durch bürokratische Hürden.

Von Christian Kunze

Oschatz 51.3006128 13.1059825
Oschatz
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