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Oschatz Beim Drescherfest in Poppitz tuckern alte Traktoren durchs Dorf
Region Oschatz Beim Drescherfest in Poppitz tuckern alte Traktoren durchs Dorf
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00:20 17.08.2017
Das Organisationsteam des Drescherfestes. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Poppitz

Wehmut schwingt in den Worten der Organisatoren des Poppitzer Drescherfestes an diesem Sonnabend. Rene Lange bringt es schließlich auf den Punkt: „Wir hatten vor, wieder zu einem Thema Schauvorführungen durchzuführen. Aber das Wetter hat alle Vorbereitungen durcheinander gebracht“, sagt der Oldtimerfan.

Nachdem in den vergangenen Jahren das Pflügen, das Dreschen, die Kartoffelernte wie zu Großelternszeiten demonstriert wurden, sollte diesmal das Düngen und Jauchen mit alter Landtechnik gezeigt werden. „Aber daraus wurde leider nichts wegen des Wetters. Zudem stand uns eines der Nachbarfelder nicht zur Nutzung zur Verfügung“, ergänzt Wolfgang Hils, der ebenso zu den Organisatoren gehört. Dennoch sind die Männer zufrieden, was so alles an Landtechnik von Fans historischer Landtechnik und Besuchern mitgebracht wurde:

K 700 Raketenschlepper ist das gigantischste Fahrzeug

Das gigantischste Fahrzeug auf dem Festgelände an diesem Tag ist ein K 700 Raketenschlepper der einstigen Sowjetarmee. Inzwischen hat der Koloss die dunkelgrüne Tarnfarbe gegen ein Gelb eingetauscht. Seine Besitzer haben aber darauf den roten Stern mit Hammer und Sichel gemalt, als Andenken an den ursprünglichen Einsatzzweck. „Zu DDR-Zeit kam das Fahrzeug beim Silodemmeln zum Einsatz“, weiß Rene Lange. Silodemmeln heißt übersetzt aus dem Sächsischen, das in einem Silo eingebrachte Grünfutter zu verdichten, damit es lange haltbar und somit als Futter genutzt werden konnte.

Wer das einige Hundert Kilo schwere Fahrzeug sieht, kann sich das auch heute noch vorstellen.

Fast alle Bulldog- und Traktormarken sind bei den aufgereiht stehenden Fahrzeugen vertreten. Während mancher als überraschender Scheunenfund noch Roststelle aufweist, präsentieren sich andere in einem top restaurierten Zustand. Beim Rundgang fällt auf: Das Interesse an den landwirtschaftlichen Oldtimern durchzieht alle Altersgruppen und ist längst nicht mehr nur eine Männer-Domäne. Die Glossenerin Kerstin Jobst tritt den Beweis an. Nachdem Sohn Kevin und Ehemann Maik stolze Besitzer eines McCormick- und Pfendt-Traktor waren, ging die Familie auf Suche nach einem weiteren Traktor. „Gut 14 Tage haben wir gesucht, bis wir einen Bungartz T 5 gefunden hatten, den ich mit meiner DDR-Autofahrerlaubnis fahren konnte“, erzählt Kerstin Jobst. 13 PS hat der Motor des 1959 gebauten Traktors eines Münchener Herstellers. „Derartige kleine Traktoren sind selten als Oldtimer zu finden“, ergänzt ihr Sohn.

Mit dem Trecker bis Lampertswalde

Kevin ist es auch, der seine Mutter vor allem in technischen Dingen unterstützen kann als ausgebildeter Mechatroniker. „Das ist wirklich ein schönes Hobby. Die weiteste Strecke, die ich zu einem Schleppertreffen mit meinem Traktor zurückgelegt habe, war Lampertswalde“, erzählt die Glossenerin. Unterdessen wurde der Motor der in Nachbarschaft stehenden alten Dreschmaschine für eine Schauvorführung gestartet.

Von bärbel Schumann

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